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Heunisch & Erben

© Heunisch & Erben

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© Heribert Corn


Neue, coole Weinbar mit gehobener Küche von Robert Brandhofer und Markus Gould. Küchenchef ist der legendäre Peter Zinter, kleine, feine Karte (HS € 16,50 bis € 26,–). Über 90 offene Weine (€ 3,40 bis € 16,40/Achtel). WLAN. Schanigarten für 40 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Landstraßer Hauptstraße 17
1030 Wien
Telefon:
Telefon:
01/286 85 63
E-Mail:
E-Mail:
erben@heunisch.at
Website:
Website:
www.heunisch.at
https://www.facebook.com/heunischwien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa 11.30–1 (Fei geschlossen), Heilig Abend 18–1 geöffnet (nur Barbetrieb)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Nichtraucherlokal, Über Weihnachten geöffnet

Schöner trinken

Wenn sich Koch und Wein-Mensch zusammentun, muss das nicht schlecht sein
FLORIAN HOLZER | 18.4.2017

Der Peter Zinter ist ein ungewöhnlicher Koch. 2011 tauchte er plötzlich als Küchenchef im Restaurant Vincent auf, da kannte den jungen Mann aus Biedermannsdorf zwar kein Mensch, allerdings kochte er dort so toll, dass er auf einen Sitz drei Hauben bei Gault-Millau abräumte. Die nächste Station war das Motto am Fluss, dann machte er den Küchendirektor in der Charlie-P’s-Gruppe: Er überarbeitete die Küchenlinie des Restaurants Dining Room, startete das BBQ- und Craft-Beer-Eldorado Brickmakers und konzipierte das Slow Tacos sowie die aktuelle Version des Burger-Open-Air It’s All About the Meat, Baby am Donaukanal. Daneben ist er übrigens Vater dreier Söhne und züchtet Hühner und Wachteln.

Auch Robert Brandhofer ist alles andere als der typische Vinothekar. Vor elf Jahren war er eigentlich noch Kaffeevertreter und sammelte leidenschaftlich Wein, übernahm dann ein wirklich nicht besonders hübsches Café in der Margaretenstraße, wo er seine allesamt ziemlich tollen Weine um einen ziemlichen Kampfpreis veräußerte, mit der einzigen Bedingung, dass er selbst ein kleines Schlückchen von jeder Flasche bekommt. Eine fantastische Vinothek folgte bald und am Donaukanal eröffnete er vor zwei Jahren erstmals eine sehr entspannte Weinbar – und lernte den Peter Zinter kennen.

Ende vergangenes Jahr fiel der Entschluss der beiden, miteinander das etwas andere Weinlokal machen zu wollen. Sie übernahmen das ehemalige Sapori, eine nie besonders tiefschürfende italienischen Feinkosthandlung mit Osteria, bauten dort eine riesige Weinbar rein, ein kleines Bistro und zwei Weinkisten-Installationen. Und sie begingen den einzigen Fehler an der ganzen Sache: Sie nannten das Lokal nicht „Ohrfandl“, so wie das legendäre Weinhaus im ersten Stock über ihrem Lokal, über eine Treppe erreichbar, mit riesigen Fassböden geschmückt und vor fünf Jahren leider für immer verblichen, sondern „Heunisch & Erben“, nach der osteuropäischen Ur-Rebsorte, mit der fast alle unsere heutigen Rebsorten verwandt sind, na gut.

Zinter kocht hier ein paar kleine, wirklich außergewöhnliche Gerichte, Robert Brandhofer und Markus Gould tun einem Weine dazu ins Glas, die man mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nie getrunken hat. Birnen-Chutney mit Gorgonzola und gepufftem Wildreis etwa, ein kleines Karussell aus salzig, süß, sauer, bitter, weich und knusprig mit einem Muskat Ottonel von Lichtenberger-González aus dem Burgenland, perfekte Kombination (€ 4,50), oder ein Stunden-Ei des italienischen Ei-Gurus Paolo Parisi (füttert seine Hühner mit Ziegentopfen) mit Karfiol, Butterbröseln und Belper-Knolle-Reibekäse – Oida! – zu einem 17 Jahre alten Weißburgunder vom Jörg Brez (€ 12,50). Lauter so Sachen, lauter so Weine. Nahrung schon auch sehr für den Kopf.

Resümee:

Ein Weinlokal, in dem es jetzt nicht vordergründig darum geht, betrunken zu werden. Sondern außergewöhnliche Weine mit außergewöhnlichen Kleingerichten zu probieren.


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