Vegetarisch, vegan Lokalkritik

deli bluem

Foto: deli bluem

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Foto: deli bluem


Ausschließlich pflanzliche Gerichte; Frühstück (€ 5,– bis € 14,–), die Hauptspeisen sind glutenfrei und können frei kombiniert werden (klein € 7,40/groß € 9,90), Suppen und Desserts (€ 1,50 bis € 4,–); alle Speisen auch zum Mitnehmen (in Mehrweggläsern). Räumlichkeiten und individualisierte Angebote für geschlossene Gesellschaften; Veranstaltungen; Kochkurse. Verni- und Finissagen. Bio-Säfte und Limonaden, Shakes, Smoothies, Tees. Kindersessel, eigener Kinderraum, Wickeltisch. Schanigarten für 24 Pers. WLAN. MA-Gutscheine. 100% bio-zertifiziert.

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Adresse:
Adresse:
Hamerlingplatz 2
1080 Wien
Telefon:
Telefon:
01/890 04 49
E-Mail:
E-Mail:
contact@delibluem.com
Website:
Website:
www.delibluem.com
www.facebook.com/delibluem
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 9–15.30, Sa, So 9–18, Fei 10–15, durchgehende Küche
derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Küche:
Küche:
Vegetarisch, vegan
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Essen am Sonntag, Essen mit Kindern, Fair-Trade-Produkte, Frühstück, Gastgarten, Kochkurse, Nichtraucherlokal, Veggie Spring Weeks, WLAN

Tu ma lieber die Möhrchen

Ein neues veganes Lokal im Achten. Unverkrampft und geschmackvoll. Endlich!
FLORIAN HOLZER | 24.3.2014

Gerade kommt die Meldung rein, dass Wiens erstes vegetarisches Gourmetlokal Tian vom wichtigsten Restaurantguide der Welt, dem Michelin, einen Stern bekommen hat. (Es gibt maximal drei Sterne, die in Österreich aber noch nie vergeben wurden; das Steirereck hat zwei.) Das ist ein bisschen eine Sensation. Schließlich sah die vegetarische Szene Wiens bis vor kurzem definitiv trostlos aus, Geschmack zählte wenig, die Mission viel.

Die Veganer befinden sich derzeit in einer ähnlichen Situation wie damals die Vegetarier, das heißt, nicht ganz. Immerhin hypen diverse Frauenmagazine den Veganismus zum Megatrend, weshalb da jetzt sowohl die hippen Mode-Veganer als auch die traditionell-religiösen Dogmatiker existieren, wirklich gutes Essen beiden bisher aber ein Anliegen untergeordneter Priorität war.

Was auch für Andrea Vaz-König ein Problem darstellte. „Ich wurde mit der Zeit in der Auswahl dessen, was ich esse, immer kritischer und versuchte es einmal einen Monat lang vegan“, sagt sie. Das habe ihr Leben halt nicht gerade vereinfacht, eine attraktive, vielfältige Vegan-Szene gibt es in Wien schließlich nicht. Und als sie sich dann in ein leer stehendes Geschäftslokal am Hamerlingplatz verliebte und aus alten Dokumenten ersehen konnte, dass da früher immer ein Café drin war, stand der Beschluss fest, vom Bankwesen in die Gastronomie zu wechseln.

Ihr Deli Bluem sieht zwar aus wie das typische Konzept einer Quereinsteigerin, die schon ein paar Mal in London und New York war, aber da steckt definitiv etwas dahinter. Etwa, dass von einem Kollektiv gekocht wird und die Zutaten nicht eingeflogenes, in Taiwan industriell hergestelltes Sojafleisch sind, sondern zumindest aus Europa stammen. Und dass das Essen definitiv unfad ist und auch noch hübsch ausschaut. Und dass man es sich von der Theke holt und sich auf einen kleinen (€ 6,50) oder großen (€ 10,50) Teller schaufeln lässt. Fenchel-Orangen-Salat, zum Beispiel, sehr gut. Oder gegrillte Melanzanischeiben mit Sojajoghurt, Granatapfel- und Pinienkernen, auch toll.

Die Linsen mit Apfel und Radicchio waren mir zu wenig intensiv, die gegrillten Brokkoli mit Chili und Knoblauch hätten auch noch etwas Kick vertragen, waren aber gut. Sensationell eine extrem konzentrierte, vielschichtige Gemüsekraftsuppe, die man auch mit Frittaten oder japanischen Suppeneinlagen bekommen kann (€ 3,50), sehr gut auch ein mit Spinat, Koriandergrün, Kichererbsencreme und Gewürzen gefüllter Teigfladen, der trockener aussieht, als er tatsächlich ist (€ 4,–).

Das ist alles sehr gut, die Atmosphäre wunderbar, die Menschen enthusiastisch, die Preise okay. Die Karte nur sechs Mal im Jahr zu wechseln halte ich allerdings für zu wenig, das Deli Bluem hat durchaus das Potenzial, dass man mehrmals pro Woche hingeht, und da wird’s schnell fad.

Resümee:

Ein veganes Lokal, das sich den belehrenden Veganismus nicht auf die Fahnen schreibt und stattdessen einfach gutes Essen kocht.

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