Heavy Lockdown - FALTER.maily #370

Barbara Tóth
Versendet am 13.11.2020

es ist nur eine Frage von Stunden, bis uns die Regierung bekannt geben wird, welche Bereiche unseres Lebens wir weiter einschränken müssen. Es wird ein "Lockdown Heavy" statt ein "Lockdown Light" werden. Ob und in welchem Ausmaß auch Schulen ihren Präsenz-Unterricht runterfahren werden, wurde in den letzten Tagen heftig diskutiert. Fast wie ein "Glaubenskrieg" sei das, kommentierten einige Kollegen etwas pikiert.

Ich finde das gut und wichtig. Keine "Maßnahme" ist alternativlos, auch wenn uns das einzelne Experten immer noch glauben machen wollen. Anders als beim ersten "Lockdown" im Frühling gibt es jetzt eine breite gesellschaftspolitische Debatte, eine Vielstimmigkeit. Kinder, Jugendliche, Lehrer, Eltern, Frauenvertreterinnen - sie alle haben sich mit ihren Anliegen und Sorgen zu Wort gemeldet. Die Allianz für offene Schulen ist so groß wie noch nie. Ob Kanzler Sebastian Kurz sich dadurch umstimmen lässt, ist trotzdem fraglich.

In dieser Debatte darf nicht untergehen, wer am Ende die politische Verantwortung trägt. Dafür, dass im Monat acht der Corona-Pandemie Österreichs Schulen immer noch nicht aufs Unterrichten auf Distanz vorbereitet sind (etwa mit Laptops für alle Schülerinnen und Schüler) und dafür, dass der Virus in Pflegeheimen wieder und weiter grassiert. Es wird den Versuch geben, das Versagen vor allem Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) anzulasten. Er ist der Co-Pilot, aber der Kapitän heißt Kurz.

Bleiben Sie gesund!

Barbara Tóth

Gestern Abend war ich im ORF-Diskussionsformat "Politik-Live" zu Gast. Dort diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Bildung über mögliche Konsequenzen eines zweiten "harten Lockdowns" und die Versäumnisse des Sommers. Und auch Chefredakteur Florian Klenk trat gestern im Fernsehen auf. Bei Puls 24 diskutierte er mit dem ÖVP-nahen Kommunikationsstrategen Daniel Knapp über das Anti-Terror-Paket der Regierung: Wird es mehr Sicherheit bringen oder dient es vor allem der PR des Regierungschefs? 

Wir haben Neuigkeiten: Eva Konzett wird von nun an das politische Ressort leiten, Lukas Matzinger übernimmt das Ressort "Stadtleben". Ich bin seit Jahresbeginn für das Ressort "Medien" verantwortlich, koordiniere das "Politische Buch" und leite den Falter "Think-Tank". Gemeinsam mit Feuilleton-Chef Matthias Dusini und der Chefin der FALTER:WOCHE, Lisa Kiss, bilden wir ab jetzt das neue Ressortleitungs-Team. Sie werden von uns lesen!

Im Falter Think-Tank, den wir gemeinsam mit der Universität Wien gegründet haben, geht es darum, klugen, kritischen Denkerinnen und Denkern, eine Plattform zu geben, um ihr Fachwissen prägnant und verständlich in die breite Debatte einbringen. Warum ein Anti-Terror-Paket alleine zu wenig ist, um dem Terrorismus beizukommen, beschreibt die Migrationswissenschaftlerin Judith Kohlenberger hier.


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