Machen wir es wie die Dänen! - FALTER.maily #616

Barbara Tóth
Versendet am 12.09.2021

ich schreibe Ihnen aus dem Burgenland, meiner Herzensheimat. Ich sitze mit meinem Laptop im Strandbad Weiden am See. Die Sonne steht spätsommerlich tief, der Neusiedler See glitzert, es ist traumhaft. Und jetzt soll das Burgenland, das heuer 100 Jahre alt wird, auch noch Dänemark werden! Das hat der hiesige Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil am Freitag verkündet.

Falls Sie es nicht mitbekommen haben: Dänemark hat am Freitag als erstes Land Europas die Pandemie für beendet erklärt. Alle Corona-Maßnahmen sind aufgehoben. 73 Prozent der 5,8 Millionen Einwohner sind bereits vollständig geimpft, bei den über 65-Jährigen liegt die Impfquote sogar bei 96 Prozent.

Im Burgenland sind 77 Prozent der Bevölkerung ab 12 Jahren geimpft. Damit es noch mehr werden, hat das Land eine Lotterie mit 1000 Preisen ausgeschrieben. Die Hauptgewinne sind ein Golf GTI, ein Mini Cabrio und ein E-Fahrzeug. Das ist nicht ganz "Fridays for Future"-kompatibel, aber wohl zielgruppengerecht. Es geht ja vor allem um ältere Semester.

Es gibt auch andere Zugänge: In Deutschland wird Ungeimpften, die in Quarantäne müssen, schon bald weniger Lohnersatz gezahlt. Auch die Frage, ob Ungeimpfte, die mit Corona im Krankenhaus landen, mehr Selbstbehalt zahlen sollen, ist kein Tabu mehr.

Laut dem dänischen Politologen Michael Bang Petersen waren es folgende drei Regeln, die das Impfen in Dänemark zum Erfolg machten: 1) Mache es zu einem gemeinsamen, kollektiven Projekt! 2) Vermeide Polarisierung! 3) Halte die Sanktionen so gering wie möglich!

Ich finde, diese Pandemie fordert unserer Gesellschaft ein Mehr an Solidarität ab, nicht ein Weniger.

Genießen Sie den Sonntagabend!

Ihre Barbara Tóth


Videotipp

Ein schönes Beispiel von Solidarität in einem ganz anderen Bereich ist die Geschichte von Florian Klenk und seinem Freund, dem "Wutbauern". Der ZDF hat die Geschichte der beiden anlässlich der Publikation des Buches "Bauer und Bobo. Wie aus Wut Freundschaft wurde" noch einmal in einem schönen Beitrag nacherzählt. Hier können Sie den Kurzfilm ansehen, hier das Buch vorbestellen.

In den kommenden Tagen werden Sie übrigens noch einiges vom Bauern Christian Bachler hören und lesen: Er absolviert diese Woche sein "Praktikum" beim Falter.


Falter Morgen

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Noch ein Hinweis für historisch Interessierte: Vergangene Woche ging es im FALTER.morgen um Wiener Straßen und Gassen, die immer noch nach (hoch-)problematischen historischen Persönlichkeiten benannt sind. Hier können Sie unseren Wien-Newsletter kostenlos abonnieren.


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