Lokalführer Lokale nach Angebot Empfehlenswerte Lokale, die regionale Produkte verarbeiten

Empfehlenswerte Lokale, die regionale Produkte verarbeiten

Redaktion: Wien, wie es isst
Zuletzt aktualisiert am 06.12.2022

Die Vokabel „regional“ und „saisonal“ haben in Wiener Speisekarten ein epidemisches Ausmaß angenommen. Mitunter wird da einem Patriotismus das Wort geredet, der mit „regional“ nichts zu tun hat, oft sind es überhaupt nur Lippenbekenntnisse. Schade, dass eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung so weit entfernt scheint. Auf freiwilliger Ebene klappt das schon ganz gut. Hier haben die Wirte kein Problem, die Herkunft ihrer Produkte zu nennen:

Sachen zu verkochen, die gerade jetzt und aus der Umgebung zu bekommen sind, ist seit jeher die DNA des sympathischen Beisl-Projektes brösl:

Wohlmutstraße 23, 1020 Wien
Mo–Sa 17–24 (Fei geschlossen)
Küche Mo–Do bis 21.30, Fr, Sa bis 22
https://www.broesl.at
Restaurant mit Fokus auf Saisonalität, Regionalität und Nachhaltigkeit; Küche mit verschiedenen Einflüssen von mitteleuropäisch bis mediterran, Karte variiert täglich; eigenes Bier (auch zu kaufen). Gelegentlich Bier- und Weinverkostungen. Kindersessel, Wickeltisch. Separée für ca. 15 Pers. Schanigarten von März bis Ende November für 60 Pers. Eingang barrierefrei.

Foto: Christian Fischer

Anfänglich wurde im Zum Roten Bären das Gemüse vom Vater des Kochs selbst angebaut, das geht sich jetzt nicht mehr aus. Lieferanten werden in der Speisekarte gelistet, bei Fleisch- und Fischgerichten sogar explizit genannt:

Berggasse 39, 1090 Wien
Di–Sa ab 18
Küche bis 22, Fei wie Wochentag
https://www.zumrotenbaeren.at
Wiener Küche und Spezialitäten von Südpolen bis an die Adria, ausschließlich österreichische und regionale Produkte, saisonale Spezialitäten; ständig wechselnde Speisekarte sowie eine Weinkarte; südmährisches Bier, Weine aus Österreich. Schanigarten für 40 Pers.

Foto: Falter Verlag/ Karin Wasner

Forelle statt Branzino. Mit dem Start des neuen Konzeptes im Mai 2021 schwenkte das Heuer auf eine völlig saisonale Küche aus heimischen Zutaten ein. Wenn im Herbst Bärlauch auf der Karte steht, dann, weil er selbst eingelegt wurde:

Treitlstraße 2, 1040 Wien
Mo–Sa 16–1
Bar Mi–Sa 16–1, Küche 17–22
https://www.heuer-amkarlsplatz.com
Junges Szene-Lokal im ehemaligen Kunsthallencafé. Küchenchef ist Sebastian Wandl. Casual Fine Dining à la carte sowie kleine Karte. Es werden hauptsächlich regionale und biologische Produkte verwendet; Kaffeerösterei, selbstgemachte Limonaden mit Essig, Weine, Kreativ-Cocktails vom Meistermixer im eigenen Cocktailbar-Bereich. DJs. Kindersessel, Wickeltisch. Tageszeitungen. Für Veranstaltungen mietbar (event@heuer-amkarlsplatz.com). Terrasse für 200, Schanigarten für 60 Pers.

Foto: heuer

In der Italo-Snack-Bar Monte Ofelio stammt zwar ziemlich gar nichts aus der unmittelbaren Umgebung, dafür alles von Herstellern in Italien, die eine besondere Geschichte zu erzählen haben. Und die Brüder Formisano kennen jede einzelne:

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Obere Augartenstraße 70, 1020 Wien
Di–Fr 12–22, Sa 10–22 https://www.monteofelio.com
Aperitivo-Bar mit Alimentari (ital. Lebensmittel) mit Produkten von kleinen, unabhängigen und handverlesenen Produzent*innen. Panini, Bruschette, Antipasti-Platten, Süßspeisen, (Torta Caprese, samstags Cornetti); tolle Auswahl an Weinen (auch Naturweine), Kaffee aus Neapel. Großartige Atmosphäre, einer der italienischsten Plätze Wiens. Keine Reservierung. Schanigarten für 12 Pers.

Foto: Monte Ofelio

Sehr viel unmittelbarer geht kaum: Fabian Rainer und Susanne Kristufek kochen im Suess'kind nicht nur vegan und bio, sie erarbeiten mit der Gemüse-Kommune Biosain in Gars auch das jährliche Pflanz-Programm:

Sparefrohgasse 1, 1030 Wien
Mo–Fr 11–15 (Fei geschlossen)
bei tel. Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten
https://www.das-suesskind.bio
Ausschließlich vegane Speisen aus 100% biologischen Zutaten; täglich wechselnde Gerichte; MM, Auswahl an Süßspeisen; Take-away. Zugang barrierefrei.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Erst kommt die Moral" von Florian Holzer vom 20.04.2021.

Foto: Heribert Corn

Die Familie Molcho, bekannt für die NENI-Lokale, probiert es im C.O.P. mit einem Farm-to-table-Konzept. Die Liste der Produzenten ist auf der Rückseite der Speisekarte vermerkt:

Biberstraße 8, 1010 Wien
Di–Sa 18–23 https://copvienna.at
Jüngstes Gastroprojekt der NENI-Gründer*innen Haya Molcho und Nuriel Molcho, Küchenchef ist Elihay Berliner, der herzhafte und leichte Gerichte mit Einflüssen aus der mediterranen Küche serviert. Die Zutaten stammen von über 50 regionalen Lieferant*innen, das Menü ist regional und saisonal ausgerichtet, die Gerichte werden als sharing plates zum Teilen serviert. Eigener Holzofen im Lokal, in dem über offener Flamme gegart wird. Das minimalistisch gestaltete Interieur kommt von Julian Epok.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Das Non-Neni" von Florian Holzer vom 06.12.2022.

Foto: Heribert Corn

Alle Lokale in Wien finden Sie auch im Lokalführer "Wien, wie es isst" aus dem Falter Verlag, sowie online unter wien-wie-es-isst.at.

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