Bars Lokalkritik

MAST Weinbistro

© Rafaela Pröll


Weinbistro von Matthias Pitra und Steve Breitzke mit Schwerpunkt auf Natural Wines ohne elitäre Attitüde; regionale Bistro-Küche (Küchenchef ist Martin Schmid) z.B.: Paradeiser-Physalis-Salat € 5,–, Saiblingstatar mit Kohlrabi und Salzzitrone € 5,–, Ceviche vom Zander mit Avocado und eingelegten roten Zwiebeln € 11,–, Pulled Pork € 12,– u.v.m.) grandiose und interessante Weine, fantastische Küche. WLAN. Weinverkostungen. Gastgarten für 25 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Porzellangasse 53
1090 Wien
Telefon:
Telefon:
01/922 66 79
E-Mail:
E-Mail:
contact@mast.wine
Website:
Website:
www.mast.wine
https://www.facebook.com/MASTvienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mi–Fr 12–24, Sa, So 18–24, Fei 16–24, Küche: Mi–Fr 12–14, 18–22; Sa, So 18–22
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Essen am Sonntag, Fair-Trade-Produkte, Gastgarten, Nichtraucherlokal, WLAN

Bitte immer so

Das kleine Wein-Bistro Mast im Neunten zeigt, wie Gastronomie gehen könnte
FLORIAN HOLZER | 18.7.2017

Was ist zu erwarten, wenn zwei ehemalige Top-Sommeliers – der eine aus Österreichs einzigem vegetarischen Dreihauben-Restaurant, der andere Gault-Millau-Sommelier des Jahres – gemeinsam ein Lokal aufmachen? Und sich dann auch noch einen jungen Mann in die Küche holen, der bisher als Küchenchef bei Andreas Döllerer ebenfalls für satte drei Hauben und eine der kreativsten Küchen des Alpenraums sorgte.

Gefühlsmäßig irgendwas mit Reservierung nur mit Angabe der Kreditkarten-Nummer, 150-Euro-Menüs, italienischen Designerlampen, französischem Silberbesteck und russischen Gästen.

Das Mast ist so ziemlich exakt das Gegenteil davon – klein, mit Schanigarten an der Porzellangasse, auf den Scheiben kleben noch die „Austria Tabak“-Symbole aus den 80er-Jahren, weil da einst ein Mitarbeiter-Buffet der Tabakregie drin war. Das Mobiliar ist skandinavisch schlicht, besteht aus massivem Holz, und Matthias Pitra und Steve Breitzke tragen Jeans und T-Shirt nicht, weil sie den gerade eingegangenen Bose-Lautsprecher reparieren müssen, sondern weil sie hier immer so angezogen sind.

Pure Niederschwelligkeit, keinerlei elitäre Attitüde: Die beiden haben die derzeit interessantesten Weine der Welt im Repertoire, und wenn man ein Glas davon verkosten und ihnen zuhören will, was sie einem darüber erzählen, darf man auch in kurzer Hose und in Sandalen kommen, weil das nämlich völlig wurscht ist.

Und wenn man gern was zu essen hätte, muss man kein siebengängiges Überraschungsmenü nehmen, sondern kann auch nur eine Speckjause oder ein Stück grandioses Öfferl-Brot mit Vorarlberger Rohmilchbutter um vier Euro knabbern, no Problem. Gibt es Publikum für derlei Understatement? „Ich kenne viele Top-Restaurants in Wien, wo du am Mittwoch oder Donnerstag spontan locker einen Platz bekommst. Wir sind an diesen Tagen ausreserviert“, macht Steve Breitzke klar.

Vielleicht, weil die Zeit des kostspieligen Trara und affektierten Tütü in der Gastronomie bald vorbei sein wird. Vielleicht aber auch, weil Martin Schmid hier so wahnsinnig gut kocht. Und zwar Sachen wie einen unglaublichen Paradeiser-Physalis-Salat (€ 5,–), Saiblingstatar mit Kohlrabi und Salzzitrone (€ 5,–), Ceviche vom Zander mit Avocado und eingelegten roten Zwiebeln (€ 11,–), wirklich gutes Pulled Pork (€ 12,–) oder dieser fast schon unrealistische, in Miso geschmorte Lauch mit Erdnüssen (€ 10,–).

Und weil der Drei-Hauben-Mann – ob man’s glaubt oder nicht – auch saure Wurst macht, mit hauchdünn geschnittenen Zwiebeln, edlem Essig und pochiertem Ei die wahrscheinlich beste saure Wurst der Stadt (€ 8,50). Und drei kleine, köstliche, mit Kalbfleisch gefüllte Paprika mit knusprigem Erdäpfelpüree (€ 14,–), Oida! Wieso anders, wenn’s auch so geht?

Resümee:

Ein kleines Wein-Bistro ohne jegliche Schwelle, dafür aber mit grandiosen Weinen und fantastischer Küche – ein Paradebeispiel.


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