Die Vorzüge der Felbermayr-Models - FALTER.maily #855

Peter Michael Lingens
Versendet am 18.07.2022

Der Vorschlag von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr, ein bestimmtes Stromkontingent gratis zur Verfügung zu stellen, um die Folgen der Inflation zu mildern, scheint mir brillant. In Wirklichkeit lässt er sich nicht nur in Bezug auf Strom, sondern auch in Bezug auf Gas verwirklichen.

Im Idealfall sollte man allen Menschen, die sich Strom und Gas auf der Basis ihres Einkommens nicht mehr leisten können, dieses Kontingent nach Einkommensstufen gestaffelt zukommen lassen: Sie werden verständigt, wie groß das Kontingent ist, das sie nicht bezahlen müssen, weil der Staat es für sie bezahlt, müssen dem Lieferanten aber bezahlen, was sie darüber hinaus verbrauchen.

Sie werden somit unverändert veranlasst, so wenig wir möglich zu verbrauchen, sodass der gesamte Energieverbrauch, anders als bei einer Preisdeckelung, sehr wohl sinkt und die Erschließung alternativer Energie weiterhin befördert wird. 

Wäre die Vermögenssteuer nicht abgeschafft, könnte man aus den Steuerakten exakt ersehen, wer wegen seines Vermögens trotz geringen Einkommens keinen Anspruch auf ein Gratis-Kontingent hat - so muss man ein gewisses Maß an ungerechter Beschenkung in Kauf nehmen- aber die Vorteile des Felbermyr- Rezeptes überwiegen diesen Nachteil bei Weitem.

Meines Erachtens lässt er sich auf die so wichtige Subventionierung stark gasabhängiger Unternehmen übertragen: Auch dort könnte man besonders Betroffenen mit vom Staat bezahlten Gratiskontingenten aushelfen, deren Größe sich an ihren vermutlichen Mehrkosten orientiert.

Peter Michael Lingens

Über weitere Vor- und Nachteile des Preisdeckel-Vorschlags lesen Sie in Eva Konzetts Artikel "Komm, guter Staat" im gerade noch aktuellen FALTER.

Bevor uns die Hitzewelle Mitte der Woche in die Standbäder verbannt, empfehlen wir Ihnen, noch schnell etwas vom vielseitigen Kulturangebot in der Stadt mitzunehmen. Im "Kino wie noch nie" am Augartenspitz spielt es heute ab 21:30 "Soylent Green", im Kino am Dach sehen Sie "Ninjababy".

Für die ganz Schnellen: Das Wienerlied-Duo "Die Strottern" gibt ihre Songs heute ab 19:30 im Theater am Spittelberg zum besten, der Nino aus Wien spielt ab 20:30 im Rhiz.

Das Impulstanz-Festival schüttelt und shaked auch heuer die Stadt aus ihrem Sommerschlaf. FALTER-Redakteurin Lina Paulitsch empfiehlt "Tanz" von Florentina Holzinger. Sara Schausberger meint, Sie sollten "Oil Pressure Vibrator" der südkoreanischen Künstlerin Geumhyung Jeong sehen. Wofür Sie sich auch entscheiden: Wir wünschen viel Vergnügen!

Detaillierte Programmtipps für jeden Geschmack und jedes Bundesland finden Sie wie immer auch in der FALTER:WOCHE!

Zug fährt ab!

Terranes Reisen, also die Fortbewegung zu Erden ganz ohne Flugzeug, ist der Urlaubstrend 2022. Othmar Pruckner ist mit seinem Buch Auf Schiene Trendsetter und versammelt neben 33 Bahnreisen in und um Österreich Wanderungen, Radtouren und Städtebesuchen.

Der Sommer kann kommen!

Erhältlich auf faltershop.at


Das FALTER-Abo bekommen Sie hier am schnellsten: falter.at/abo
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Ihnen gefällt, können Sie ihn hier abonnieren.
Weitere Ausgaben:
Alle FALTER.maily-Ausgaben finden Sie in der Übersicht.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!