Bars Empfohlen Lokalkritik

Miranda

Foto: Atelier Olschinsky

Foto: Atelier Olschinsky

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Cocktailbar aus der Finkh-Lokalgruppe. Erfrischend saurer, zartbitterer Bailey (€ 9,50), Damascus Sour mit selbst angesetzten Kardamom-Honig-Sirup; Sammlung und Pflege von Spirits der Kategorie Rum, Mezcal und Rye. Extrem einladend, heiter und unprätentiös, lange Marmorbudel, ein bisschen Pastellfarbe; fantastischer Schanigarten für 36 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Esterhazygasse 12
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
01/952 87 94
E-Mail:
E-Mail:
info@mirandabar.com
Website:
Website:
www.mirandabar.com
www.facebook.com/mirandavienna
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Do 18–2, Fr, Sa 18–3, Sommerzeit: 1. Mai bis 31. September Mo–Do 17–1, Fr, Sa 17–3 Winterzeit: Mo–Do 18–1, Fr, Sa 18–3
jetzt geöffnet (bis 2:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Gastgarten, Nichtraucherlokal, WLAN

Mehr Platz für Cocktails

Die Dogs-Bar hat eine kleine Schwester bekommen. Mit großem Sortiment

FLORIAN HOLZER | 28.7.2015

Das Büro wurde zu klein. Erstens, weil Tentwo kein ganz so kleines Architektenbüro mehr ist, und zweitens, weil die Architekten ein bisschen mit den Wirten vom Finkh fusionierten, dessen Nachbarn sie waren und das sie vor sieben Jahren auch gestalteten. Das erste gemeinsame Projekt von Gregorio Santamaria und Chieh-shu Tzou mit Fridolin Fink war dann die Großraumbar If Dogs Run Free, dann kam vorigen Oktober das Elektro Gönner dazu, und jetzt machten sie noch eines auf – im ehemaligen Büro.

Einerseits fühlten sie sich in der Esterházygasse extrem wohl, sagt Santamaria, kennten alle Leute, seien „hier zu Hause“. Andererseits habe sich herausgestellt, dass das Dogs den Ansprüchen des passionierten Cocktailforschers nie wirklich gerecht werden konnte, zu groß sei das Lokal, zu schnell die Order, zu klein die Theke. Weshalb sie jetzt eben einen Ort für hochwertigen Cocktailgenuss schaffen wollten, aber eben ganz ohne American-Bar-Klischees und düstere Geheimwissenschaft.

Und das ist ihnen wohl auch gelungen. Extrem einladend, heiter und unprätentiös, die einstige Tischlerei bekam eine lange Marmorbudel, ein bisschen Pastellfarbe und einen fantastischen Schanigarten; und hinter der Theke steht mit Matty Vinnitski ein Mann, der sich wirklich sehr gut in der Zubereitung gemischter alkoholischer Getränke auskennt und sehr viele Ideen hat, wie man bisher schon Gutes noch ein bisschen weiterentwickeln kann.

Vor drei Jahren kam er aus Belgien, da sei die Mixologie noch gar nicht so sein Faible gewesen, ließ sich dann aber von Gregorio Santamarias Cocktailenthusiasmus anstecken, arbeitete ein halbes Jahr lang in der Halbestadt und ist jetzt ein Entflammter. Wenn er einen „Bailey“ mixt (der nicht das Geringste mit dem Schokolikör zu tun hat, sondern eine Mixtur aus Grapefruit- und Limettensaft, Minze, Sirup und Gin ist), lässt man jeden Mojito gerne stehen, erfrischend sauer, zartbitter, aromatisch, super (€ 9,50). Oder ein Getränk namens Damascus Sour, für das er achtjährigen Bacardi mit selbst angesetztem Kardamom-Honig-Sirup, Pfeffer, Limette und Gurke mischt, bist du deppert, ist das gut, viel witziger als all diese aufdringlichen Gurkenkreationen, denen man in den vergangenen Jahren kaum entfliehen konnte (€ 9,50). Oder ein Margarita de Monje, in den Chartreuse und grüner Koriander Eingang finden, ebenso wie ein paar Tröpfchen von diversen mexikanischen Aromaessenzen, die ein befreundetes Ehepaar in Mexiko herstellt – fantastisch (€ 11,–).

Erwähnt sei außerdem noch, dass man sich hier der Pflege und Sammlung von Spirits der Kategorie Rum, Mezcal und – hurra! – Rye widmet, der in den vergangenen Jahren seit der Änderung der amerikanischen Quasiprohibition wieder auf Teufel komm raus gebrannt wird und gerade sehr hot ist. Eine gute, lustige Bar, endlich!

Resümee:

Cocktail ist fad? Nö, hier gar nicht, hier sind sie bunt, kreativ, heiter, nicht unnötig süß. Ungefähr so wie die ganze Bar.

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