Wohnungsmarkt: Ab an den Stadtrand! - FALTER.morgen #219

Versendet am 07.12.2021

Wo Wien wächst, wo es schrumpft – und was ein Studentenheim damit zu tun haben könnte >> Wird morgen der Lockdown gelockert? >> Vogel der Woche: Die Dohle

Wetterkritik: Erst trocken und kalt, am Nachmittag möglicherweise ein paar Schneeflocken bei nicht mehr als drei Grad. Soll was Schlimmeres passieren im Dezember.


Guten Morgen,

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht – aber ich finde diese Karte hier faszinierend:


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© APA/ORF.at; Quelle: Statistik Austria/Landesstatistik Wien

Sie zeigt, welche Bezirke in Wien gerade besonders stark wachsen und aus welchen besonders viele Menschen wegziehen. Einige Trends sind leicht erklärt. Dass Transdanubien sehr viele Einwohner gewinnt, hat klarerweise damit zu tun, dass dort momentan viele Wohnungen gebaut werden – was natürlich auch in der Debatte um die Errichtung der Stadtstraße eine wichtige Rolle spielt. Andere Tendenzen erschließen sich schon schwerer: Zum Beispiel, dass ausgerechnet der hübsche, kleine Stadtteil Altlerchenfeld im 8. Bezirk die prozentuell größte Abwanderung hat.

Ich will nicht vorgreifen, aber es hat weniger mit Preisen zu tun als mit Psychologie und Pandemie. Warum, das habe ich mir von Experten erklären lassen, die gleich unten zu Wort kommen.

Außerdem lesen Sie wie die Lage vor dem morgigen Corona-Gipfel aussieht und Falter-Vogelwart Klaus Nüchtern erzählt Ihnen warum Dohle nicht gleich Dohle ist.

Einen schönen Tag wünscht

Martin Staudinger

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Zentrifugalkräfte

Warum es die Wienerinnen und Wiener aus den inneren Bezirken immer mehr an den Stadtrand hinauszieht.

von Soraya Pechtl & Martin Staudinger

Transdanubien: Das war für viele Wienerinnen und Wiener bis vor nicht allzulanger Zeit eine Gegend, vor der die Lateiner auf alten Landkarten mit dem Satz „Hic sunt leones“ gewarnt hätten – unbekanntes Terrain, das Ende der Scheibe. Inzwischen lebt bereits ein Fünftel der Stadtbevölkerung jenseits der Donau: 373.000 Menschen, Tendenz steigend.

Währenddessen erleben dicht verbaute Innenstadtbezirke, in denen bislang besonders gefragte Wohngegenden lagen, offenbar einen Bevölkerungsrückgang. Demografische Zentrifugalkräfte sorgen dafür, dass Wien vor allem an den Rändern im Nord- und Südosten wächst. Der Stadtteil mit dem größte Zuzug (+ 14,5 Prozent) ist Leopoldau im 21. Bezirk.

Neubauprojekt in Leopoldau, dem Stadtteil mit dem prozentuell größten Bevölkerungszuwachs in Wien © Freimüller Söllinger Architektur/Kurt Hoerbst

Studienautor Johannes Klotz vom Meinungsforschungsinstitut OGM, das die Karte gemeinsam mit der APA anhand von Daten der Wiener Landesstatistik und der Statistik Austria erstellt hat, erklärt das folgendermaßen: In innerstädtisch dicht verbauten Gebieten ist der Wohnungsmarkt inzwischen ausgereizt. Was einmal Zimmer-Kuchl-Kabinett im Substandard war, wurde längst saniert und zusammengelegt. Neue Bauprojekte sind nur mehr dort möglich, wo Gewerbeflächen oder öffentlicher Grund brachliegen – siehe Nordbahnhof-Gelände, sagt auch Alexander Hanika, Leiter der Abteilung Analyse und Prognose Bevölkerung beim Sora-Institut.

Wer wo wohnen will, sei aber auch altersabhängig, so Klotz. „Ab dem Alter von 17, 18 Jahren ziehen die Leute in die Städte, mit Ende 20 wollen viele dann zurück in die Vororte oder auf’s Land. Dabei spielt die Familiengründung und der Wunsch nach einer größeren Wohnung oder einem Garten mit.“ Die Pandemie habe diese Entwicklung noch verstärkt.

Eine ähnliche Dynamik sieht Klotz bei Zuzüglern aus dem Ausland, etwa am Beispiels Favoriten. Dort siedeln sich Neuankömmlinge zunächst eher in gürtelnahen Grätzeln an. Haben sie sich etabliert, zieht es sie Richtung Stadtrand, wo die Wohnungen größer, aber trotzdem günstiger sind. Und auch im 10. gibt es große Stadterweiterungsgebiete mit entsprechendem Angebot.

„Es ist banal“, sagt der Wiener Planungsdirektor Thomas Madreiter: „Aber die Bevölkerung wächst eben dort, wo Wohnraum geschaffen wird.“ Er bezweifelt allerdings, dass Corona einen nachhaltigen Trend zum Leben in Stadtrandland ausgelöst habe. „Ich gehe davon aus, dass urbane Gebiete ihre Anziehungskraft behalten werden. In Zeiten der Digitalisierung werden Orte konzentrierter sozialer Begegnung nicht an Bedeutung verlieren, sondern gewinnen.“

Und die innerstädtische Abwanderung? Sollte man, so Madreiter, nicht an den Zahlen eines einzigen Jahres messen – schon gar nicht an jenen von 2020.

Im Stadtteil Altlerchenfeld, wo mit 4,2 Prozent weniger Einwohnern der höchste Bevölkerungsschwund verzeichnet wurde, befindet sich zum Beispiel das Pfeilheim, in dem mehrere hundert Studierende wohnen. Die konnten während der Lockdowns weder die Uni besuchen noch abfeiern. Daher dürfte ein wesentlicher Teil von ihnen die Stadt verlassen haben – und wieder zurückkommen, wenn die Zeiten besser sind. Auch das kann eine Bevölkerungsbilanz in einem kleinen Vergleichsgebiet ordentlich beeinflussen. Damit, dass sich der 8. Bezirk leert, ist vorerst also nicht zu rechnen.

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Es fühlt sich ein bisschen an wie beim Domino Day. Nach dem ersten Stein kippt der nächste, und dann noch einer und noch einer. Bei der türkisen ÖVP war es Sebastian Kurz, der den ersten Stein zu Fall brachte. Nach ihm kündigte Finanzminister und ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel an, die Politik zu verlassen, dann gab Bildungsminister Heinz Faßmann sein Amt auf.

Jetzt zieht sich auch die Wiener Landesgeschäftsführerin Bernadette Arnoldner zurück.

„Sein (Gernot Blümels) Rückzug bedeutet für mich einen Verlust eines ausgezeichneten Chefs", schreibt Arnoldner in einem Statement. © APA/HELMUT FOHRINGER

„Vor allem der Rückzug von Gernot Blümel hat diesen Schritt bekräftigt”, schreibt die Wiener Volkspartei in einer Aussendung. Der ehemalige Wiener Landesparteichef Blümel hatte Arnoldner vor vier Jahren aus der Privatwirtschaft in die Politik geholt. Die 43-Jährige war von 2007 bis 2018 beim Großkonzern Unilever im Marketing tätig gewesen. Wer ihr nachfolgt, war gestern noch unklar. Vor einer Woche hatte der ehemalige Vize-Polizeipräsident Karl Mahrer Blümels Posten als Chef der ÖVP Wien übernommen.


Die Bauarbeiten bei der U1-Station Alte Donau befinden sich im Endspurt. Nachdem die Station die vergangenen sieben Monate renoviert wurde, hält die U-Bahn ab Montag wieder in beiden Richtungen. Der neue Aufzug ist ab Freitag, 17. Dezember in Betrieb. 

„Das größte Problem der ,neuen' Regierung ist die Legitimation. Die fehlende Legitimation.“ 

Harry Bergmann denkt in seiner aktuellen Kolumne darüber nach, warum es an der Regierungsspitze alle paar Monaten jemand Neuen gibt – aber trotzdem keine Neuwahlen.

Soraya Pechtl

Endet der Lockdown wie geplant am Sonntag? Darüber beraten morgen die Landeshauptleute und Mitglieder der Bundesregierung. Ein Konflikt zeichnet sich bereits ab. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), der sich bereits heute mit Experten bespricht, war zuletzt eher zögerlich - wenn, dann nur schrittweise Öffnungen. 

Ganz anders Tirols Landeshauptmann Günther Platter. Er will gleichzeitig mit dem Handel auch die Gastronomie, Hotellerie, Kultur und Sportstätten am Montag öffnen. „Ein legitimer Standpunkt im Tourismus-abhängigen Tirol“, könnte man jetzt denken. Und der Landeschef wird ja wohl gute Gründe für eine Öffnungen haben. Naja. 

Platters Argument in der ORF-Pressestunde: „Wir haben das versprochen und wir müssen schauen, dass uns die Leute glauben.“ Wenn es nach den Versprechen der Politiker ginge, wäre die Pandemie seit dem Sommer vorbei und wir würden uns jetzt bei einem Punsch am Christkindlmarkt über den neuesten Kinofilm unterhalten. 

Michael Ludwig, Günther Platter und der damalige Bundeskanzler Alexander Schallenberg bei der Landeshauptleutekonferenz im November © APA/EXPA/JOHANN GRODER

Und wie sehen die Zahlen aus?

Die 7-Tages-Inzidenz ist in den vergangenen zwei Wochen von 1.085,5 auf 574,2 gesunken.

Die täglichen Neuinfektionen lagen gestern bei 4.625, am Montag vor zwei Wochen waren es noch 14.000 gewesen. 

Aber in den Intensivstationen werden 661 Corona-Patienten behandelt. Das sind mehr als je zuvor in diesem Jahr. 

Am niedrigsten sind die Zahlen übrigens in Wien und im Burgenland. Die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer empfiehlt deshalb eine Öffnung nur für den Osten Österreichs. 

In Tirol hatte die Ampelkommission das Risiko erst vergangene Woche als besonders hoch bewertet. Warum also der Vorstoß Platters? In „heiligen Land" wird nächstes Jahr gewählt und Platters Vertrauenswerte sind im Keller. „Da wird parteipolitisch gedacht”, sagt Politikwissenschafter Peter Filzmayer gegenüber Ö1. 

Scheuba fragt nach … bei Sigi Maurer.

Florian Scheuba berichtet in der aktuellen Folge, warum US-Investor Larry Fink nichts mehr mir Sebastian Kurz zu tun haben möchte, und die Wiener SPÖ die Offenlegung absurder Inseratendeals zu verhindern versucht. Mit Sigi Maurer, der Klubobfrau der Grünen, spricht er über den schwierigen Umgang mit einem chaotisch-instabilen, in schwarze Realos und türkise Fundis aufgespaltenen Koalitionspartner.

Georg Stefan Troller - DVD-Edition zum Jubiläum

Anlässlich seines 100. Geburtstages am 10. Dezember widmet das Filmarchiv Austria dem Journalisten und Filmemacher eine umfassende DVD-Edition. Die 6-teilige Box beinhaltet Beiträge aus seinen TV-Reihen PARISER JOURNAL und PERSONENBESCHREIBUNG sowie den neuen Dokumentarfilm AUSLEGUNG DER WIRKLICHKEIT – GEORG STEFAN TROLLER.

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Wie viele Ärztinnen und Ärzte arbeiten in Wien?

1. 4.392

2. 7.058

3. 8.432

Auflösung von gestern: In Wien sind 3.170 Motorboote (nicht 2.780 oder 1.350) gemeldet.

Lisa Kiss

Heute bietet sich eine virtuelle 360°-Tour durch die aktuelle Ausstellung der deutschen Künstlerin Rebecca Horn im Kunstforum Wien an. Sie wurde für kinetische Skulpturen wie das kopfüber aufgehängte Klavier „Concert for Anarchy“ bekannt, das seine Tasten ausspuckt. Ihre Anfänge machte Horn mit Aktionen, bei denen sie via Körpererweiterungen Grenzen auslotete. So verlängerte sie ihre Hände mit Stangen oder trug flügelartige Konstruktionen. Später hauchte die Cross-Media-Künstlerin mechanischen Objekten mit Vogelfedern Leben ein. Die Retrospektive bringt Hauptwerke wie „Überströmer“ oder „Die Pfauenmaschine“ nach Wien. (Nicole Scheyerer)

https://www.kunstforumwien.at/de/digital/360-grad-tour

Michelle Zauner: Tränen im Asia-Markt

Unter ihrem Künstlernamen Japanese Breakfast hat die US-Musikerin Michelle Zauner, Tochter einer Koreanerin und eines deutschstämmigen Amerikaners, mit „Jubilee" heuer eines der Konsens-Popalben zwischen Indie und Mainstream herausgebracht. Sie ist mittlerweile ein Role Model für US-Kids mit asiatischen Vorfahren, die musikalische Ambitionen jenseits von K-oder J-Pop verspüren.

Nach einer Jubelfeier war ihr allerdings lange nicht zumute. In dem autobiografischen Roman „Tränen im Asia Markt. Eine Geschichte von Trauer, Liebe und koreanischem Essen" schreibt sie über das so innige wie zeitweilig schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter -und erzählt vom Abschiednehmen und Trauern nach deren Krebstod mit Mitte 50. (Sebastian Fasthuber)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Sie wollen Gutes tun und feine Dinge gewinnen? Der FALTER veranstaltet auch heuer wieder die alljährliche Spendentombola „Hilfe, Geschenke!“ zugunsten des Wiener Integrationshauses. Im FALTER.morgen zeigen wir Ihnen jeden Tag eine Geschenkidee.

Wie funktioniert's? Eine Spende von mindestens 10 Euro wird zum Los, mit dem man eines der vielen schönen Geschenke gewinnen kann, die uns von den Shops und Labels gespendet wurden. Aber schnell sein: Die Aktion läuft nur noch bis zum 8. Dezember!


Probier-Package des Weingut Hauser

anno1555, das Label des Weinguts Hauser im niederösterreichischen Poysdorf, hat uns ein pralles Kostpaket mit diversen guten Tropfen aus dem Gutskeller geschnürt (Wert: € 100,–). Wir reichen es gerne an Sie weiter und sagen: Wohl bekomm’s, Prost, Cheers und Cin Cin!

Hier geht's zum heute vorgestellten Produkt und zum Losverkauf.

Erstes Gründungsstipendium startet: Jetzt bis zu 25.000 Euro für Gründerinnen und Gründer.

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House Ravenclaw, Teil 3:

Die Dohle

Nur um einem potentiellen Irrtum vorzubeugen: Dohle ist nicht gleich Dohle. Die Dohle, die einem am Ötscher-Gipfel die Jause stibitzt, hat mit der Dohle, die Krems in Angst und Schrecken versetzt, nichts zu tun. Das heißt, die beiden sind natürlich verwandt mit'nand und Rabenvögel allesamt, gehören aber nicht der nämlichen Gattung an. Genaugenommen befinden sie sich, was die Innere Systematik der Corvidae anbelangt, an den jeweils äußersten Ästen des Stammbaums: Die Alpenkrähe, Pyrrhocorax graculus, gehört der Gattung der Bergkrähen an und ist näher mit den Rakettschwanzelstern verwandt, wohingegen die „kommune“ Dohle, Corvus monedula,– so wie auch Krähen und Raben – der Gattung Corvus zuzurechnen ist und den Eichelhäher zur unmittelbaren Verwandtschaft zählt.

Ein echter Städter: Die Dohle © FALTER/Nüchtern

Aber, keine Angst, das ist nicht Prüfungsstoff, es reicht, wenn man die beiden anhand ihres Habitats und ihres Aussehens auseinanderhalten kann, und das ist, wenn man ihnen nahe genug kommt, recht leicht: Die Alpendohle hat einen gelben Schnabel und rötliche Beine, ist ansonsten aber einheitlich schwarz; die Dohle ist farbfrei schwarz und grau. Von den Nebelkrähen wiederum, von denen sich das gleiche behaupten lässt, unterscheidet sich die Dohle durch ihre geringere Körpergröße, den kürzeren, kompakten Schnabel, eine andere Schwarz-Grau-Verteilung sowie durch ihr vielleicht hervorstechendstes Merkmal nämlich die wunderschönen wasserhellen Augen.

Dass die Dohlen niederösterreichische Klein- und Mittelstädte terrorisiert ist natürlich Quatsch, ich erinnere mich nur an eine Zeitungsmeldung von einer „Dohlenplage“ in Krems. Wobei der Begriff der „Plage“ ja sehr leger, um nicht zu sagen: hysterisch gebraucht wird. Ich jedenfalls bin für mein Lamento über die „Stinkwanzenplage“ in meinem Schlafzimmer von biologisch sich informiert dünkenden Menschen immer nur milde belächelt worden.

So wie Krähen sind auch Dohlen echte Städter. Der Erfahrung des FaVoWa sind etwa Danzig oder das irische Killarney fest in den Handschwingen der Dohlen, wohingegen sich diese in Wien meist als minoritärer Anteil von Krähenschwärmen bemerkbar machen. Und das nicht zuletzt akustisch. Dohlen krähen und krächzen nicht, sondern stoßen scharfkantige Laute aus, die man etwa als „tschäck“ verschriftlichen könnte, weswegen die Dohlen auf Englisch ja auch „Jackdaws“ genannt werden. Die despektierliche Bezeichnung „Hupfdohle“ für Balletttänzerinnen scheint allerdings etwas weit hergeholt, denn das „Hupfen“ ist eher Krähenart, wohingegen Dohlen eher schreiten oder laufen und dabei mitunter den einen nicht ganz unkomischen Ausdruck grimmiger Entschlossenheit an den Tag legen. 


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