Passüberquerung - FALTER.maily #468

Eva Maria Konzett
Versendet am 17.03.2021

die Covid-Gesetze umgehen eine soziale Bombe. Sie gelten für alle noch gleich. Die Masken, die Einschränkungen, das eingefrorene Sozialleben, solange alle darben, hält man es besser aus.

Die Zeit des allgemeinen Gassturzes aber könnte bald vorbei sein (hinter dem Arlberg gilt schon erweiterte Bewegungsfreiheit). Menschen werden geimpft, noch zu wenig und zu langsam, aber trotzdem kommen jeden Tag welche dazu. Andere haben die Covid-Infektion hinter sich gebracht und natürliche Antikörper entwickelt. Wer keine Gefahr für die anderen darstellt, dem dürfen die Freiheiten nicht vorenthalten werden. Es sind keine Freiheiten, sondern Grundrechte der Verfassung. Das vergessen wir zu oft.

Ist das fair? Ja, solange die Regierung genügend Testkapazitäten zur Verfügung stellt. Und unter der Voraussetzung, dass das Impfprogramm endlich in der Fläche ausgerollt wird. Dass Türkis-Grün die Impfagenden im Jänner im Schnellschuss den Ländern übergab, hat sich in uneinheitlichen Teststrategien und in unterschiedlichen Fortschritten gerächt. Lehrer und Lehrerinnen in Wien haben den Piks in den Oberarm schon bekommen, in Kärnten warten über 80-Jährige weiterhin, sofern sie nicht in einem Altenheim leben. Die direkte Vergleichbarkeit schafft verständlicherweise Unmut.

Eine Zeit lang werden die Menschen in Österreich nicht alle denselben Status haben. Die asynchrone Impfgeschwindigkeit quer durch die Länder und Bevölkerungsgruppen können Teststraßen an allen urbanen Ecken und mobile Testbusse in der Provinz aushebeln. Die Menschen sollten das akzeptieren, solange die Perspektive, dass alle bald wieder gleich sind, gewahrt bleibt.

Deshalb ist der Grüne Pass, von Sebastian Kurz vehement gefordert und jetzt in die Wege geleitet, vor allem eines: eine konkrete Messlatte für die Regierung: Impft! Heute! Schneller!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend

Eva Maria Konzett

ÖVP und Grüne belauern und misstrauen einander zutiefst, das zeigte sich zuletzt am Abgang des Impfkoordinators Clemens Martin Auer. Was steckt dahinter? Jedenfalls mehr als nur persönliches Vergehen, wie Barbara Tóth und Martin Staudinger recherchiert haben.

Am 12. März 1938 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Österreich. Unter dem Jubel eines großen Teils der Bevölkerung marschierten die Truppen der Deutschen Wehrmacht ein. Die Historikerin Helene Maimann lässt mit dem Autor und Historiker Philipp Blom die Schicksalstage vor 83 Jahren Revue passieren. Das Gespräch wurde vom Kreisky Forum organisiert und aufgezeichnet.

Die letzte FALTER-Ausgabe mit dem Schwerpunkt zu gendergerechter Sprache hat viel Echo hervorgerufen: scharfe Kritik, zahlreiche Verbesserungsvorschläge, dazwischen auch ein Wort des Lobes. Wir haben die Leser- und Leserinnenbriefe zur Ausgabe 10/21 hier gesammelt. An dieser Stelle auch ein herzliches "Dankeschön", dass Sie sich Zeit nehmen, uns schreiben und mit uns in Diskurs treten!

Morgen ist es soweit: Um 19h präsentieren wir den Text-Bild-Band "Stille Stadt", erschienen im Falter Verlag. Er zeigt Wien in den einsamsten Stunden der Pandemie und fragt nach den Folgen der Zwangspause für Stadt und Mensch. Es sprechen miteinander die beiden Macher des Buches Peter Payer (Text) und Christopher Mavrič (Fotos), moderiert von Barbara Tóth. Schnappen Sie sich ein Glaser'l Rotwein und klinken Sie sich in die virtuelle Buchpräsentation auf unserer Webseite ein!

Und noch einen Termin sollten Sie sich notieren: Beim Wiener Stadtgespräch am 25. März, organisiert von Falter und Arbeiterkammer, ist der Migrationsforscher Gerald Knaus von der Denkfabrik "European Stability Initiative" zu Gast. Er argumentiert, dass eine humane europäische Migrations- und Asylpolitik möglich sei, zum Beispiel unter Anwendung eines Systems der Flüchtlingspartnerschaften wie in Kanada. Ein Gespräch darüber finden Sie auch im aktuellen Falter.

Haselnusseis mit Assam Pfeffer?

Erdbeereis mit grünem, geräuchertem Pfeffer? Frisch gemahlen!

Eine gute Pfeffermühle verführt zu geschmacklichen Experimenten: probieren Sie's aus!

WauWau ist eine Manufaktur in Wien, die sich auf Pfeffer-und Salzmühlen, Chilimühlen und Kaffeemühlen spezialisiert hat. Wir produzieren als einziges Unternehmen in Österreich die entsprechenden Präzisionsmahlwerke zum passenden Mahlgut: https://www.wauwau.at/


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