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Die besten interkulturellen Küchen in Wien

Redaktion: Wien, wie es isst
Zuletzt aktualisiert am 15.11.2022

Ja eh, jedes Lokal ist in gewisser Weise „interkulturell“. Weil ja jede Küche irgendwann beeinflusst wurde. Aber manche Lokale zeichnen sich bezüglich ihrer interkulturellen Ausrichtung besonders aus beziehungsweise pflegen ihre Interkulturalität besonders. Zum Beispiel diese:

Im Frühling 2016 wurde das erste Habibi & Hawara als Reaktion auf die große Zahl der Vertriebenen aus Syrien gegründet, seither wurden hier vor allem syrische und afghanische Männer und Frauen mit Kocherfahrung eingestellt beziehungsweise von österreichischen Köchinnen und Köchen ausgebildet. Die Karte ist orientalisch-wienerisch. Die Filiale im 2. Bezirk (eine von mittlerweile fünf) ist besonders interessant, weil sie die erste war, deren Leiterin sich aus dem Personal-Pool rekrutierte:

Bruno-Marek-Allee 23, 1020 Wien
täglich 11–24
warme Küche bis 22; Weihnachten bis inkl. 1. Jännerwoche geschlossen
https://habibi.at
Orientalisch-österreichisches Lokal, das von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund gemeinsam mit österreichischen Kolleg*innen betrieben wird. Österreichisch-orientalische Fusionsküche; Mittagsbuffet 11–14.30 (€ 14,90 Buffetpauschale), abends 17–22 Family-Dinner-Set-Menü bestehend aus fixem, saisonal abhängigem, mehrgängigem Menü (€ 24,90, Kinder bis 10 Jahre essen gratis, Kinder bis 14 Jahre zahlen die Hälfte); kindergerechte Speisen, Kindersessel. Alle Speisen auch zum Mitnehmen in Mehrweggefäßen (mit Pfand). Lokal für ca. 60, Schanigarten für 28 und Gastgarten für 18 Pers.

Foto: Habibi & Hawara

Ein besonders sympathisches und persönliches Beispiel von kulinarischer Interkulturalität ist das Steindl: Vor 20 Jahren begann Frau Beatrice aus Ghana hier zu kochen, weshalb es nicht nur Wiener Küche gibt, sondern auch den Kochbananen-Eintopf Jollof und manchmal afrikanische Hühnerbrust oder Wakhee:

Stumpergasse 59, 1060 Wien
Di–Sa 14–24 (Fei geschlossen) https://www.restaurant-steindl.at
Wiener und internationale (afrikanische!) Küche; Kinderportionen, -sessel. Hintergrundmusik, TV. Schanigarten für 45 Pers.

Foto: Heribert Corn

Am Badeschiff haben wir schon eine ganze Menge kulinarischer Konzepte erlebt, einige davon ganz großartig. Seit ein paar Jahren kocht hier der gemeinnützige Verein „Speisen ohne Grenzen“: Frauen aus Afghanistan, Somalia, Uganda und Syrien bereiten Gerichte aus ihrer Heimat zu. Authentisch, überraschend, großartig:

Donaukanallände, 1010 Wien
täglich 12–22 (Sommer)
warme Küche 12–14.30 und 18–22, am Nachmittag Snacks und Salate; im Winter Mo–Fr ab 16, Sa, So ab 11, Küche bis 21; Weihnachtsöffnungszeiten: 26. Dezember 16–21 (24./25. Dezember geschlossen)
https://www.speisen-ohne-grenzen.at
Traditionelle Speisen aus Afghanistan, Uganda, Somalia, Syrien und Tunesien, gekocht von Menschen, die ihre Heimat in den vergangenen Jahren verlassen mussten. Sa, So 11–14.30 Frühstück; Mi MM, das auch klimaschonend per Lastenrad im Mehrweggeschirr zugestellt werden (nähere Infos auf der Website). Gemeinnütziger Verein. Kinderportionen auf Anfrage, Kindersessel. Kochkurse (Termine und Infos siehe Website). Online-Reservierung erwünscht. Kartenzahlung ab € 10,– möglich.

Foto: www.severinwurnig.com

Mimi im Stadtelefant ist das perfekte Beispiel für eine moderne, urbane Gastronomie für moderne, urbane Menschen. Küche ohne Berührungsängste, erlaubt ist, was interessant ist, eine Mischung aus allen Küchen dieser Welt, zusammengefasst auf einer winzigen Karte. Wienerisch, mediterran, orientalisch, osteuropäisch:

Bloch-Bauer-Promenade 23, 1100 Wien
Mo, Di, Fr 11.45–14, Mi, Do 11.45–14 und 17–24
Grätzellokal im Sonnwendviertel von Dorothee Bernhard und Marc Oberngruber. Täglich wechselnde VS, internationale Küche; Wein von der Weinhandlung Weinskandal (auch zu Ab-Hof-Preisen zu kaufen).

Foto: Christian Fischer

Im nun wieder geöffneten Kultlokal Café Nil gibt es Gerichte aus Marokko, aus dem Libanon, aus Kleinasien und natürlich Ägypten gibt, eins klingt besser als das andere:

Siebensterngasse 39, 1070 Wien
Di–Sa 11–24, So 11–18 https://www.cafenil.at
Kultlokal, das es schon ewig gibt und das nach der Schließung 2021 im Herbst 2022 wieder eröffnet wurde. Orientalische, levantinische und marokkanische Küche, z.B. marokkanisches Ragout aus mit Safran marinierten Hühnerstücken mit Paprika, Zwiebel und Hummus (€ 16,90).

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Trost am Nil" von Florian Holzer vom 15.11.2022.

Foto: Heribert Corn

Alle Lokale in Wien finden Sie auch im Lokalführer "Wien, wie es isst" aus dem Falter Verlag, sowie online unter wien-wie-es-isst.at.

Alle Adressen auf einen Blick


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