Lokalführer Lokale nach Anlass Die 5 besten Lokale mit Herz

Die 5 besten Lokale mit Herz

Redaktion: Wien, wie es isst
Zuletzt aktualisiert am 11.11.2022

Beim Essen kommen die Leut zsamm. Warum also nicht auch in der Gastro das Gute mit dem Sozialen verbinden? Das kann man beispielsweise hier:

Seit Afzaal Deewan zusammen mit seiner Frau Natalie 2005 ihr cooles, urbanes Currylokal eröffneten, haben sich hier ganze Generationen an Studierenden an köstlichen pakistanischen Currys gütlich getan – und bezahlt, was sie eben geben konnten. Das Konzept ging auf:

Liechtensteinstraße 10, 1090 Wien
Mo–Sa 11–23 (Fei geschlossen)
über Weihnachten geschlossen; Sommerpause
https://www.deewan.at
Pakistanisches Restaurant, man zahlt für das Essen so viel man möchte (bei Getränken Fixpreise). Am Buffet 5 Currys zum Selbernehmen (jeweils 3 vegetarisch/vegan, 2 mit Fleisch), z.B. Linsen-, Hühner- oder Rindercurry, alle nur aus den besten Produkten und mit selbst gemischten und gemahlenen Gewürzen; Schwerpunkt vegetarische und vegane Speisen, kein Schweinefleisch, halal. Auch Take-away (zu Fixpreisen: kleine Box € 6,– bis € 8,–, große Box € 9,– bis € 11,–); Catering. Zeitschriften und Bücher. 2 Kindersessel; Keller für 40 Pers. (im gesamten Lokal Platz für ca. 75 Pers.), Schanigarten für 28 Pers. Keine Hunde.

Foto: Heribert Corn

Am wochentags frisch zubereiten Mittagstisch im neunerhaus Café können Büromenschen und Obdachlose nebeneinander genießen. Bezahlt wird mittels freiwilliger Spende, und wer beim Kochen mithelfen will, ist herzlich eingeladen:

Margaretenstraße 166, 1050 Wien
Mo–Fr 10–15 (Fei geschlossen) https://www.neunerhaus.at/cafe
Café/Bistro von neunerhaus; 11.30–14 Mittagstisch mit saisonaler, regionaler und hauptsächlich biologischer Küche; vegetarische/vegane Gerichte; man zahlt, was man möchte bzw. kann. Verkocht werden gesunde, hochwertige Lebensmittel, die z.T. vor dem Wegwerfen gerettet werden. Gastronomische Leitung: Anna Schwab. Div. Veranstaltungen, Fairteiler-Kühlschrank. Konsumzwangfreies Grätzlbeet – Gartenoase für 15 Pers. Behinderten-WC.

Foto: Christoph Liebentritt

Das Magdas-Konzept ist zwar längst über die Favoritner Kantine hinausgewachsen. Dort, in der Ankerbrotfabrik, wird aber natürlich weiterhin köstliche Weltküche zu extrem fairen Preisen zubereitet:

Absberggasse 27, 1100 Wien
Mo–Fr 11–15 (Fei geschlossen)
warme Küche 11.30–14.30
https://www.magdas-kantine.at
Kantine in der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik mit Selbstbedienung und Take-away; ein Projekt der Caritas, das Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen bietet. Regionale und saisonale Küche, internationale Gerichte; hausgemachte Mehlspeisen. Veranstaltungen für bis zu 150 Pers. möglich. Behinderten-WC.

Foto: magdas Kantine/Paul Kranzler

Das Sozialprojekt des Vereins Vinzirast war bei seiner Eröffnung 2013 eine große Pionierleistung: Obdachlose bezogen gemeinsam mit Studierenden ein Biedermeierhaus im Unigrätzel, um dort fortan an den sozialen Synergien zu wachsen. Und die Arbeitsstätte für die Bewohner*innen ist praktischerweise auch gleich im Haus: das Lokal im Erdgeschoß:

Währinger Straße 19, 1090 Wien
Mo–Fr 10–23, Sa 18–24 (Fei geschlossen)
Küche bis 23; im Juli Sa geschlossen, im August Sommerpause (aktuelle Öffnungszeiten s. Homepage)
https://www.vinzirast.at/projekte/vinzirast-lokal-mittendrin
Cafe, Bar und Restaurant. Orientalisch-österreichische, preiswerte Speisen; 2 MM ab 11.30, vegetarisch und mit Fleisch (auch zum Mitnehmen), vegetarische und vegane Gerichte à la carte, Desserts; offenes Bier von Trumer und Ottakringer, Kaffee von Hausbrandt. Kreativ gestalteter Gastraum; Kindersessel, Wickeltisch. Extraräume gegen Spende zu benützen (für max. 50 Pers.). Catering auf Anfrage. Garten im Innenhof. Behinderten-WC. Teil des Vinzirast Sozialprojekts, bei dem obdachlose Menschen zusammen mit Studierenden leben, arbeiten und lernen, das Lokal wird von Bewohner*innen und ehrenamtlichen Helfer*innen unter der Leitung des Küchenchefs Shahab Jahanbekloo geführt.

Foto: Heribert Corn

Begonnen hat die Vollpension mit einem Kaffee-und-Kuchen-Pop-up, bei dem alleinstehende, von Armut betroffene ältere Frauen arbeiten würden. Getan und aufgrund des großen lukullischen Erfolges nicht nur geblieben, sondern sich auch auf weitere Standorte ausgedehnt:

Schleifmühlgasse 16, 1040 Wien
Mo–Do, So, Fei 8–20, Fr, Sa 8–22 https://www.vollpension.wien
Selbstständiges Sozialgastronomieprojekt. 20 ältere Damen und Herren backen Kuchen und Torten nach alten Familienrezepten. Es gibt außerdem kleinere kalte und warme pikante Snacks; tägl. bis 14 liebevoll zubereitetes Frühstück wie bei Oma. Schanigarten für 110 Pers.

Foto: Vollpension

Alle Lokale in Wien finden Sie im Lokalführer "Wien, wie es isst" aus dem Falter Verlag, sowie online unter wien-wie-es-isst.at.

Alle Adressen auf einen Blick


12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!