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Die besten Wiener Lokale mit Zutaten aus eigenem Anbau

Redaktion: Wien, wie es isst
Zuletzt aktualisiert am 21.10.2022

Wien besitzt 5700 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, davon sind 4300 Hektar Ackerland, auch sehr beeindruckend: 870 Hektar dienen dem professionellen Gemüseanbau. Schrebergärten und all die in den vergangenen Jahren entstandenen Dachgärten oder Hochbeete sind da nicht dabei. Insofern eigentlich ein Wunder, dass es in Zeiten vom Megatrend „Selbstanbau“ in Wien nicht sehr viel mehr Lokale gibt, die eigene Gärten bewirtschaften. Hier schon:

Kräuter und Gemüse im vegetarischen "Café Feldhase" wachsen teilweise direkt auf der hauseigenen Plantage am Dach:

Bloch-Bauer-Promenade 15, 1100 Wien
Di–Fr 10–19, Sa 10–16
Mitte Juli bis Ende August Sommerpause
Vegetarisches Bio-Café im Sonnwendviertel. Tägl. ein frisch gekochtes Tagesgericht (so lange der Vorrat reicht); Kaffee und Kuchen. Teilweise stammen die Zutaten aus der Plantage auf der Dachterrasse oder aus dem eigenen Garten im Südburgenland. Kleines Angebot an Bio-Waren (z.B. Tee, Bier, Wein). Vegetarische Kochbücher zu kaufen.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Die Näh-Hasen-Loggia" von Florian Holzer vom 13.07.2021.

Foto: Katharina Gossow

"Ströck Feierabend", das Restaurant der Großbäckerei aus der Donaustadt, zieht die Sache in Wien bisher am effektivsten auf: Eigener Garten mit eigenem Gärtner in Aspern, während der Sommersaison werden Gemüse und Kräuter frisch verarbeitet, für den Winter wird eingelegt und fermentiert:

Landstraßer Hauptstraße 82, 1030 Wien
Juli bis August Mo–Fr 7–18.30, Sa, So 7–18, September bis Juni Mo–Fr 7–22, Sa, So 7–18, Fei 8–18
Bäckerei: Mo–Sa 6–18.30, So 7–18
https://www.stroeck-feierabend.at
Restaurant, Bar und Café mit weltweit inspirierter, österreichischer Küche und saisonal inspirierten Brotspezialitäten, auch vegane Speisen, saisonaler Kartenwechsel; Frühstück (ab € 3,70); im Sommer kommt das Gemüse aus dem eigenen Ströck-Garten; österreichische Weine (Feierabend-Cuvée) und ausgewählte Bio-Weine, Arabica-Kaffee (Alt Wien). 65 Sitzplätze. Schanigarten für 50 Pers. Angrenzende Ströck-Bäckerei mit breitem (Bio-)Brot-, Gebäck- und Süßspeisensortiment.

Foto: Ströck

Als Speerspitze heimischer Kulinarik nimmt das "Steirereck" aktuelle Trends nicht nur mit, sondern definiert sie: Am Pogusch werden Tiere selbst gezüchtet und geschlachtet, im Restaurant im Stadtpark wurde am Dach ein Kräutergarten angelegt, in dem Aleppo-Raute, Alpensäuerling, Pfefferkraut und noch viel anderes Würzwerk angebaut werden:

Am Heumarkt 2a, 1030 Wien
Mo–Fr 11.30–15 und ab 18.30 (Fei geschlossen) https://www.steirereck.at
Kreativküche völlig ohne Klischees, dafür mit maximaler Individualität – nicht nur eines der besten Restaurants Österreichs, sondern nach aktueller Wertung des englischen "Restaurant Magazine" auch weltweit auf Platz 17 und ausgezeichnet mit 2 Michelin Sternen, außerdem auf Platz 13 der World´s 50 Best by San Pelegrino. Das bisherige Kulissen-Design wurde vom Architektenbüro PPAG in eine Pagoden-Tempelanlage umgewandelt. Zeitgemäße österreichische Küche (MM 4gg € 115,– mit Käse und/oder Dessert, 5gg € 135,– mit Käse und Dessert; abends zusätzlich 6gg € 175,– + € 88,– für Weinbegleitung, 7gg € 195,– + € 98,– für Weinbegleitung; Gedeck € 8,50), hervorragendes Brotsortiment, Käse-, Brot- und Teewagen; Aperitif, beachtliche Whiskyauswahl; Sommelier: Rene Antrag. Spezialität der Küche Heinz Reitbauers: exotische oder fast vergessene Kräuter, Gewürze, ungewöhnliche Gemüse und deren Zubereitung. 4 Pavillons mit Blick auf den Stadtpark. Reservierung unbedingt notwendig (Mo–Fr 8–18 möglich, auch online). Zustelldienst: Mo–Fr 13–18 (Bestellung bis 13, Mindestbestellwert € 35,–, Zustellkosten € 5,– (1. bis 9. Bezirk) bzw. € 9,– (10. bis 20. Bezirk)), Abholung nach Vorbestellung in der Meierei: tägl. (außer Fei) 9–19. Behinderten-WC.

Foto: Restaurant Steirereck

Die "Bakery im Hotel Daniel" am Gürtel war eines der ersten Lokale in Wien, die eigene Bienenstöcke auf dem Dach hatten. Der Eigenhonig wird auch verwendet:

Landstraßer Gürtel 5, 1030 Wien
täglich 6.30–1
warme Küche bis 22
https://www.hoteldaniel.com
An Lässigkeit kaum zu überbietendes Hotel-Restaurant im panoramaverglasten Erdgeschoß. Das Frühstück ist bereits Kult: Buffet Mo–Fr 6.30–10 (€ 26,–), Sa, So und Fei bis 12 (€ 26,–/für Hotelgäste € 23,–). Internationale Küche, hoher Hippness-Faktor; saisonale Karte. Offene Weine. Kindersessel. Bewusst chaotisch angeordnete Tische mit unterschiedlichen Sesseln, Kamin, Hollywoodschaukel, Stehbereich und Lounge, alles umrahmt von der eindrucksvollen 1960er-Jahre-Architektur des Gebäudes. Terrasse und Sonnendeck für insgesamt 50 Pers. Behinderten-WC.

Foto: Florian Weitzer Hotels & Restaurants

Die Gartenbar "Gugumuck" ist eine der besten Locations dieser Stadt. Nicht nur, dass die Schnecken gleich nebenan gezüchtet und dann zu großartigen Gerichten verkocht werden, auch allerlei selbstgezogene Kräuter landen auf dem Teller und in den Gläsern:

Rosiwalgasse 44, 1100 Wien https://www.gugumuck.com
Gartenbar und Bistro am Hof von Andreas Gugumuck, der 2008 die Wiener Schneckenmanufaktur gegründet hat. Küchenchef Jürgen Winter ist für die Umsetzung des Farm-2-Table-Konzeptes verantwortlich; es gibt Weinbergschnecken-Spezialitäten aus eigener Zucht. In der Gartenbar gibt es sowohl vegetarische als auch vegane Tablesnacks mit Gemüse aus dem eigenen Garten, diverse Salate oder Flammkuchen; im Bistro 7gg Gala-Menüs (€ 79,–) aus der offenen Showküche (Reservierung notwendig); Biere und Weine von befreundeten Mini-Brauereien und Winzer*innen, auch Wein aus dem eigenen Weingarten. Mai bis Oktober Führungen durch die Schneckenzucht mit Verkostung (siehe Homepage). Onlineshop. 28 Sitzplätze im Bistro. Gastgarten, Gartenbar mit Terrasse.

Foto: Christian Steinbrenner

Das "Weinhandwerk" ist das Kompetenzzentrum, wenn’s um Wildkräuter und Wildgemüse geht. 80 davon wachsen in den Weingärten von Věra Vyškovsky und Martin Strobl und kommen dann auch ins Essen:

Senderstraße 27, 1210 Wien
April bis Oktober Fr ab 14, So ab 12
Sa auf Anfrage ab 14
https://www.weinhandwerk.at
Bio-Weingut, Buschenschank und Veranstaltungslocation. Wildkräuterküche (Tapas und Salate), Räucherwerkstatt, Bergbauernspezialitäten (Carne Salada, Lardo, Wildwürste), gereifte Käsesorten von Kleinstproduzent*innen, selbst gebackenes Bio-Brot, Wildschwein am Spieß vom Weinviertler Metzger. Bio-Weinprodukte von Sekt bis Verjus, von Orange Wine bis Sloe Gin. Romantische Garten-Feste in der Buschenschank (max. 100 Pers.) oder in der Villa Weinrot (max. 50 Pers.). Standesamtliche Trauungen möglich. Wild-Cooking-Workshops. Online-Reservierung erbeten. Bushaltestelle (Bus 501) und Parkplatz 200 m entfernt.

Foto: Weingut Weinhandwerk

Alle Lokale in Wien finden Sie auch im Lokalführer "Wien, wie es isst" aus dem Falter Verlag, sowie online unter wien-wie-es-isst.at.

Alle Adressen auf einen Blick


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