Warten auf die tägliche Turnstunde - FALTER.maily #412

Nina Horaczek
Versendet am 12.01.2021

dreißig Prozent der Buben sowie 22 Prozent der Mädchen zwischen sechs und neun Jahren sind in Österreich übergewichtig oder adipös. Diese Zahlen stammen von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie beziehen sich auf die Zeit vor Corona.

Fast ein Jahr nachdem die Schulen coronabedingt zum ersten Mal geschlossen wurden, sieht es mit der Fitness der Kinder und Jugendlichen noch schlechter aus. Seit März 2020 sind die Sportvereine die meiste Zeit geschlossen, die Turnsäle in den Schulen werden kaum genützt und die Generation Corona bewegt sich vor allem zwischen Schreibtisch und Fernsehcouch.

Jugendliche ab 14 Jahren hatten seit November keinen einzigen Turnunterricht mehr. Dabei wäre es gerade für Oberstufenschüler ein Leichtes, dass sie zumindest zwei Mal pro Woche mit den Klassenkollegen im Freien sporteln oder durch den Wald marschieren. Das Bildungsministerium hätte es nur anordnen müssen.

Für Deutschland gibt es bereits erste Daten, wie sich das Körpergewicht der Kinder im Lockdown-Jahr verändert hat. Bei Schuleingangsuntersuchungen in der Region Hannover vergangenen Dezember zeigte sich, dass der Anteil der übergewichtigen Vorschüler von 5,4 auf 7,8 Prozent gestiegen war und der Anteil jener mit extremem Übergewicht von 4,1 auf 5,6 Prozent.

Was gegen diese negative Entwicklung hilft, ist lange bekannt: Gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Kinderärzte, Sportwissenschaftler und auch Eltern fordern seit Jahrzehnten eine tägliche Turnstunde an den Schulen. Am 16. April 1991 berichtet die Parlamentskorrespondenz erstmals von einer Bürgerinitiative zur Einführung einer täglichen Turnstunde zumindest an den Volksschulen. Seitdem sind dreißig Jahre vergangen. Die Kinder werden immer dicker und unbeweglicher, Herz-Kreislauferkrankungen nehmen in Österreich immer stärker zu. Aber von einer fixen täglichen Turneinheit an allen Schulen sind wir immer noch weit entfernt.

Bald sollen die Schülerinnen und Schüler wieder zurück in die Schulen kommen. Hoffentlich endlich mit mehr Bewegung als bisher.

Nina Horaczek

In der ersten Version des Mailys von heute Früh ist uns ein Fehler passiert: Der Text einer bezahlten Anzeige wurde versehentlich in den redaktionellen Teil kopiert, der Text der Autorin Nina Horaczek wurde dadurch auf bizarre Art und Weise thematisch zerrissen. Den meisten von Ihnen dürfte das aufgefallen sein, da es plötzlich nicht mehr um Turnstunden, sondern um Innereien ging. Wir entschuldigen uns für den Fehler und etwaige Verwirrung am frühen Morgen.

Ein besonders interessantes Gespräch finden Sie derzeit im FALTER-Podcast. Darin unterhalten sich Hubertus Heil, der Bundesminister für Arbeit und Soziales der Bundesrepublik Deutschland, und Robert Misik über Wert und Wandel der Arbeit, durch die Pandemie ausgelöste Existenzängste, und die Aufgaben zeitgenössischer Sozialpolitik. Das Gespräch wurde am 27. November 2020. im Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog Wien aufgezeichnet.

Im FALTER-Buchclub startet dieser Tage die dritte Runde unseres Lesekränzchens. Diesmal mit "Vati" von Monika Helfer, das im Hanser Verlag erschienen ist. In dem Roman bearbeitet die Autorin ("Die Bagage") die Erinnerungen an ihren Vater und lässt dabei das Porträt einer Nachkriegskindergeneration entstehen. Im FALTER-Buchclub auf Facebook können Sie jetzt eines von 10 Leseexemplaren gewinnen und mit uns gemeinsam lesen und diskutieren! 

Bei Besser lesen mit dem FALTER, dem FALTER-Buchpodcast, ist diesmal die österreichische Autorin Susanne Kristek zu Gast und spricht mit Moderatorin Petra Hartlieb über ihr kürzlich erschienenes Buch "Nur die Liege zählt. Urlaub unter deutschen Palmen".

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