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Joseph – Bäckerei Patisserie Bistro

© Joseph Brot

Foto: Joseph Brot

© Joseph Brot

Foto: Joseph Brot

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Foto: Joseph Brot


Handgemachte Brote, Gebäck und Süßes aus rein biologischen Zutaten, hausgemachte Snacks und Bistro to go; Bio-Limonaden und Bio-Eistee. Bio-Greisslerei mit Produkten aus der Region. Schanigarten.

Adresse:
Adresse:
Landstraßer Hauptstraße 4
1030 Wien
Telefon:
Telefon:
01/710 28 81
E-Mail:
E-Mail:
office@joseph.co.at
Website:
Website:
www.joseph.co.at
facebook.com/josephbrot
instagram.com/josephbrot
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 7.30–19, Sa 8–18, So, Fei 8–16, Bistro: Mo–Sa 8–19, Sa 8–18, So, Fei 8–16; saisonal abweichende Öffnungszeiten (siehe Website)
derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
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Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bistros, Konditoreien, Bäckereien
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Frühstück, Gastgarten

Phettes Brot

Der erfolgreichste Neo-Bäcker der vergangenen Jahre wurde Wirt

FLORIAN HOLZER | 25.11.2013

Wollen wir uns kurz überlegen, was hinter dem doch bemerkenswerten Erfolg der Marke Joseph steht und was also dazu führt, dass sich die Menschen bis auf die Gasse anstellen, um trocken Brot zu erwerben. Erstens: Das Brot ist wirklich sehr gut und hübsch und unterscheidet sich damit dramatisch vom nicht so guten, nicht so hübschen Brot, mit dem wir in den vergangenen 100 Jahren konfrontiert waren. Nur: Qualität war in Wien noch selten der Grund für Erfolg. Also zweitens: das Marketing – modernes Corporate Design, fesches Packaging und eine hübsche Brotboutique. Sicher nicht unerheblich, reicht aber nicht.

Wäre drittens: Josef Weghaupts gutes Gespür für Bedürfnisse. Etwa nach dem „Besonderen“, nach „bio“, nach Nachhaltigkeit, nach leistbarem Luxus, nach Individualität einerseits und Gemeinschaft in der Gruppe der Individualisten andererseits, nach Coolness. Leistet Joseph Brot alles ein bisschen, muss man gratulieren.

Und auch nicht schlecht: Josef Weghaupt machte jetzt nicht einfach den nächsten Brotladen auf, in dem sich die Leute anstellen, sondern was ganz anderes: ein Brot-Bistro, Brot auf mehreren Erlebnisebenen.

Auf alle Details dieses während der vergangenen zwei Jahre gereiften Konzeptes einzugehen würde sich hier nicht ausgehen, man kann es aber weitestgehend damit zusammenfassen: Es kommt alles irgendwie aus der Region. Auch die Steintische und auch der hellgraue Terrazzo, der den (schon ein bisschen an eine Volksbank-Cafeteria erinnernde) Geschäft-Lokal-Dualismus ziemlich prägt.

Auch ganz nach Konzept das Essen: Thema ist Brot, das heißt, es wird auf Brotscheiben serviert, es gibt lustig belegtes Brot dazu, es wird aus Brot hergestellt, mit Brotsauce kombiniert oder zumindest mit Brotgewürz gewürzt. Keine einzige Zutat ist anonym, alles hat Herkunft und Identität, allen Produzenten versuchte Weghaupt seine speziellen Vorstellungen klarzumachen. Etwa beim Bier, das eine exklusive, „brotige“ Note haben sollte – weil ein Brauer das nicht verstand, kam halt der nächste zum Zug.

Nachdem vor zwei Wochen diverse Qualitätszeitungen einen erwartbaren Hype ausgelöst haben, wurde die Karte jedenfalls ein wenig vereinfacht und verkleinert, auch die Gerichte eine Spur schlichter angelegt, wie’s scheint. Egal, die belegten Brote von der Standardkarte sind grandios, das mit Beef tatar und Eidotter ist himmlisch (€ 8,50), das mit eingelegten (?) Zwetschken, Wirsing und extrem rauchigem Speck auch sehr gut (€ 5,50).

Man muss halt damit leben, dass es Fleischgerichte immer nur kurz gibt, weil man hier das ganze Tier verarbeitet. Die im Ofen geschmorte Rippe mit Brotsauce vorige Woche war super, da kam das Roastbeef auf Brot mit Selleriepüree nicht so ganz heran (€ 17,20). Egal, die Törtchen und Küchlein gibt’s immer. Arg gut.

Aktuelle Eilmeldung:

Weil eine Genehmigung nicht abgewartet wurde, muss das Lokal für
ein bis zwei Wochen geschlossen werden.



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