Restaurant/Gaststätte Bars Empfohlen Lokalkritik

The Birdyard Bar & Eatery

© Heribert Corn

© Atelier Olschinsky

© Atelier Olschinsky


Gehobenes Lokal von den Inhabern von Mama Liu & Sons. Internationale und französische Küche ohne fixe Richtlinie. Cocktailbar integriert.

Anzeige

Adresse:
Adresse:
Lange Gasse 74
1080 Wien
Telefon:
Telefon:
01/402 46 24
Website:
Website:
www.thebirdyard.at
https://www.facebook.com/thebirdyard/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–So 11.30–22 (Restaurant), Bar: 18–2
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars, Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Nichtraucherlokal

Oben hui, unten wui

Eine spektakuläre Kellerbar mit einem Erdgeschoß, das es ebenfalls in sich hat
FLORIAN HOLZER | 19.9.2017

Die folgende Lokalkritik hat einen Nachteil: Sie beraubt sich des Überraschungseffektes, den einen ereilt, wenn man das erste Mal hierherkommt. Also entweder, Sie lesen weiter, gehen dann in das Lokal und verzichten auf die Verblüffung; oder Sie gehen hin, ohne den Artikel gelesen zu haben, und sind dann genauso baff wie ich. Hingehen müssen Sie aber sowieso.

Zur Erwartungshaltung: Das vorige Woche eröffnete Lokal „The Birdyard Eatery and Bar“ ist das zweite Lokal der Macher von Mama Liu & Sons, einem ehemaligen Chinarestaurant in der Gumpendorfer Straße, das zwar ziemlich hässlich war, in dem man aber fantastische, arge Vorspeisen bekam und sich bei Tisch mit wackeligen Gasbrennern extragutes Hot-Pot-Fondue kochen konnte. 2014 bekam das Lokal einen völlig neuen Style, seinen heutigen Namen und eine um die argen Sachen reduzierte Karte. Der Erfolg war enorm, Fans des alten Liu bedauern diese Veränderung aber bis heute.

Und jetzt eben das zweite Lokal, von dem zu erwarten gewesen wäre, dass es genauso tickt, also eine eh gute chinesische Mainstream-Küche im hübschen Anzug und mit Bar. Kam aber anders: In den Keller, in dem sich zuletzt das schrullige Serenade Cabaret befand, wurde einerseits eine Bar gebastelt, die wirklich eindrucksvoll mit Raumgefühl operiert: schwarze Decke, schwarze Sitznischen, dazwischen vom rumänischen Streetart-Künstler Saddo mit Vögeln Blättern und Beeren bunt bemalte Wände, sehr 60er, sehr LSD. Von den unzähligen Bars, die in den vergangenen zwei Jahren aufmachten, eine derer, die bleiben kann.

Und dann das Erdgeschoß. Das ist optisch sehr viel unspektakulärer, also konkret wirkt es ein bisschen so, als hätten die Architekten im Keller alles Pulver verschossen, aber es reichte immerhin für eine offene Küche. Und weil in der die beiden jungen Männer Max Hauf und Henry Diagne kochen – beide aus Nürnberg, dazwischen an diversen Top-Adressen in London, München, zuletzt bei Konstantin Filippou in Wien –, ist der Style halt völlig wurscht.

Bist du fertig, kochen die toll! 14 Gerichte zwischen 5,20 und 8,90 Euro, deren Beschreibung in der Karte noch alles offenlässt. Aber dann kommt etwa eine Burrata auf schwarzer Olivencreme mit Bittersalaten (€ 6,20), wow, oder ein geschmortes, in Nussbutter geschwenktes Kalbsbries mit Karfiolpüree und Kapernblättern (€ 8,90) oder ein Stück butterweich gebratener Schweinebauch mit selbstgemachtem Kimchi (€ 6,90), das mit dem Sud fermentierter Krabben auffrisiert wurde – ja, hallo! Und am ärgsten überhaupt der Oktopus-Arm in geräuchertem Paprikapulver auf einer Creme aus schwarzen Bohnen und Kakao – schon lange nicht mehr so was Schönes gegessen, das auch so gut schmeckte (€ 7,50). Alle zwei Wochen ändert sich die Karte, vorher muss ich noch mindestens einmal hin.

Resümee:

Eine spektakulär schöne Keller-Cocktailbar. Die in ihrem Erdgeschoß ein weniger schönes, aber irrsinnig gutes Restaurant ist.


Anzeige

Diese Lokale könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige