Cafés, Espressos Empfohlen Lokalkritik

Aggys

Foto: Heribert Corn


Café im Wienmuseum; Kaffee von Michael Prem (Wien) oder Rubens Gardelli. Torten, die wahrscheinlich besten Sandwiches Wiens (€ 5,70 bis € 8,40) und der definitiv beste Caesar Salad (€ 8,70) Wiens; hausgemachte Limonaden.

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Adresse:
Adresse:
Karlsplatz 8 (im Wien Museum)
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/424 74 21
E-Mail:
E-Mail:
hello@aggys.at
Website:
Website:
www.aggys.at
www.facebook.com/aggyscoffeeshop/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–So 10–18 jetzt geöffnet (schließt um 18:00 Uhr)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Cafés, Espressos
Sonstiges:
Sonstiges:
Nichtraucherlokal

Kaffee Museum

Das schlichteste Museumscafé in Wien. Und zugleich das beste

FLORIAN HOLZER | 6.3.2018

Das Wien Museum ist aus mehreren Gründen das lässigste Museum der Welt. Erstens weil es Ende der 50er-Jahre von Oswald Haerdtl gebaut wurde; zweitens weil Direktor Matti Bunzl die Idee der TV-Serie „Hat’s g’schmeckt“ aus Chicago mitbrachte, die 2016 von W24 im Wien Museum gedreht wurde und bei der ich als Moderator dilettieren durfte; drittens weil hier 2007 mit der fantastischen Ausstellung „Im Wirtshaus“ die beste historische Auseinandersetzung mit der Wiener Esskultur bisher stattfand; und viertens weil das Wien Museum vergangenes Jahr unter dem Titel „Es lebe der Widerspruch“ eine Ausstellung der besten Fotos aus 40 Jahren Falter brachte.

Und jetzt kam auch noch ein neues, kleines, fantastisches Museumscafé dazu, das von Alexander Afrough vor ein paar Wochen zuerst als Pop-up geführt und dann zum Fixum wurde.

Nach Wien kam der Münchner eigentlich, um BWL zu studieren, er jobbte bei Do & Co, ging dann zu Neni am Naschmarkt, war im Motto am Fluss Barkeeper, „aber der ganze Alkohol und die Nachtarbeit zipften mich an“. Also beschloss er, Koch zu werden, bewarb sich beim damaligen Küchenchef des Mercado, in dem gerade eine fantastische kontemporäre lateinamerikanische Gourmetküche umgesetzt wurde, und war nach ein paar Tagen Souschef. Täglich 15 Stunden Arbeit in Hitze und Fett ohne Kontakt zum Kunden waren’s dann aber auch nicht so, also machte er schließlich eine kleine Kaffeebar in der Ungargasse, erlernte blitzschnell die Philosophie des „3rd Wave“-Kaffees (direkt gehandelt, meistens bio, sorgfältig verarbeitet, schonend geröstet, mit großem Trara zubereitet, quasi der Wein unter den Kaffees) und kam so schließlich ins Wien Museum.

Hier hat er nun eine kleine La-Marzocco-Maschine und zwei Highend-Mühlen, mit denen er Kaffeebohnen des jungen Wiener Rösters Michael Prem zu unglaublich komplexem, nussig-fruchtigem Espresso verwandelt oder Kaffee von Rubens Gardelli (absoluter Kultröster und 3rd-Wave-Guru) in der Filterkanne in blumig-komplexe Meditationsgetränke verzaubert. Toll.

Und dann sind da noch die Torten von Alexarts, die sind arg gut, Limonaden werden selbst gemacht, das Bier stammt von den beiden herzerwärmend guten Brauereien 100 Blumen und Neufeldner. Und schließlich: Alexander Afrough macht auch Sandwiches – mit Brot, dessen Teig der Waldviertler Slow Baker Erich Kasses 72 Stunden bei klassischer Musik reifen lässt, das dann mit Ei, gebratenem Speck, Salat, Avocado, Tomaten, Putenbrust und einer selbstgemachten Senfmayo oder einem ebenfalls selbstgemachten Chipotle-Aioli gefüllt und getoastet wird. Ist nicht so schwer, sollte man glauben, aber das ist definitiv eines der wenigen wahrhaftigen Sandwiches dieser Stadt (€ 5,40–7,20). Demnächst wolle er sich den Caesar’s Salad auch noch vornehmen, sagt Aggy.

Resümee:

Wenn man weiß, wie’s geht, braucht es eigentlich nur eine einfache Theke, um das beste Museumscafé der Stadt zu machen.

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