Schlecht drauf am Blue Monday? Wir haben Tipps für Sie - FALTER.morgen #242

Versendet am 17.01.2022

Blue Monday: Was das ist und was Sie dagegen tun können >> Warum die neuen Start-ups, die Lebensmittelzustellung binnen weniger Minuten versprechen, in Wien nicht funktionieren >> Grätzelrundgang am Bauernmarkt Leibnizgasse

Wetterkritik: Das Wetter kann einem schon die Laune verderben. Stürmisch und wolkenverhangen bleibt es heute, und das bei milden 3 bis 5 Grad. Am Abend soll es auch noch regnen.


Guten Morgen,

wie geht es Ihnen heute? Fühlen Sie sich niedergeschlagen? Das könnte am Datum liegen. Denn der heutige Blue Monday soll der traurigste Tag im Jahr sein. Was dran ist und was Sie dagegen tun können, erzähle Ich Ihnen gleich. Vorher komme ich aber noch zu einem anderen Thema.

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich Ihnen an dieser Stelle von der Zukunft des Lebensmittelhandels berichtet: Express-Lieferdienste, die mittels Fahrradboten Ihre Einkäufe innerhalb weniger Minuten an die Haustüre liefern. Inzwischen gibt es mit Mjam Market, Jokr und Flink drei solcher Lieferdienste in Österreich – Flink seit Herbst, Jokr seit Sommer und Mjam Market sogar schon seit Februar.

Allerdings ist wenige Monate nach dem viel versprechenden Start der erwartete Boom ausgeblieben. Im Gegenteil: Eines der Startups wurde wegen ausbleibendem Erfolges kürzlich sogar verkauft. In Deutschland haben die Lieferdienste hingegen innerhalb eines halben Jahres alle großen Städte erobert. Was ist in Wien so anders? Sind die Österreicher keine Quick-Shopper? Oder hat es was mit der Dichte an Supermärkten hierzulande zu tun? Wir haben versucht, eine Erklärung zu finden. 

Außerdem haben wir noch Tipps für Sie, was Sie gegen das Stimmungstief im Winter tun können. Und Florian Holzer hat den Bauernmarkt in der Leibnizgasse erkundet.

Einen entspannten Wochenstart wünscht Ihnen

Soraya Pechtl


Frische Früchtchen aus der Region - und das im tiefsten Winter?

Radieschen, Kohlsprossen, Pak Choi und rote Rüben... so bunt kann das heimische Gemüse auch im Jänner sein. Natürlich auch Winterklassiker wie Kipfler, Vogerlsalat oder Lauch finden Sie bei Paradeisa.

Aber, auch wer nicht nur Gemüse isst, wird bei uns fündig. Wir bieten Ihnen alles, was unsere Region an kulinarischen Genüssen hergibt.

Köstlichkeiten vom Apfelsaft bis zum Wiener Welsfilet finden Sie hier.

Paradeisa.at - Der Online Hofladen

Ausgebremst

Im vergangenen Jahr haben sich in Wien Express-Lebensmittellieferdienste breit gemacht. Aber das Geschäft läuft nicht wie erwartet. Vier Erklärungsansätze, warum das so ist:

Das war ein kurzer Ausflug. Erst im Sommer startete das luxemburgische Lebensmittel-Lieferstartup Jokr mit seinem Konzept, Einkäufe innerhalb von 15 Minuten nach Hause zu liefern, auch in Wien. Jetzt, ein halbes Jahr später, wurden nach FALTER.morgen-Informationen alle Wiener Filialen von Jokr verkauft (das Unternehmen wollte das bislang noch nicht bestätigen). Das Geschäft lief nicht wie angesichts der Erfahrungen in anderen Ländern erhofft. Anders als etwa in Deutschland bleibt die Zahl der Bestellungen weit unter den Erwartungen. Aber warum? 

In Deutschland gibt es mittlerweile unzählige Express-Lebensmittel-Lieferdienste, in Österreich gibt der erste bereits wieder auf © FALTER

Wir haben mithilfe von Branchenkennern vier mögliche Erklärungen gefunden: 

  1. Das engmaschige Supermarkt-Filialnetz 

In kaum einem anderen europäischen Land gibt es so viele Supermärkte wie in Österreich. Allein in Wien kommen auf eine Millionen Einwohner 400 Supermärkte (hier ein anschauliches Video von den Kolleginnen der Rechercheplattform Dossier). Im Vergleich zu Deutschland ist die Versorgungsdichte hierzulande rund ein Drittel höher.

Aber es gibt noch einen Unterschied zu unserem nördlichen Nachbarn: 

In Deutschland wurden Supermärkte lange Zeit als Großflächenmärkte außerhalb von Städten und Ortszentren konzipiert. Erst in den vergangenen Jahren kamen die Lebensmittelhändler näher an die Wohnorte der Menschen. Die Express-Lieferdienste haben diese Strategie erkannt und unter dem Motto „Wir sind noch schneller und noch näher am Kunden” gekapert. In Wien zieht das nicht, weil es sprichwörtlich an jeder Ecke einen Supermarkt gibt – im 200-Meter-Umkreis von meiner Wohnung entfernt etwa gleich sechs. Und das bringt uns zu Punkt Nummer zwei.

  1. Das Einkaufsverhalten

Laut dem Konsummonitor der Universität Wien und der AK Wien geht der Großteil der Österreicherinnen und Österreicher mehrmals pro Woche einkaufen. Der Großteil der Deutschen fährt hingegen einmal pro Woche zum Großmarkt, besorgt sich dort eher größere Mengen auf Vorrat – eine Kiste Bier oder Mineralwasser – und ist empfänglicher für die Möglichkeit, online zu bestellen, wenn die Milch ausgegangen ist oder die Zwiebel zum Curry fehlt. 

  1. Skepsis beim Online-Handel mit Lebensmitteln

Der Online-Handel boomt. 2021 wurde in Österreich rund 20 Prozent mehr Umsatz im Web gemacht als noch im Vorjahr. Der Lebensmittelhandel erwirtschaftet aber nur rund zwei Prozent seines Umsatzes online. Österreich bleibt dabei noch deutlich hinter Deutschland zurück. Das liegt einerseits am Einkaufsverhalten (siehe Punkt 2), aber auch daran, dass die Leute beim Bestellen von verderblichen Produkten generell zurückhaltender sind. Erfahrungsgemäß freunden sich Kunden, die positive Erfahrungen damit gemacht haben, aber zunehmend mit dieser Möglichkeit an. Auf lange Sicht wird der Online-Lebensmittelhandel vermutlich mit dem Einzelhandel gleichziehen.

  1. Startvorteil

In Deutschland gibt es mittlerweile etwa acht verschiedene Express-Lieferdienste für Lebensmittel. Die meisten Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich davon nur einer oder zwei durchsetzen werden. In Österreich ist die Situation eine andere. Mit Mjam gibt es bereits einen Anbieter, der am Markt etabliert ist. Bereits seit 2008 liefern die Kuriere in den grünen Anzügen Pizza, Sushi und andere frisch zubereitete Speisen an die Wiener Haushalte.

Im Februar stieg Mjam dann auch in das Lebensmittel-Liefergeschäft ein und konnte dabei bereits auf eine große Flotte von Fahrern und einen etablierten Kundenstamm zurückgreifen – ein Startvorteil. Mittlerweile gibt es in Wien acht Filialen, drei weitere in Graz, Linz und Salzburg. Wie viele Bestellungen in einem Standort eingehen, will man nicht verraten, die Zahlen würden aber im „zufriedenstellenden dreistelligen Bereich” liegen. Beim deutschen Konkurrenten Gorillas müssen allerdings über 1.000 Bestellungen pro Tag und Standort eingehen, damit sich das Geschäft lohnt.

FALTER.morgen hat folgende Experten befragt: Wolfgang Ziniel von der KMU-Forschung Österreich, Ulrich Schlick von der Deutschen Handelskammer in Österreich (AHK), Frank Düssler vom deutschen Bundesverband E-Commerce, Johanna Lindl von der Wirtschaftskammer Wien, Lars Hofacker vom Handelsinstitut EHI.

Liebe FALTER.morgen Leser*innen

Unser Stück Das weiße Dorf von Teresa Dopler hat nicht nur den Standard überzeugt.

Dopler erfasst die Dilemmata europäischer Privilegierter in unangestrengten Dialogen und in aller Schärfe. Die Schauspieler meistern das glänzend, ihre Bewegungen und Gesichter sind spannendes Falschspielerterrain
. Der Standard

Die Autorin durfte sich 2019 auch über den Autor*innenpreis Heidelberger Stückemarkt freuen.

Stimmen Sie gerne in den Beifall ein.

17. Jänner – 5. Februar 2022, Di-Sa um 20 Uhr, Karten gibt's hier.

Blau machen

Heute ist Blue Monday – der Tag, an dem die Stimmung der Leute angeblich ihr Jahrestief erreicht. Was an dieser Behauptung dran ist, und was Sie gegen winterlich-depressive Verstimmung tun können.  

Die Feiertage vorbei, das Wetter trist und die Neujahrsvorsätze bereits wieder vergessen: Anhand dieser Faktoren will der Psychologe Cliff Arnall im Jahr 2005 herausgefunden haben, dass der dritte Montag des Jahres stimmungsmäßig der Tiefpunkt des Jahres ist. 

Arnall musste dafür einiges an Kritik einstecken. Nicht nur, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für seine Formel gibt – er hatte sie sich zudem für die PR-Abteilung eines Reiseunternehmens ausgedacht. Dennoch hatte seine Aktion etwas Gutes: Der Blue Monday ist in den vergangenen Jahren zum Aktionstag gegen Einsamkeit und Depressionen geworden. 

Blue bedeutet im Englischen auch traurig oder deprimiert © pixabay

Während der Corona-Pandemie haben psychische Probleme zugenommen. „Viele Menschen, die vorher schon depressiv waren, gehen jetzt noch weniger raus. Dieser selbstgewählte Rückzug hat sich verstärkt”, sagt Günter Klug, Präsident von pro mente Austria, dem Dachverband für Gesellschaften zur Förderung seelischer Gesundheit.

Wir haben deshalb ein paar Tipps und Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können, wenn es Ihnen schlecht geht (nicht nur am Blue Monday):

  • Ein gutes Gespräch führen: Wenn Sie gerade keinen Gesprächspartner zur Hand haben, können Sie anonym und kostenlos beim Caritas Plaudernetz (05 1776 100), bei der Initiative Reden tut gut (01 35 844) und der Corona-Sorgenhotline (01 4000 53 000) anrufen und sich mit den freiwilligen Mitarbeitern unterhalten, die dort Dienst tun. Beim Plaudertischerl der Diakonie geht das auch per Videoschaltung über Zoom. 

  • Alte Freunde treffen: Sind Ihre Sozialkontakte während der Lockdowns auch ein wenig eingeschlafen? Dann ist es Zeit, sie zu reaktivieren. Denn: „Der erste Schritt besteht darin, Verhaltensmuster zu erkennen und rechtzeitig anzufangen, etwas gegen die Einsamkeit zu tun”, sagt Petra Fasching vom Caritas Plaudernetz

  • Neue Bekanntschaften knüpfen: Zugegeben, das ist gar nicht so einfach. Besonders armutsbetroffene Menschen sind von der Teilhabe an sozialen Aktivitäten oft ausgeschlossen. Auf Plattformen wie Wien-Gemeinsam-Erleben und Neu in Wien können Sie aber Menschen kennenlernen und gemeinsame Aktivitäten planen. Kostenlose Kulturveranstaltungen finden Sie auch hier. Günther Klug empfiehlt, sich in jungen Jahren ein stabiles Netzwerk aufzubauen, um Alterseinsamkeit vorzubeugen.

  • Professionelle Hilfe suchen: Manchmal ist das der einzige Weg aus einer Krise. Hier finden Sie Selbsthilfegruppen und weitere Anlaufstellen in Wien. 

Dass mit Anfang Februar eine Impfpflicht gegen Corona in Kraft tritt, haben Sie sicher gehört. Die Kolleginnen und Kollegen vom gedruckten FALTER sammeln gerade die Meinungen von Fachleuten und Betroffenen dazu und werden sie im Rahmen einer großen Debatte im kommenden Heft aufbereiten.

Das sind die gestern präsentierten Eckpunkte:

  • Gültigkeit: Für alle Personen ab 18 Jahren.

  • Ausnahmen: Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, Schwangere – und Genesene für einen Zeitraum von sechs Monaten. Wer sich mit Corona infiziert, muss sich ab diesem Zeitpunkt also 180 Tage lang nicht impfen lassen.

  • Ablauf: Zwischen Anfang Februar und 15. März werden alle Haushalte schriftlich über die Maßnahme informiert. Ab 16. März wird kontrolliert und gestraft. Für einen nicht näher definierten späteren Zeitpunkt ist eine dritte Phase möglich, in der Ungeimpfte einen Termin für die Impfung bekommen und Strafen drohen, wenn dieser nicht eingehalten wird – ob es dazu überhaupt kommt, hängt aber vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

  • Strafhöhe: Von 600 bis 3.600 Euro, maximal vier Mal pro Jahr. Keine Beuge- und Freiheitsstrafen.

Hier geht’s zur offiziellen Verlautbarung der Regierung.

„Ich warte hier 2 Wochen pro Jahr. Habe hier meinen Mann kennengelernt und 2 Kinder gezeugt. Danke, Stadt Wien!“: Über 50 Mails haben wir über’s Wochenende zu einer kleinen Geschichte über die Fußgängerampel beim Siemens-Nixdorf-Steg an der Brigittenauer Lände bekommen, an der man zwischen Rot und Grün grau wird – und viele Leserinnen und Leser hatten ähnliche Beispiele von anderen Kreuzungen und Zebrastreifen parat.

Wo man zwischen Rot und Grün grau wird – die Fußgängerampel beim Siemens-Nixdorf-Steg an der Brigittenauer Lände © Oskar Schmid

Wir werden in den kommenden Tagen die meistgenannten Ärger-Ampeln porträtieren und uns generell ansehen, wie Intervalle zustande kommen und auf wessen Bedürfnisse sie am meisten Rücksicht nehmen (wir haben da schon eine Vermutung).

Und falls die Passantin, die mit dem oben zitierten Satz auf einem Zettel an der Ampel die Debatte losgetreten hat, zufällig hier mitliest: Geben Sie uns unter morgen@falter.at Bescheid, wenn Sie mögen – wir würden Sie gerne interviewen.


Am Wochenende tagte erstmals der österreichische Klimarat: Zufällig ausgewählte Teilnehmer können an sechs Wochenenden über klimapolitische Belange beraten (eine Reportage lesen Sie am Mittwoch im FALTER). Aber nicht nur auf bundespolitischer, auch auf stadtpolitischer Ebene dürfen Bürgerinnen bei Klimathemen bald mitreden.

Im April startet die Stadtregierung das „Wiener Klimateam” – vorerst mit einer Pilotphase: Anrainer aus Margareten, Simmering und Ottakring können ihre Ideen zum Klimaschutz einbringen und sich nach einer Evaluierungsphase auch an der Umsetzung der Projekte beteiligen. Vorschläge dürfte es genug geben: Beispielsweise von der Initiative Pro Wilhelminenberg, die bereits seit längerem die Evaluierung von Großbauprojekten in Ottakring fordert.


Ab heute können Sie Ihre Kinder für kostenlose Kurse der Lernhilfe an den Wiener Volkshochschulen anmelden. Angeboten werden Kurse in Deutsch, Mathematik und Englisch für Volks-, NMS- und Gym-Unterstufen-Schüler. Die Kurse beginnen nach den Semesterferien am 14. Februar. Das Anmeldeformular und weitere Infos finden Sie hier.


Sind Sie auf Jobsuche? Die ÖBB bauen nicht nur das Schienenzeit, sondern auch ihren Personalstamm aus. 240 Jobs schreibt das Unternehmen derzeit aus, wie der ORF gestern berichtete. Gebraucht werden vor allem Lokführerinnen und -führer. Nach der 12-monatigen Ausbildung beträgt das Jahresgehalt rund 37.000 Euro plus monatliche Zulagen. Hier geht's zur Bewerbung.

Bauernmarkt Leibnizgasse

© ARGE KARTO

Ein Bauernmarkt ist der Leibnizgassen-Markt eigentlich schon lange nicht mehr. Die etwa 20 Stände bieten mehr oder weniger das Gleiche – ein kleineres Sortiment an Obst und Gemüse als bei den Ständen am Viktor-Adler-Markt daneben, dafür ein bisschen billiger. Trotzdem ist das Einkaufen hier lustig, wegen des exotischen Flairs und weil die Leibnizgasse tatsächlich ein bisschen zum Bazar geworden ist.

Den gesamten Grätzelrundgang von Florian Holzer lesen Sie hier.

Welcher Bezirk ist der am dünnsten besiedelte Wiens?

1. Hietzing

2. Donaustadt

3. Leopoldstadt

Auflösung von Freitag: Im Jahr 2020 wurden 8.514 Firmen gegründet (nicht 7.653 oder 9.672). Das sind 617 weniger als im Jahr zuvor. Quelle: Wirtschaftskammer Wien

ausgewählt von Lisa Kiss

Ein Mädchen liegt nach einer selbst versuchten Abtreibung in einem Krankenhaus im Sterben. Als ihre Eltern einen Priester schicken, verweigert ihm „Die Ärztin“ Professor Ruth Wolff den Zutritt. Nach dem Tod des Mädchens, beginnt eine mediale und interne Hetzkampagne gegen die säkulare Jüdin Wolff. Medizinethnische Fragen treffen auf persönliches Drama und Identitätspolitik. Die kluge Inszenierung von Robert Icke sehr frei nach Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ regt zum Nachdenken an. (Sara Schausberger)

Burgtheater, 19.30

Reinhard Kleist: Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years

Eine Graphic Novel, die Bowies Verwandlung in die außerirdische Kunstfigur Ziggy Stardust ebenso farbprächtig wie liebevoll und detailgenau nachzeichnet.

Wobei es hier keineswegs nur um eine Aneinanderreihung möglichst knalliger Bilder mit mehr oder weniger sinnvollen Sprechblasen geht. Kleist, der neben politischen und historischen Comics schon exzellente Arbeiten über die Musikgrößen Nick Cave und Johnny Cash vorgelegt hat, überzeugt auch als Erzähler.

Ein geschickter Kunstgriff schafft drei miteinander verwobene, durch die Farbgebung jedoch klar abgegrenzte Handlungsebenen: Da wäre als einende Klammer die Tour zum Album, die mit dem überraschenden Bühnentod von Ziggy Stardust enden sollte. Dabei erzählt Kleist kein reines Heldenepos, sondern auch eine Geschichte mit Brüchen und Zwischentönen. (Gerhard Stöger)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Peter Oswald, Grafiker & Illustrator

© privat

Hier bin ich geboren: In Deutschlandsberg in der Steiermark

Hier fühle ich mich daheim: Überall, wo es gutes Essen und angenehme Konversationen gibt. Aber am meisten fühl ich mich in den Museen in Wien daheim. Die sind quasi mein zweites Wohnzimmer, vor allem freu' ich mich darauf, dass das Wien Museum am Karlsplatz wieder aufmacht

In dieser Sprache sage ich: Ich liebe Dich” (und so lautet dieser Satz): Das spreche ich ganz selten aus – aber wenn, dann würd ich ein „I mog di!“ hervorbringen 

Damit habe ich mein erstes Geld verdient: In den Schulferien auf Baustellen. Das musste ich damals für die Praktika in der HTL machen 

So gebe ich das meiste Geld aus: Essen, Kuchen, Kaffee und Kultur. Momentan pendelt es sich zwischen kuratierten Kaffees beim kaffeemik und Buchteln bei der Vollpension ein

So sieht mein typischer täglicher Weg aus und so lege ich ihn zurück: Mein typischer Morgen in Graz ist ein Spaziergang zum Bäcker und wieder zurück nach Hause ins Homeoffice. In Wien ist es ein wenig aufregender, bei einem Schlenderer über den Naschmarkt in die Arbeit

Hier hatte ich einmal Angst: In letzter Zeit immer dann, wenn Demos gegen die Corona-Maßnahmen stattfinden und über dem Naschmarkt den ganzen Tag Helikopter kreisen. Da schaudert es einem nur

Hier bin ich glücklich: Am glücklichsten bin ich dann, wenn ich an einem sonnigen Tag ohne einen großartigen Plan zu haben durch Wien flanieren kann und dabei allerlei Leuten begegne, die ich kenne

Hier würde ich mein Kind nicht hingehen lassen: Das entscheide ich dann, wenn ich eines habe

Hier gehe ich hin, wenn ich meine Ruhe haben will: Meistens in eine der unzähligen kleinen Gassen oder Innenhöfe in Wien – wie den in der Blutgasse

Hier habe ich einmal etwas Verbotenes getan (und zwar …): Nach einem Kundentermin am Weg zurück in die Arbeit in der U-Bahn gegessen und laut kundgetan, wie gut es schmeckt. Es war mir nur ein bisschen peinliche beim Aussteigen, als mir einfiel, dass eine Woche vorher Essen in der U-Bahn verboten wurde. Oopsie!

So schmeckt Wien für mich: Nach Kaffee, Kuchen und Frittierfett. Am Naschmarkt meistens mehr nach letzterem

Mein Lieblingslied über Wien: Kurt Sowinetz - Alle Menschen San Ma Zwider. Das ist zwar kein Lied über Wien, aber es fasst das alte Wien gut zusammen

Ein Wiener Wort: Pallawatsch

Das Typische an Wien ist … der Schmäh, denn man führt, auch wenn er für manche, die es nicht verstehen, leider nicht wirklich charmant ist


Läuft etwas schief in der Stadt? Gibt es etwas, das Sie ärgert? Oder freut? Und vor allem: Wie gefällt Ihnen unser täglicher Newsletter? Flüstern Sie’s dem FALTER.morgen – Retour-Mail genügt.
Produktion: Julia Allinger
FALTER
Das FALTER-Abo bekommen Sie hier am schnellsten: falter.at/abo
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Ihnen gefällt, können Sie ihn hier abonnieren.
Weitere Ausgaben:
Alle FALTER.morgen-Ausgaben finden Sie in der Übersicht.