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Souveränes Fleisch

Redaktion: Wien, wie es isst
Zuletzt aktualisiert am 14.06.2022

Hochgeschätzt 99,7 Prozent aller Wiener Lokale servieren Fleisch. Über das wir absolut nichts wissen, weder, woher es kommt, noch, wie die Tiere aufwuchsen. Nichts, nada. „Bürokratischer Aufwand“ lautet die Ausrede und zeigt Ahnungslosigkeit, wie Marketing in der Lebensmittelbranche eigentlich funktioniert, nämlich über Transparenz. Hier einige Wirte, die es verstanden haben:

Beim SoFàre nehmen sie das mit der Produktherkunft außerordentlich ernst. Beim Fleisch entschieden sich die Pasta-Macher für den Biohof Harbich, ein Aderklaaer Musterbetrieb mit alten Haustierrassen:

Hollandstraße 10, 1020 Wien
Mo, Di 10–15 und 17–21, Mi–Fr 10–15 und 17–22, Sa 12–22, So 12–21
Küche bis 30 Min. vor Sperrstunde
https://www.sofarebistrot.com
Italienisches Bistro. 5 verschiedene, täglich frisch produzierte Pasta-Sorten mit 8 unterschiedlichen Saucen aus biologischen und saisonalen Zutaten aus Österreich und Italien, z.B. La Vesuviana (Mediterrane Geschmacksexplosion mit getrockneten Tomatern, Kapern, Oliven aus Taggia und etwas Chilli-Pfeffer, € 6,50), wöchentlich wechselnde Karte; alle Speisen auch zum Mitnehmen; das Fleisch kommt vom Biohof Harbich in NÖ.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Die Pasta-Passion" von Florian Holzer vom 19.01.2021.

Foto: Katharina Gossow

Der Hofladen Meinklang verfügt wohl über das kompromissloseste Konzept von allen: Bio-Fleisch eigener Mangalitza-Schweine, eigener Angus- und Aubrac-Rinder, selbst geschlachtet und gereift, wahnsinnig tolles Fleisch, das hier auch super zubereitet wird:

Margaretenstraße 58, 1050 Wien
Di–Fr 9–19, Sa 9–18 https://meinklang.at
Kombination aus Bäckerei, Shop, Fleischhauerei und Lokal. Verarbeitet werden biodynamisch produzierte Produkte zu außergewöhnlichen Hofladen-Gerichten (im Frühling z.B. lauwarmen Erdäpfelsalat aus drei verschiedenen Erdäpfelsorten mit Grammelschmalz, Vogelmiere, Wildkerbel, frischem Bärlauch und fermentierten Bärlauchknospen). Frühstück bis 12, 11–15 Mittagsangebote. Weinbar mit kleiner Speisekarte. Weinkeller mit Platz für bis zu 20 Pers. (für Feiern, Weinverkostungen etc. geeignet). Schanigarten für 20 Pers.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Eier aus Beton" von Florian Holzer vom 29.03.2022.

Foto: Heribert Corn

Die Praterwirte installierten eine eigene Fleischhauerei, in der Jung-Fleischer Max Klaghofer tote Tiere zerlegt, verwurstet und was man als Fleischer halt sonst noch so tut. Von der Praterstraße aus kann man ihm dabei zusehen, Fleisch-Glasnost sozusagen:

Praterstraße 45, 1020 Wien
täglich 11.30–24
Küche bis 23, Fleischerei Mo–Sa 9.30–18
https://praterwirt.com
Gastwirtschaft und Fleischerei von den Betreibern des Restaurants Dogenhof (ebenfalls in der Praterstraße). Traditionelle österreichische Küche; Fleischerfrühstück; div. Mittagsangebote; 1. unpasteurisiertes Budweiser Lager Tankbier in Österreich. Imbisse zum Mitnehmen aus der Fleischerei. Kinderspeisen, -sessel, Spielsachen, Wickeltisch. TV. Lokal für 50 Pers. (für Feiern geeignet), Schanigarten für 75 Pers. Behinderten-WC.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "Fleisch aus der Hand" von Florian Holzer vom 14.06.2022.

Foto: Heribert Corn

Der Renner ist gewissermaßen der thematische Vorläufer vom Praterwirt: Auch das bayerische Andechser-Bier trinkt sich äußerst leicht, und der Renner hat ebenfalls eine eigene Fleischhauerei, die Karte ist so klassisch, dass sie schon wieder modern ist:

Nußdorfer Platz 4, 1190 Wien
täglich 11.30–23.30
warme Küche bis 22, ca. 3 Wochen über Weihnachten und Neujahr Winterpause bis Ende Jänner
https://www.zum-renner.at
Alt-Wiener Spezialitäten (MM € 9,80), täglich frisch gekochtes Rindfleisch in guter Qualität und in Form von großen Portionen; Kinderportionen; Andechser Bier, Flaschenweinkeller mit Spitzenweinen aus Österreich. Abholung möglich. Saal zum Mieten für 60, großer Garten im Innenhof für ca. 230 Pers.

Foto: Gasthof Zum Renner

Den Leuten vom XO Grill fehlt es derzeit wirklich nicht an medialer Unterstützung, trotzdem ist das XO-Konzept fortwährend zu loben: Fleisch von bis zu 20 Jahre alten Milchkühen aus Oberösterreich und Salzburg, stressfrei geschlachtet, gut gereift, zu herrlichem Streetfood verbraten:

Kettenbrückengasse 15, 1050 Wien
Di–Do 17.30–22, Fr, Sa 12–22, So 12–20 https://www.xo-grill.at
Nach einigen Pop-up-Lokalen der erste fixe Standort des Burger-Lokals von Robert Weishuber. Burger aus dem gut gereiften Fleisch von Weidekühen aus Oberösterreich, der Steiermark und Salzburg; vegetarischer Burger mit gegrilltem Portobellopilz; Naturweine, ausgewählte Biere, kleine Cocktailauswahl. Take-away.

Lesen Sie dazu auch die Lokalkritik "The Burger Has Landed" von Florian Holzer vom 18.01.2022.

Foto: Heribert Corn

Herbert Hausmair versorgt sein Lokal selbst, zumindest mit Wildbret. Wildschwein, Reh und Hirsch bereitet er aber nicht nur zu, er gibt hier auch Zerlege-Kurse. Fleischesser sollten das einmal gemacht haben:

Lerchenfelder Straße 73, 1070 Wien
Di–Fr 11–23
durchgehend warme Küche bis 21, Sommeröffnungszeiten s. Homepage
https://www.hausmair.at
Lokal von Herbert Hausmair. Hausmannskost, traditionelle Wiener Küche (MM € 10,90 bis € 14,90, bei tel. Vorbestellung auch zum Mitnehmen), Spezialität: Innereien (Bruckfleisch, Kalbsleber, Beuschel etc.), Kailernossi (Wild-Wurst), Feines vom Wild aus eigener Jagd; Kinderspeisen, -sessel. Schanigarten für 50 Pers.

Foto: Hausmair's Gaststätte

Alle Lokale in Wien finden Sie im Lokalführer "Wien, wie es isst" aus dem Falter Verlag, sowie online unter wien-wie-es-isst.at.

Alle Adressen auf einen Blick


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