Was Schwangere jetzt wissen müssen - FALTER.maily #170

Nina Brnada
Versendet am 20.03.2020

wenn Sie schwanger sind, dann schwirren Ihnen dieser Tage womöglich viele Gedanken durch den Kopf. Schließlich geht es nicht nur um Sie selbst, sondern auch noch um ein kleines, ungeborenes Wesen.

Grundsätzlich werden Schwangere laut Ages nicht zur Corona-Risikogruppe gezählt – sie können sich aber genauso anstecken wie alle anderen auch.

Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur medizinischen Versorgung Schwangerer nach aktuellem Stand:

1. Kann ich all meine Schwangeren-Untersuchungen machen lassen?

Zwar wird seitens der Ärztekammer geraten, nicht dringend notwendige Termine zu verschieben. Zeitgebundene Termine können aber – falls gewünscht – sehr wohl wahrgenommen werden. Unaufschiebbare Untersuchungen wie das Ersttrimesterscreening oder das Organscreening werden auf Wunsch (und wie immer auf eigenen Kosten) gemacht.

2. Und was ist mit den guten alten Mutter-Kinder-Pass-Untersuchungen, die seit 1974 alle Schwangere in Österreich verpflichtend machen müssen?

Ja, diese werden nach wie vor gemacht, sagt Georg Braune, Fachgruppenobmann Gynäkologie der Wiener Ärztekammer. Sie können aber – und das ist in der derzeitigen Situation das Neue – auch ausgelassen werden. Wer die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung dieser Tage sausen lässt, der muss nicht, wie sonst, um das Kindergeld bangen, das ja an die Absolvierung der Untersuchungen gekoppelt ist. So oder so – beides geht. Es obliegt also ganz und gar der werdenden Mutter.

3. Raten Spitäler vermehrt zu Kaiserschnitten aufgrund besserer Planbarkeit?

Nein. Operationen sollen ja möglichst vermieden werden, wenn sie nicht notwendig sind. Umgekehrt gilt aber auch: Kaiserschnitte, die geplant sind, werden wie gehabt durchgeführt. In öffentlichen Spitälern sind sie ohnehin medizinisch induziert und dadurch auch nicht aufschiebbar. Und auch Einrichtungen wie die Wiener Privatklinik Goldenes Kreuz bleiben bei ihren Plänen, auch was Wunschkaiserschnitte angeht, sagt Fritz Nagele, dort ärztlicher Leiter.

4. Können die Väter bei der Geburt dabei sein?

In burgenländischen Landeskliniken beispielsweise ist das nicht mehr möglich, genauso wie in den steirischen – zum Schutz des medizinischen Personals, wie es heißt. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat noch keine einheitliche Regelung. Auf Falter-Anfrage betont man die Absicht, jeder Familie, die eine Begleitperson wünscht, dies auch zu ermöglichen. Allerdings hänge es von deren Gesundheitszustand ab; die Letztentscheidung liegt beim jeweiligen Spital. Im Goldenen Kreuz können die Väter ebenfalls dabei sein – ebenso unter der Voraussetzung, dass sie keine Symptome haben. Übrigens: Derzeit sind fast überall Besuche von Müttern und Babys im Spital untersagt.

5. Wie schaut es mit Hebammen aus – kommen sie nachhause zur Nachbetreuung?

Ja, allerdings nur, wo es wirklich notwendig ist. Man behilft sich so gut es geht mit Online-Hilfsmitteln und dem Telefon, sagt Beate Kayer vom Österreichischen Hebammengremium. Wenn es nicht anders geht, kommen sie auch.

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Und kommen Sie jedenfalls gut durch Ihre aktuelle Schwangerschaftswoche!

Nina Brnada

P.S.: Sie dürfen dieses Maily auch gern an Schwangere in Ihrem Umfeld weiterleiten, wenn Sie mögen!

Wenn Sie zum Arzt wollen, rufen Sie dieser Tage unbedingt vorher in der Ordination an. Es lohnt sich.

Das kulturelle Leben liegt gerade aus Corona-Gründen ziemlich brav. Das haben Sie spätestens bemerkt, als Sie durch die letzte Falter:Woche geblättert haben - alles abgesagt. Viele Künstlerinnen und Künstler haben darauf reagiert und streamen nun ihre Auftritte - manche aus einer Event-Location, manche aus dem eigenen Badezimmer. Unsere Programm-Redaktion sammelt ab sofort solche Online-Events - von Museen, die Führungen auf Instagram durchführen bis zu Pianisten, die auf Twitter livestreamen. Alle Online-Events finden Sie auf falter.at/events, ein Highlight ist heute Abend etwa der Auftritt vom Nino aus Wien oder der des Pianisten Igor Levit.


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