64 Seiten - FALTER.maily #41

Florian Klenk
Versendet am 16.10.2019

soeben erreichte mich ein Mail meiner Chefin vom Dienst, Isa Grossmann. Sie ist ziemlich erschöpft und ein bisschen sauer, weil gestern alles drunter und drüber gegangen ist im Falter. Isa gebührt der Dank des ganzen Verlags. Sie ist eine der Seelen des Hauses und schupft gemeinsam mit Barbara Blaha die Schlussproduktion. Sie liest nochmals alle Texte, korrigiert Fehler. Wenn wir Isa nicht hätten, wäre der Falter längst zusammengebrochen.

Isa war diesmal sauer auf uns, weil wir einen 64 Seiten starken Falter produziert haben, wenn Sie Abonnent sind, liegt er hoffentlich schon auf Ihrer Matte.

Manchmal, Sie werden es bemerkt haben, drucken wir nur 48 Seiten, meistens 56. Diesmal also 16 Seiten mehr, zum gleichen Preis. Dazu zwei redaktionelle Beilagen und die Falter:Woche, eine kommentierte Übersicht aller Events, die in Wien und den Bundesländern stattfinden. Falls sie es noch nicht wussten: Wir sammeln zehntausende Termine, nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich und empfehlen die besten. Im Internet finden Sie die Termine hier.

Zurück zu Isa. Sie muss all das, was wir geschrieben haben, am Ende ganz einsam lesen. Und jetzt, wo alles fertig ist, sehen wir: der Falter war diesmal diesmal vor allem ein Kraftakt der Feuilleton-Redaktion. Die Kollegen und Kolleginnen Klaus Nüchtern, Michael Omasta, Gerhard Stöger, Stefanie Panzenböck, Heinz Rögl und Nicole Scheyerer haben nicht nur eine Beilage zur Viennale ins Blatt gewuchtet, den großen Wiener Kinofestspielen, sondern auch eine Beilage zum Musik-Festival Wien-Modern. Sie bietet Ihnen eine Übersicht zu den Events, die sonst nirgendwo finden.

Vor allem aber bekamen wir alle vergangene Woche Stress, als wir erfuhren, dass Peter Handke den Literaturnobelpreis erhalten hat. Die Feuilleton-Redaktion hat aus diesem Anlass auch noch einen Cover-Schwerpunkt gestaltet. Literaturkritiker und Falter-Autor Klaus Nüchtern (übrigens Träger des Staatspreises für Literaturkritik und selbst Buchautor) hat daran ebenso mitgewirkt wie die renommierte Literaturexpertin Sigrid Löffler und der Handke-Fachmann Karl Wagner.

Weil wir nicht nur das literarische Werk Handkes besprechen wollen, sondern auch sein politisches Engagement für serbische Nationalisten zur Sprache bringen, haben wir die deutsch-kroatische Schriftstellerin Jagoda Marinić um den Leitartikel gebeten. Sie beschreibt sehr persönlich, welche teufliche Lücke in Handkes Werk klafft. Wieso, so fragt sie, findet er zwar Worte am Grab des Kriegsverbrechers Slobodan Milosevic, aber kein Wort für die Opfer des Genozids am Balkan?

Und sonst? Nina Brnada klärt in der Politik über den Kurdenkonflikt auf. Barbara Toth interviewt den Sora-Meinungsforscher Christoph Hofinger und sagte nach dem Gespräch, sie habe schon lange nicht mehr mit so einem klugen Politexperten gesprochen. Und im Stadtleben beschreibt Tom Rottenberg, wie es dazu kam, dass ein kenianischer Marathonläufer in Wien Weltnachrichten schrieb.

Tom Rottenberg ist übrigens seit kurzem auch in ganz neuer Funktion tätig. Er leitet falter.tv und produziert dort sehenswerte Kurzfilme über die Geschichten und Aktivitäten des Falter-Verlags. Neben den Podcasts von Raimund Löw ist das der nächste Schritt unseres Blattes, unsere Inhalte an ein neues Publikum zu bringen.

Viel Spaß beim Lesen, Hören und Sehen des Falter.

Florian Klenk

Wir haben die Reichweite des Falter im letzten Jahr noch einmal signifikant gesteigert, auf 3,1 Prozent (und sieben Prozent in Wien). Deshalb haben wir Brötchen verschmaust und Schaumwein getrunken. Die Partyfotos finden sie hier.

Am kommenden Sonntag werde ich auch ein bisserl unter die Kulturschaffenden gehen. In Baden trete ich gemeinsam mit dem Kabarettisten und Staatskünstler Florian Scheuba im The Park Hotel in Baden auf. Dort lassen wir das vergangene Jahr Revue passieren. Einen Auftritt mit den Staatskünstlern und den Ibiza-Aufdeckern gab es kürzlich übrigens im Rabenhof. Das Video dazu finden Sie hier.

"Griffen: Auf den Spuren von Peter Handke": Der Regisseur Bernd Liepold-Mosser besucht seine Heimatgemeinde Griffen am Rande des zweisprachigen Gebiets in Unterkärnten, um über die Menschen und ihr Verhältnis zum "großen Sohn" Griffens, den Literaturnobelpreisträger Peter Handke zu erzählen. Die Spurensuche gibt es Faltershop!


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