Pollenallergien: Da blüht uns heuer einiges - FALTER.morgen #329

Versendet am 18.05.2022


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Warum die Pollensaison heuer besonders lästig ausfällt >> Inflation: Die Sozialmärkte schaffen es kaum mehr, den steigenden Bedarf nach leistbarem Essen zu decken >> Die Preistreiber am Beispiel der Butter >> Film-Tipps von Michael Omasta

Wetterkritik: Nachdem der Regen den verfrühten August vertrieben hat, ist er weitergezogen und macht Platz für einen zeitgerechten Mai – meist sonnig, mäßiger Wind, bis 23 Grad am Nachmittag.


Guten Morgen!

Ich weiß ja nicht, ob Sie zu den Leuten gehören, die momentan nur mit Taschentüchern, Augentropfen und Allergietabletten aus dem Haus gehen. Falls ja: Ich fühle diese Tage besonders mit Ihnen mit! Frühling ist generell eine schwere Zeit für Allergikerinnen und Allergiker. Aber wenn man sich die Prognosen so ansieht, gibt es leider auch keine Entwarnung. Uwe Berger vom österreichischen Pollenwarndienst hat mir erzählt, an was das liegt. 

Übrigens: Ein Freund von mir - starker Allergiker - geht immer nur mit Nasenstöpseln und angepasster Brille durch die Stadt. Eine Extremmaßnahme (die aber zumindest die Leute rundherum amüsiert). Wer nicht so viele Blicke auf sich ziehen will, kann noch ein wenig durchhalten: An einer mRNA-„Impfung” gegen manche Pollenallergie wird bereits gearbeitet.

Außerdem heute im FALTER.morgen: Die Inflation, die seit Beginn es Ukraine-Krieges so hoch ist wie schon seit Jahrzehnten nicht, macht allen zu schaffen – die Preise für Treibstoff, Lebensmittel, Miete steigen ins Unermessliche. Meine Kollegin Soraya Pechtl hat zwei Sozialmärkte besucht und dort mit Menschen gesprochen, die sich das tägliche Leben kaum mehr leisten können. Und Eva Konzett beschreibt am Beispiel der Butter, welche Faktoren beim Anstieg von Grundnahrungsmitteln bereits eine Rolle spielen – und welche in absehbarer Zeit für weitere Preisschübe sorgen werden.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen

Katharina Kropshofer

Ab 20. Mai österreichweit in den Kinos:

Jola Wieczoreks preisgekrönter Dokumentarfilm STORIES FROM THE SEA erzählt anhand von drei berührenden und humorvollen Geschichten eindrucksvoll von der Sehnsucht nach dem Meer, begleitet von Julia Kents traumhafter Filmmusik.

20. Mai: Kinostart-Premiere in Anwesenheit der Regisseurin im Stadtkino Wien. Infos & Tickets hier.

Allergiegewitter 

Warum uns die Pollen heuer besonders stark zu schaffen machen.

Schon seit Tagen ist der gelbe Film auf Balkonmöbeln und Autodächern ständig präsent, für Allergiker bedeutet das bekanntlich nichts Gutes. Dazu noch die Horrormeldungen: Dieses Jahr ist für Bäume ein Mastjahr, der Pollenflug besonders dramatisch. Ist das ab sofort immer so? Und warum eigentlich? 

Vier Erklärungen von Uwe Berger, Aerobiologie an der Medizinischen Universität Wien und Leiter des österreichischen Pollenwarndiensts:

  1. Bäume: Schon im Winter habe man voraussagen können, dass die Frühblüher Erle, Hasel, aber auch Birke und Esche viele Kätzchen tragen werden. Dazu kam, dass gerade die milden Temperaturen im Osten den Blühbeginn um ein bis zwei Wochen nach vorne verschoben haben. ​​„Damit waren Allergiker oft schlechter vorgewarnt und vortherapiert“, so Berger. Die Birke blüht sowieso jedes zweite Jahr stärker - auch 2022. 

  2. Gräser: Dazu kommen Gräser, zehn bis 15 Arten sind für Allergien besonders relevant. Im April gab es ausreichend Niederschlag, also stehen diese nun gut im Saft und verbrennen auch bei größerer Hitze nicht. „Perfekte Bedingungen für die Grasblüte”, so der Experte. Die schlechten Nachrichten: Die Gräserarten blühen nicht zur selben Zeit. Wer also auf mehrere allergisch ist, muss noch länger durchhalten. 

  3. Gewitter: Dann gibt es noch die Sache mit den Gewittern, sogenanntes „Thunderstorm Asthma”. Stärkere Luftverwirbelungen können Abgase und Allergene stärker verbreiten. „Wir sehen zum Beispiel, dass kurz vor oder während Gewittern mehr Allergie-Patienten in die Ambulanzen kommen, weil ihre Atembeschwerden akut werden.” Die heftigste Gewitterzeit stehe uns noch bevor. Niederschlag kann aber auch Erleichterung bringen: Regnet es länger, wird die Luft „reingewaschen”, die Allergene am Boden weggeschwemmt. Ein kurzer Platzregen kann aber das Gegenteil bewirken und die Allergene am Boden wieder in die Luft schleudern. 

  4. Luftverschmutzung: „Je heißer es ist und je höher die Ozonwerte in den Ballungszentren sind, desto mehr triggert das die Stärke der Allergiesymptome”, so Berger. Ozon ist ein Reizgas, das etwa durch Autoabgase in die Luft kommt. Es schädigt nicht nur Nasenschleimhäute und Bronchien direkt, sondern steht auch im Verdacht Allergene zu verändern. „Es haftet an den Pollenkörnern an und verändert sie somit.” Wird die Luftqualität durch mehr dieser Abgase schlechter, stehen Pflanzen unter Stress und stoßen mehr Erbgut, also mehr Pollen aus - eine Absicherung, um noch schnell ausreichend Nachwuchs zu erzeugen. Gerade in Städten wie Graz oder Klagenfurt, die in einem Becken liegen, kann das fatal sein. Aber auch für Wien gebe es Daten, die zeigen, dass die Stärke der Symptome von der Luftqualität negativ beeinflusst. 

Verteilt auf verschiedene Orte in der Stadt bespricht die Vortragsreihe „Homosexualität und Nationalsozialismus“ des Zentrums QWIEN unterschiedliche Fragen des Strafrechts und der Verfolgung, der Täter*innenschaft sowie der Schicksale der Opfer in Wien 1938-1945. Weitere Termine ab Herbst.

Mehr unter qwien.at

Soraya Pechtl

Preis lass' nach!

Sozialmärkte sind Anlaufstelle für Menschen in Not, die sich Lebensmittel im normalen Handel nicht mehr leisten können. Aber die Läden schaffen es angesichts der Teuerung kaum noch, den steigenden Bedarf zu decken.

Um 12 Uhr Mittags ist das Müsli im Sozialmarkt des Wiener Hilfswerks (SOMA) in der Neustiftgasse ausverkauft. Auch das Regal mit den Backwaren ist fast leer. Nur noch ein paar Wecken dunkles Brot sind übrig. Wer zwei Stunden nach Ladenöffnung frisches Obst und Gemüse will, muss sich mit braun gefleckten Bananen, Champignons und Spargel begnügen. 

Jedes Produkt bis Ladenschluss kaufen zu können ist ein Luxus, den sich die Menschen, die in Wiens Sozialmärkten einkaufen, nicht leisten können. Wer spät dran ist, muss nehmen, was übrig bleibt. Oder wie die Pensionistin Beate, die eigentlich anders heißt, am Donnerstag wiederkommen. Da kommt die neue Lieferung Katzenfutter. Die Katzen fressen mich noch arm”, sagt sie lachend.

Beate ist Mindestpensionistin. Sie kauft einmal in der Woche hier ein, weil für sie - wie für alle Kunden im SOMA - die Lebensmittel bei Spar, Billa und Hofer zu teuer sind.

Leere Regale in der Neustiftgasse. Besonders beliebte Produkte werden rationiert © FALTER/Pechtl

Einkaufen darf hier nur, wer armutsgefährdet ist – also maximal 1.371 Euro im Monat verdient. Mit einem Einkommensnachweis bekommt man die Mitgliedskarte und damit Produkte, die um bis zu 90 Prozent günstiger sind als in regulären Geschäften.

Aber die Sozialmärkte schaffen es kaum noch, den Bedarf zu decken. 

Der Hauptgrund ist die gestiegene Nachfrage. Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine haben hunderte Geflüchtete eine Karte beantragt”, sagt Peter Kohls, Leiter der Sozialmärkte des Wiener Hilfswerks. Derzeit gehen rund die eine Hälfte der neuen Mitgliedskarten an Ukrainer, die andere an Einheimische, die sich das Leben wegen der Inflation nicht mehr leisten können.

Laut einer Schnellschätzung der Statistik Austria liegt die Inflation im April bei 7,2 Prozent. Das trifft auch Lebensmittel. Die Butter ist etwa um 21 Prozent teurer als noch vor einem Jahr (was das über die Inflation erzählt, lesen Sie gleich im Anschluss). Im etwa gleichen Ausmaß ist die Nachfrage im SOMA in der Neustiftgasse gestiegen. Im Vergleich zu Jahresbeginn kommen heute um ein Viertel mehr Kunden. Wenn die Mitarbeiter morgens die Türen öffnen, reicht die Warteschlange bereits bis zum nächsten Häuserblock.

Das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. Es gibt viel mehr armutsgefährdete Menschen, als im SOMA einkaufen”, sagt Kohls. Für viele ist der Gang in den Sozialmarkt noch immer mit Scham verbunden. Sie kommen erst, wenn es nicht mehr anders geht. 

Szenenwechsel, SozialShop in der Denisgasse in der Brigittenau: Petra Koller, die ehrenamtlich hier arbeitet, sortiert im Hinterzimmer das Obst. Wie viel kostet das?”, ruft ein Kunde vom Eingangsbereich und hält eine Packung Aufschnittsalami hoch. Im Supermarkt würden er für die 100 Gramm rund 2,50  Euro zahlen. 50 Cent”, ruft Koller. Der ältere Herr legt die Wurst zurück in den Kühlschrank. 

Einige kommen erst, wenn sie wirklich gar nichts mehr im Kühlschrank haben”, erzählt Koller. Auch sie merkt den steigenden Bedarf. Während es im Sommer des Vorjahres kaum Neuanmeldungen gab, sind es jetzt zwischen fünf und zehn pro Tag. Das stellt die Sozialmärkte vor ein Problem: Wir sind auf Spenden angewiesen. Es sind aber nie genug Lebensmittel da”, sagt sie. Einige Produkte wie Milch werden deshalb bereits rationiert: Nur ein Karton pro Kunde. 

Dass der große Andrang bald zurückgeht, erwartet Peter Kohls nicht. Im Gegenteil. Durch die Inflation wird im kommenden Jahr wahrscheinlich auch die Armutsgefährdungsschwelle von 1.371 Euro nach oben geschraubt werden. Das bedeutet: Noch mehr Kundschaft für die Sozialmärkte.

Eva Konzett

Alles in Butter? Längst nicht mehr 

Was ein Block pasteurisiertes Milchfett über die Inflation erzählen kann

Butter ist ein wichtiger Vorbote für die Preisentwicklung, vor allem im Lebensmittelsegment: Sie wird mit kurzfristigen Verträgen zwischen den Molkereien und den Lebensmitteleinzelhändlern gehandelt und bildete daher das aktuelle Preisgefüge ziemlich genau ab.

Im Vergleich zum März des Vorjahres ist der Butterpreis um 21 Prozent gestiegen

Der uralte Werbeslogan „Butter kann durch nichts ersetzt werden“ bekommt durch die Inflation eine neue Bedeutungsebene © APA/Helmut Fohringer

Aktuell sind darin bereits folgende Inflationsfaktoren enthalten:

  • Gas (für die Pasteurisierung)

  • Strom (für den Betrieb der Milchzentrifuge)

  • Treibstoff (für den Transport zur Molkerei bzw. für den Handel)

Noch nicht berücksichtigt sind:

  • Milch: ihr Preis wird mit langfristigen Kontrakte festgelegt, und diese haben die aktuellen Teuerungsschübe durch den Ukraine-Krieg noch gar nicht absorbiert; wie stark das durchschlagen wird, lässt sich daran ermessen, dass es für die handelsübliche 250-Gramm-Packung Butter fünf Liter Frischmilch braucht.

  • Futtergetreide: Wurde für das Frühjahr bereits großteils im Herbst eingekauft, wird sich im Lauf des Jahres aber empfindlich verteuern, weil die Ukraine und Russland als wichtige Lieferanten teilweise ausfallen.

  • Düngemittel: Für sie gilt das gleiche wie für Futtergetreide.

  • Allfällige Lohnerhöhungen

Für den Wifo-Ökonomen Josef Baumgartner steht fest: Die Ukraine-Effekte „werden sich erst im Laufe des Jahres durchfressen“, sprich voll auf die Inflation durchschlagen. In Europa werden sie die Lebensmittelpreise erhöhen, in Teilen der arabischen Welt und Afrikas droht eine Hungerkatastrophe.

Die Zahlen stammen aus der Geschichte „Am Beispiel der Butter”, die im aktuellen FALTER zu lesen ist.

Die MA 35 bleibt weiterhin in der Kritik – diesmal kommt sie von der Volksanwaltschaft. Ein großer Teil der 1.195 Beschwerden, die dort im vergangenen Jahr bezüglich mutmaßlicher Missstände in der Wiener Verwaltung eingetroffen sind, bezogen sich auf die Einwanderungsbehörde der Bundeshauptstadt.

Besonders viele Klagen gibt es im Bereich Niederlassungsrecht: Bei der Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen kommt es beispielsweise immer wieder zu eklatanten Verzögerungen. In Extremfällen warteten Antragsteller bis zu 57 Monate auf die Erledigung ihrer Eingabe. Von den 986 einschlägigen Beschwerden sah die Volksanwaltschaft 481 als berechtigt an.

Die Leitung ist willig, doch die Verbesserung ist schwach: Die Volksanwaltschaft kritisiert Wiens Einwanderungsbehörde MA 35 © APA/Georg Hochmuth

Die MA 35, sie ressortiert bei Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos), versucht seit Monaten, ihr Image als ineffiziente und wenig bürgerfreundliche Behörde zu verbessern. Der für den Bereich zuständige Volksanwalt Walter Rosenkranz registrierte zwar das Bemühen der neuen Leitung um Dialog – in Zahlen seien aber noch keine Fortschritt zu erkennen: „Insgesamt merken wir noch keine Entspannung.“

Wiederkehr sieht das naturgemäß anders: Er präsentierte am Dienstag eine Zwischenbilanz mit ersten Erfolgen. Unter anderem sei die Zahl der abgeschlossenen Verfahren im Einwanderungsbereich etwa um etwa 20 Prozent gestiegen, so der Vizebürgermeister. 


Das flächendeckende Parkpickerl, das nicht überall gilt, fanden Anrainer bereits vor dessen Einführung im März skurril. Die Stadt hatte die Ausnahmen in einigen dünn besiedelten Grätzeln vorgesehen, weil erwartet wurde, dass dort keine Pendler parken würden.

Ein Irrtum, wie sich jetzt herausstellte. Einige der Zonen wurden zugeparkt. Für die Gebiete Wolfersberg, Waldandacht beim Wienerwald und das Lusthaus im 2. Bezirk wird die Ausnahmeregelung deshalb mit 4. Juli wieder zurückgenommen, wie ORF Wien und Kurier gestern berichteten.

Endlich macht das Sprichwort Ausnahmen bestätigen die Regel" Sinn.

Die Ukraine-Tagebücher

In der aktuellen Ausgabe sprechen Yarina Arieva, Gemeinderätin aus Kiew und Karina Beigelzimer, Lehrerin aus Odessa, mit FALTER.morgen-Chef Martin Staudinger und FALTER-Journalistin Barbara Tóth über den Alltag im Krieg.

An welchem Tag ging die erste Wiener Hochquellleitung, die Wasser aus den Alpen in die Stadt brachte, in Betrieb?

1. 24. Oktober 1873

2. 13. Juni 1884

3. 06. September 1913

Auflösung von gestern: Durch Wien fließen 27 Wildbäche (nicht 23 oder 24).

Lisa Kiss

Theater

Das norddeutsche Nationalepos „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann bildet den Ausgangspunkt für das immersives Theater-Game „Sex, Drugs & Budd’n’brooks“ der Wiener Performancegruppe Nesterval. Das Publikum ist ein aktiver Teil der Inszenierung, in der die kanonische Untergangsgeschichte der Kaufmannsfamilie im Wiener Wurstelprater der Gegenwart weitererzählt wird. (Sara Schausberger)

Brut im Prater 36, 20.00

Franziska Schutzbach: Die Erschöpfung der Frauen

In einer Reihe von Kapiteln dekliniert Schutzbach die verschiedenen Aspekte weiblicher Überforderung durch, bis hin etwa zum Ideal des „glücklichen Kindes", dieser heute in kreativen Mittelklassen so dominanten Haltung, die etwa lautet: Wenn mein Kind nicht alle Talente gefördert bekommt, gleichzeitig in zwangloser Weise aufwächst, und wenn es Verwundungen erfährt, dann bin ich schlecht.

Augenöffnend sind auch Schutzbachs Protokollierungen zur „lesbischen Erschöpfung", wenn du deine Partner-und Familienkonstellation dauernd rechtfertigen musst. Der Anspruch auf Selbstoptimierung, Perfektion, Prestige, wie er heute allgemein verbreitet ist, führt generell zu einer „Gesellschaft der Überforderten" – Männer sind davon allenfalls weniger, mit Sicherheit anders betroffen. (Robert Misik)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Michael Omasta

Alice Schwarzer

© Verleih

Groß angelegter, gleichermaßen dichter wie kurzweiliger Dokumentarfilm über Werdegang und Wirkung von Alice Schwarzer, der deutschen Journalistin und Galionsfigur der Zweiten Frauenbewegung. Der Film (Festivalfassung: 136 Minuten, Kinoversion: 100) besticht nicht zuletzt durch akribische Recherche und fantastisches Archivmaterial. Filmemacherin und Produzentin Sabine Derflinger, die 2020 mit „Die Dohnal" unerwartet einen Doku-Blockbuster landete, fokussiert auf den Körper der Frau als Schwarzers zentrales Thema - wie er abfotografiert wird, wie er verkauft wird, inwieweit Frauen selbst über ihren Körper bestimmen, ob sie Kinder kriegen oder nicht, ihn verhüllen oder nicht -, das vor 40 Jahren schon so virulent war wie heute. (Michael Omasta)

Regie: Sabine Derflinger, Ö/D 2022

Warum Schwarzer auch viele vor den Kopf stößt, lesen Sie hier.


Das letzte Geschenk

Der 88-jährige argentinische Schneider Abraham Bursztein hat noch eine Aufgabe zu erledigen: Nach sieben Jahrzehnten möchte er seinen Freund in Polen wiederfinden, der ihn nach seiner Befreiung aus Auschwitz gesund gepflegt hat. „Pablo Solarz macht aus einem Roadmovie einen Film über die vielfältigen Wege der Geschichtsverarbeitung" (Manfred Riepe, epd-Film).

Regie: Pablo Solarz, E/ARG 2017


Glassboy

Der elfjährige Pino leidet unter Hämophilie, einer erblichen Bluter-Krankheit, und beobachtet traurig die Kinder, die auf der Straße um die Wette radeln und zur Schule gehen dürfen. Bücher, Spiele und sein Talent als Zeichner helfen ihm über das Alleinsein hinweg, doch seine Einsamkeit verfliegt erst, als er in der gleichaltrigen Mavi und ihrer Rasselbande endlich Freunde findet. Recht gelungene Adaption des Jugendromans „Il bambino di vetro" von Fabrizio Silei, patent gespielt und geradlinig in Szene gesetzt. (Empfohlen ab 8 Jahren)

Regie: Samuele Rossi, I/CH/Ö 2020


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