Goldene Gießkanne - FALTER.maily #645

Matthias Dusini
Versendet am 15.10.2021

Die Kunstverliebten haben Grund zum Feiern. Das Kunst- und Kulturbudget, also die staatliche Förderung von Theatern, Museen und Ateliers, steigt um 61,1 Millionen Euro. Das heißt, dass im Jahr 2022 um mehr als zehn Prozent mehr Geld zur Verfügung stehen wird. Mehrere Millionen werden einmalig ausgeschüttet, der Großteil bleibt dauerhaft. 

Die Erhöhung des Budgets kommt vor allem den großen Tankern zugute. Acht Millionen Euro wandern zu den Bundesmuseen, 13 Millionen zu den Bundestheatern. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Die sogenannte Basisabgeltung blieb über viele Jahre hinweg gleich hoch, sodass die Inflation und die steigenden Gehälter die Mittel für die Aufführungen und Ausstellungen auffraßen.

Die Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Andrea Mayer, ging nicht nur mit ökonomischen, sondern auch mit sozialen Anliegen in die Verhandlungen mit dem Finanzministerium. So sollen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bundesmuseen einen Kollektivvertrag bekommen. Es wird dann nicht mehr möglich sein, das Personal mit billigen Verträgen abzuspeisen, während die Direktoren und Direktorinnen Unsummen verdienen. Das Prinzip Fair Pay soll auch bei der Bearbeitung von Förderanträgen berücksichtigt werden.

Ein Teil des für 2022 veranschlagten Budgets von 61,1 Millionen Euro kommt aus EU-Mitteln. Insgesamt fließen in den kommenden Jahren 66,5 Millionen Euro aus Brüssel nach Österreich, davon stehen im kommenden Jahr 11,4 Millionen zur Verfügung. Das Geld kommt etwa dem Volkskundemuseum zugute, das sein Gebäude sanieren will. Auf der Projektliste stehen die Digitalisierung des kulturellen Erbes und ein Investitionsfonds mit dem Titel "Klimafitte Kulturbetriebe". Fünf Millionen sind 2022 unabhängig davon der Kinderoper gewidmet, die die Staatsoper im Wiener Künstlerhaus einrichten will. 

Mit diesem Budget gelang Mayer ein großer Wurf, der sowohl Forderungen der großen Häuser als auch der freien Szene berücksichtigt.

Matthias Dusini

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Audiophile dürfen sich wieder auf ein podcastreiches Wochenende freuen. Ab Samstag hören Sie im FALTER-Radio eine Diskussion über die Zukunft der Wissenschaft. Ab Sonntag finden Sie dort Teil 1 einer Trilogie über die Geschichte der österreichischen Umweltbewegung. Die Serie von Julia Vitouch und Sophia Rut startet beim Funkensprung der Ökobewegung – beim AKW in Zwentendorf.

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