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Die besten modernisierten Vorstadtgasthäuser

Redaktion: Wien, wie es isst
Zuletzt aktualisiert am 08.11.2022

Klar ist es für Gastronomen in den inneren Bezirken leichter. Aber viele schöne Gasthäuser befinden sich halt in der Vorstadt. Und wurden von neuen Betreibern modern und großartig positioniert:

Christian Werner übernahm 2008 das Gasthaus Pistauer-Pöplitsch und machte seither im Gasthaus Stern alles richtig: Dezent renoviert, spannende Speisekarte mit Nose-to-tail-Schwerpunkt, Fokus auf vergessene Gerichte:

Braunhubergasse 6, 1110 Wien
Mi–Sa 11–23, So 11–16
Mi–Sa Küche bis 22
https://www.gasthausstern.at
Uriges, schönes Vorstadtgasthaus in Simmering mit traditioneller Wiener Küche aus besten Zutaten, z.B. Rahmherz vom Bio-Kalb oder Eierschwammerlsauce mit Serviettenknödel; saisonale Wochenkarte; österreichische Weine; Kinderspeisen, -sessel, -malzeug. Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Ein Bild von einem Gasthaus: Eingang am Eck, Schankraum mit Stehtischerln, tadellose Lamperie, Holzbänke. Großer Saal für 70 Pers. (für Veranstaltungen zu mieten), Garten für 60 Pers.

Foto: Gasthaus Stern | Christian Werner

Ein ganz frühes Beispiel für eine Neu-Justierung ist die Hollerei: Mitte der 80er-Jahre ließ Christian Wrenkh ein altes Gasthaus subtil modernisieren und kochte vegetarisch. Das Konzept blieb seither gleich:

Hollergasse 9, 1150 Wien
Mo–Sa 11–23
Küche durchgehend bis 22
https://www.hollerei.at
Saisonale vegetarische und vegane Küche mit asiatischen und mediterranen Einflüssen; glutenfreie Speisen, österreichische Weine; Kindersessel. Catering bis 100 Pers. HOLLEREIGalerie – mit junger, zeitgenössischer Kunst (gleich gegenüber). Extrazimmer für 20, Gastgarten unter alten Bäumen.

Foto: Hollerei

Vor 13 Jahren wurde Familie Stafler von Stammgästen zu Betreibern des Weinhauses Wunsch. Sie renovierten und kochen hier seitdem unter neuem Namen Gasthaus Stafler eine mediterrane Wiener Küche:

Ehrenfelsgasse 4, 1120 Wien
Di–Sa 11.30–15 und 17–23
warme Küche 11.30–14 und 18–21.30
https://www.stafler.at
Wiener Klassik, verbunden mit einer Prise Mediterranem und Spezialitäten aus Georg Staflers Heimat Südtirol (Di–Fr TT vegetarisch oder mit Fleisch € 8,50, mit Suppe € 10,50); Schweinsbraten, aber auch viele vegetarische Gerichte, teilweise Bioprodukte; Südtiroler Knödelvariationen und Brotspezialitäten; Südtiroler Eigenbauweine, St. Magdalener und Lagrein Riserva aus Bozen, Pellini-Espresso aus Verona, regionale Obstsäfte, hausgemachte Limonaden, Biobier aus dem Waldviertel. Sehr kinderfreundlich (Kinderspeisen, -sessel, Spielsachen). Abholung möglich. Resopaltische, Lamperie, Holzboden, Durchreiche, Holzbankerl und eine Bretschneider-Schank. Schanigarten für 35 Pers.

Foto: Heribert Corn

2019 übernahmen Barbara und Jürgen Kerzendorfer das Weinhaus Arlt mit der roten Lamperie und dem irrwitzigen Gemälde über der Schank. Seither wird bio gekocht:

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Kainzgasse 17, 1170 Wien
Do–Sa 11–23, So 11–22 https://www.weinhaus-arlt.bio
Wiener Traditionsgastwirtschaft und Weinhaus aus dem Jahre 1889; reiner Bio-Betrieb mit hochwertigen Zutaten (Mitglied bei den Biowirtinnen), MM, wechselnde Monatskarte, Sonntagsbraten, hausgemachte Mehlspeisen (auch vegan und glutenfrei); umfangreiche Weinkarte von Sommelier Jürgen Kerzendorfer mit 150 Positionen, Fokus auf österreichischen Weinen (viele davon bio- oder demeterzertifiziert); Kindersessel, Wickeltisch. Lokal für 60, Schanigarten für 30 Pers. Barrierefreier Zugang mit Rampe möglich.

Foto: Weinhaus Arlt

Der Brandstetter ist eines der letzten Weinhäuser Wiens, auch hier übernahmen ehemalige Stammgäste und gewannen die Herzen der Grätzelbewohner, indem sie die Einrichtung kaum anrührten, dafür das Essen viel besser machten:

Hernalser Hauptstraße 134, 1170 Wien
Mo–Fr 11–23.30, Sa 17–23.30, So, Fei 11–22 https://www.derbrandstetter.at
Eines der letzten schönen Weinhäuser Wiens. Große Portionen bodenständiger Wiener Küche (Mo–Fr bis 15 2gg MM € 8,90); Kinderspeisen, -sessel, Spielzeug; 3 böhmische und 5 österreichische Biere (5 vom Fass: Pilsner Urquell, helles und dunkles Kozel, Villacher, Obertrumer Zwickl), verschiedene Weine (Schwerpunkt Österreich). TV für Sportübertragungen (Sky); Livemusik nach Ankündigung (von Wienerlied über Jazz und Blues bis Rock). Gastgarten für 40 Pers.

Foto: Gerhard Wasserbauer

Die 1904 gegründeten Herbeck-Stuben wurden 2015 von den neuen Betreibern wachgeküsst, von Kitsch befreit, die Küche ist modern und traditionell zugleich. Das gefällt auch den Währingern:

Scheibenbergstraße 11, 1180 Wien
Di–Sa 11.30–15 und 17.30–22.30 https://www.herbeck.wien
Vorstadtlokal, gutbürgerliche Küche, neu interpretiert (Di–Fr 11.30–14.30 Mittagsteller), vegane und vegetarische Speisen, z.B. mit Couscous gefüllter Paprika; Kinderportionen, -sessel, Wickeltisch. Naturtrübe Säfte, 3 Biere vom Fass, internationale Weinauswahl, Kaffee von Hausbrandt. Zeitungen, Zeitschriften. Wunderschöner Gastgarten mit Altbaumbestand für ca. 100 Pers. direkt an der 40er Schleife.

Foto: Heribert Corn

Das Traditionsgasthaus Mader im 15. Bezirk versprüht jetzt Hipster-Charme, gekocht wird überwiegend regional und bio:

Markgraf-Rüdiger-Straße 12, 1150 Wien
Mo–Sa 11.30–22, So 11.30–17 https://www.restaurantmader.com
Wurde von den Betreibern des Café Kriemhild im Herbst 2022 neu übernommen. Der Fokus liegt auf regional und bio, außerdem steht viel Vegetarisches auf der Karte. Wienerisch-osteuropäische Küche, z.B. Bulz (ein mit Frischkäse gefülltes Polenta-Laberl auf gebratenen Kräuterseitlingen) oder in Bierteig knusprig gebratener Wiener Bio-Wels mit Sauce tartare und Erdäpfelpüree (€ 15,–). Schanigarten für 30 Pers.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Wieder mit Plafond" von Florian Holzer vom 08.11.2022.

Foto: Heribert Corn

Alle Lokale in Wien finden Sie im Lokalführer "Wien, wie es isst" aus dem Falter Verlag, sowie online unter wien-wie-es-isst.at.

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