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Isländisches Lokal mit skandinavischem Flair. Nordische und internationale, täglich wechselnde Hausmannskost, isländische Spezialitäten wie getrockneter Schellfisch, Kabeljau-Paté oder Stockfisch (bis € 12,90). Isländisches und österreischisches Craftbeer (Brew Age), Kaffee (Coffee Pirates). Kinderspeisen, -sessel, Wickeltisch, Spielzeug. WLAN. Spiele. Schanigarten für ca. 18 Pers. Rollstuhlrampe.

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Adresse:
Adresse:
Spitalgasse 3
1090 Wien
Telefon:
Telefon:
01/402 43 65
E-Mail:
E-Mail:
eat@home-cafe.at
Website:
Website:
www.home-cafe.at
https://www.facebook.com/icelandichome/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11–24, warme Küche bis 22
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars, Cafés, Espressos, Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen mit Kindern, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, Schanigarten, Spiele, WLAN

Björk!

Das eisig-grün-nordisch-heiße Island ist nun mit einem Café in Wien vertreten
FLORIAN HOLZER | 28.2.2017

Wenn man Anfang des heurigen Februars krank und vor den Fernseher gezwungen war, konnte man Zeuge eines seltsamen Schauspiels werden: Auf nahezu allen Doku-Stationen liefen Sendungen über Island und dessen eigenwillige Esskultur. Man sah, wie Schulkinder mit Wäscheleinen kiloweise Katfische aus dem Meer angelten, wie alte Männer Schellfisch trockneten und dann darauf herumkauten, man sah, wie Knaben in die Fischfabrik gehen, um Kabeljauen die Zungen rauszuschneiden, und wie in den westlichen Fjorden Islands ein anderer alter Mann das stinkende Fleisch des giftigen Grönlandhais fermentieren und dann trocknen lässt, um „Hákarl“ zu bekommen, das man eher nur in kleinen Dosen und mit Schnaps genießen sollte. Tolles Land!

Genau von diesen westlichen Fjorden kommt auch die Lehrerin Harpa Hilty Henrysdóttir, und nachdem sie dort drei Jahre mit ihren Kindern und ihrer aus Liechtenstein stammenden Frau Steff Hilty Henrysdóttir lebte, dachten sie, dass das jetzt vorerst genug Island gewesen sei und man auch einmal woanders leben sollte.

Sie lasen, dass Wien eine schöne, sichere, kinderfreundliche Stadt mit hoher Lebensqualität sei, und beschlossen, hier irgendwas gemeinsam zu machen. Ein isländisches Alternativ-Reisebüro zum Beispiel, oder ein Lokal. Und nachdem Reisebüro in Österreich kein freies Gewerbe und alles entsprechend kompliziert ist, wurde es eben das Lokal.

Sie übernahmen das vorher schon schöne Lane & Merriman’s beim alten AKH, befreiten es ein bisschen vom viktorianischen Kitsch, beließen die einzigartige WG-Wohnzimmer-Atmosphäre, verpassten ihm ein wenig skandinavische Schlichtheit, stellten eine der besten Espressomaschinen Wiens auf die Theke und füllten einen alten Kasten mit selbstgestrickten Hauben, die man für 20 Euro erwerben kann (ich hab eine gekauft, sie sind irrsinnig warm).

Und sie kochen. Eher mittags als abends, aber definitiv keine frustrierende Pseudo-Scando-Küche mit Räucherlachs und Dosenshrimps, sondern das arge Zeug, das gute Zeug. Genau den getrockneten Schellfisch mit hausgemachter Salzbutter zum Beispiel, „Hardfiskur“, sieht wie morsches Holz aus, wird im Mund dann zu Fisch, passt großartig zum isländischen Einstök-Craftbeer (€ 5,90).

Oder Kabeljau-Paté auf Toastbrot, buttrig, mild, nordisch (€ 4,80). Eine Art Chili con Carne gab’s auch, weniger isländisch, aber sehr gut (€ 5,80), eine großartige Selleriecremesuppe mit süßem Apfelsirup (€ 5,50) und dann vor allem den „nachgesalzenen“ Kabeljau, eine Art Stockfisch light, nur drei Tage gewässert, aber mit dem typischen Aroma, mit karamellisierten Zwiebeln und süßem Traubenchutney, fantastisch (€ 12,90).

Hákarl ist noch nicht verfügbar, die Post verweigerte den Versand des würzigen Fisches. Die beiden Frauen arbeiten an einer alternativen Logistik.

Resümee:

Endlich ein wirklich isländisches Lokal – gemütlich, mit skandinavischen Spezialitäten und einem bärtigen Kellner namens Sigurður.


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