Liebesspiel: Das „Derby of Love“ auf der Hohen Warte - FALTER.morgen #335

Versendet am 30.05.2022

Das „Derby of Love“ zwischen dem First Vienna FC und dem Wiener Sport-Club zeigt, wie richtig netter Fußball geht >> Was macht eigentlich ein Exzesszusteller? Wir haben einen getroffen >> Grätzelrundgang: Am Hang von Mariahilf

Wetterkritik: Es bleibt so unbeständig wie am Wochenende – bewölkt und regnerisch geht es bei maximal 20 Grad durch den Tag. Stabiles Schönwetter ist auch danach nicht in Sicht.


Guten Morgen!

Dieses Fußballmatch wird anders. Das ahnt man schon, als am Freitagabend hunderte Menschen von der U4-Station Heiligenstadt Richtung Stadion hinter dem Karl-Marx-Hof in Döbling wandern, um sich das Spiel Vienna gegen den Wiener Sport-Club anzusehen. Wer kein klassisches Sport-Trikot im Kleiderschrank hat, kommt in gemusterten Kurzarmhemden, gestreiften Shirts und wahlweise mit Stofftasche in die Naturarena Hohe Warte. 

Wenn die beiden Wiener Traditionsvereine aufeinandertreffen, sitzen Studenten, Linke und Hipster in den Zuschauerrängen. Fan-Rivalitäten, Gewalt oder Rassismus – all das, was den Sport in den vergangenen Jahrzehnten in Verruf gebracht hat – fand man diesen Freitag beim sogenannten Derby of Love in Heiligenstadt nicht. Wie es dort zugeht, erzähle ich Ihnen gleich.

Außerdem: Birgitt Wittstock hat den Mann getroffen, der dafür sorgt, dass auch Spontanparties zu später Stunde mit Alk, Limo, Wasserpfeifen, Bierbongs, Playstations und ähnlichen Grundvergnügungsmitteln versorgt werden. Und Florian Holzer erkundet diese Woche ein ziemlich steiles Grätzel.

Einen schönen Wochenbeginn wünscht Ihnen

Soraya Pechtl


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Zartes Derby

Während es bei großen Fußballspielen immer wieder zu Ausschreitungen kommt, zeigten am Freitag zwei Wiener Traditionsklubs, wie es anders geht.

18:40 Uhr, eine halbe Stunde bis Anpfiff. Der Durst der rund 6.000 Fans ist so groß, wie die Schlangen vor den Ausgabestellen lang sind. Wer mit Bier und Schnitzelsemmel versorgt ist (oder nicht die Geduld für die 45-minütige Wartezeit aufbringt), sucht sich sein Platzerl in der Naturarena. Eine strenge Trennung zwischen den beiden Fan-Sektoren gibt es nicht.

Aussichtsreicher Blick von der Naturarena auf der hohen Warte © Christoph Pirngruber

„Bleibt's hier beim Vienna-Fan-Block, da findet’s schon noch a freies Platzerl”, empfiehlt ein Sicherheitsmitarbeiter und Fan der Blaugelben. Mit Blick auf den bewölkten Himmel klingt das verlockend. Aber die Karten sind für die nicht überdachte Naturtribüne ausgestellt und außerdem sind Sport-Club-Fans unter uns. „Das macht nichts, dann sitzt's näher bei den Gewinnern“, sagt der Security mit schelmisch grinsend. 

Der Ausblick über die Stadt, den man von der nordwestlichen Seite des Stadions hat, zieht uns dann doch auf die Wiese. Neben uns sitzen Vienna-Fans in Blau-Gelb. Hinter uns Freunde der Friedhofstribüne (eine Anspielung auf die Sport-Club-Arena gegenüber des Dornbacher Friedhofs in Hernals) mit schwarz-weißen Leiberln. Aus den Lautsprechern dröhnt „Vienna Calling“ von Falco. Kinder sind auf das Zahlendenkmal geklettert, das zum Andenken an das 125-jährige Bestehen der Arena im Jahr 2019 errichtet wurde, und feuern lautstark die Vienna an. Sportclub-Fans klimpern bei Eckstößen mit ihren Schlüsselbünden – ein Ritual der Hernalser. Pöbelnde Zwischenrufe gibt es nicht.

Die Spielzeit-Uhr zeigt Minute 30. Es steht 1:1, als im Fanssektor der Vienna Rauch aufgeht. Wenn Ultras bei einem Derby Rauchtöpfe zünden, steht die Polizei normalerweise mit ein paar hundert Beamten in Alarmbereitschaft. „Fußball ist ein Familiensport, und da müssen 500 bis 700 Polizisten pro Derby eingesetzt werden“, sagte ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer in einem Kurier-Interview vor drei Jahren und kündigte ein verschärftes Pyrotechnik-Verbot bei Sportveranstaltungen an (in Kraft getreten ist es bis heute nicht).

Beim großen Wiener Derby Austria gegen Rapid gibt es immer wieder zahlreiche Verletzte. Im Frühjahr 2018 erlitt eine Frau eine Platzwunde am Kopf, als Austria-Fans einen Rauchtopf als Wurfgeschoss verwendeten. Im Dezember desselben Jahres kesselte die Polizei über 1.300 Fans ein, weil es auf dem Weg zum Stadion zu „massiver Gewalt mit zahlreichen Verletzten” gekommen war. Ausschreitungen bei Fußballspielen sind kein österreichisches Phänomen. Beim Champions-League Finale am Samstag in Paris wurden 68 Personen festgenommen und 238 verletzt, weil sich, so die Polizei, einige Fans mit gefälschten Karten Zutritt zum Stadion verschaffen wollten.

Wenn die Vienna gegen den Wiener Sport-Club spielt, ist ein polizeiliches Großaufgebot nicht notwendig. Das Provokanteste an diesem Abend ist ein Transparent mit der Aufschrift: „Ned rean”: Darauf zu sehen: Ein Männlein mit Irokesenfrisur und Vienna-Trikot, der einen heulenden Sportklub-Fan tröstet. Denn die Blaugelben schafften diese Saison den Aufstieg in die zweite Liga, während der Sportclub in der Regionalliga verbleibt. 

Die friedlichen Fankultur ist nicht nur ein Gegenpart zum oft gewaltvollen großen Wiener Derby (Rapid vs. Austria), sie zieht auch viele Fans an. „Ich will bei einem Spiel keine Angst haben, eine in die Fresse zu kriegen”, sagt ein junger Mann im blauen Fanshirt. Nicht zuletzt deshalb trägt das Match den Spitznamen „Derby of Love”. 

Beinahe symbolisch geht das Match nach 90 Minuten mit einem 2:2 auch zu Ende. Ein friedvolles Unentschieden. Gefeiert haben die Fans dann gemeinsam.

Seit fast drei Monaten sind wir zusätzlich zu unserer Arbeit für obdach- und wohnungslose Menschen auch für Flüchtende aus der Ukraine da – und für ihre Tiere. Unsere ehrenamtlichen Tierärzt*innen haben sich bereit erklärt, die Ordinationszeiten zu erweitern.

Dennoch ist die neunerhaus Tierärztliche Versorgung dringend auf Spenden angewiesen, um das Angebot offen zu halten.

Bitte helfen Sie uns und unterstützen Sie Menschen und Tiere, die in ihrer Heimat alles zurücklassen mussten.

Was im Österreichischen ein Heisl ist, weiß man; dass es auf Wienerisch auch ein mehr als despektierliche Bezeichnung für unliebsame Personen sein kann, ist seit dem Landesparteitag der Wiener SPÖ am Samstag amtlich. Da wandte der Donaustädter Bezirkskaiser Ernst Nevrivy den Ausdruck auf Stadtstraßen-Gegnerinnen und -Gegner an, weil diese Bürgermeister Michael Ludwig „beleidigen oder beschuldigen“ – also: „die Grünen und die ganzen anderen Heisln da draußen“.

Fand's lustig: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) © Screenshot Twitter

Connaisseure der österreichischen Innenpolitik kommen nicht umhin, sich dabei an eine andere Größe der Wiener Stadtpolitik zu erinnern: Den seinerzeitigen FPÖ-Landeschef Hilmar Kabas, der im Jahr 2000 ebenfalls auf einem Landesparteitag, den damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil einen Lump schimpfte. Kabas machte sich wenigstens noch die Mühe, die Beleidigung kabarettreif zum dementieren (er habe so etwas wie „Hump“ oder „Dump“ gesagt; für Nevrivy gab's Applaus und herzliches Gelächter des Bürgermeisters. Mehr muss man tatsächlich nicht wissen.

Ab Mittwoch gibt es einen Grund mehr, im Innenstadtbereich auf das Auto zu verzichten. Die Tunneldecke der U4 muss erneuert werden – und damit auch die darüberliegende Straßenoberfläche. Deshalb wird am Franz-Josefs-Kai in Richtung Schwedenplatz zwischen Marienbrücke und Salztorbrücke die erste Fahrspur gesperrt. Während der Bauarbeiten, die bis Anfang Oktober dauern, bleiben zwar immer zwei Fahrspuren frei, mit Staus ist aber trotzdem zu rechnen.

Der Baustellensommer wird heuer vor allem auf den Wiener Brücken heiß © APA/Georg Hochmuth

Die U4 bleibt währenddessen durchgehend ungehindert in Betrieb. Fußgängerinnen und Radfahrer können in den ersten Bauphasen weiterhin ungestört am Franz-Josefs-Kai passieren. Zwischen 7. August und 18. September wird empfohlen, über den Treppelweg bzw. etwas großräumiger über die Gassen im ersten Bezirk auszuweichen. Wer den Donaukanal queren möchte, kann das weiterhin über die Salztorbrücke und die Marienbrücke tun. Nähere Infos gibt's hier.

Ab 6. Juni wird dann auch die Franzensbrücke über den Donaukanal für den Kfz-Verkehr gesperrt, weil die Fahrbahnplatte erneuert werden muss. Die Straßenbahnlinie O wird kurzgeführt, für den Fuß- und Radverkehr ein Behelfssteg errichtet.

Weitere Einschränkungen durch Bauarbeiten im Laufe des Sommers werden die Kagraner Brücke und die Heiligenstädter Brücke betreffen.


Es ist ein – nicht ganz unbegründetes – Klischee: Viele bedürftige Menschen ernähren sich nicht wirklich gesund. Der Grund dafür findet sich nicht zuletzt auf den Preisschildern im Supermarkt. Wo Bio draufsteht, muss man auch tiefer ins Geldbörsel greifen. Diesem Problem versucht der Verein MUT (Menschen, Umwelt und Tiere), der unter anderem eine Sozialgreisslerei betreibt, Abhilfe zu verschaffen: Er baut selbst Bio-Gemüse an.

Möglich ist das, weil der Demeter-Bauen Andreas Ripfl im Marchfeld 2.000 m2 Acker zur Verfügung stellt, auf denen MUT seit dem Vorjahr Bio-Gemüse und Kräuter anbaut. Die erste Ernte – immerhin 1,5 Tonnen Bio-Gemüse – konnte sich durchaus sehen lassen. Der größte Teil davon wurde im vereinseigenen Sozialmarkt in der Rechten Wienzeile 37 an prekär lebende Menschen ausgegeben, der Rest an andere soziale Einrichtungen (in diesem Fall das Neunerhaus) weitergegeben.

Das Projekt Stadt.Land.MUT – der Verein ist ausschließlich spendenfinanziert - kann per Crowdfunding unterstützt werden.

Welcher dieser Autorinnen und Autoren lebte im 19. Jahrhundert fast zwei Jahre lang in Wien?

1) Emily Brontë

2) Mark Twain

3) Edgar Allen Poe

Auflösung von Freitag: Die Salomoneninseln waren niemals namengebend für eine Wiener Fortgehmeile. Franz-Josefs-Land war Ende des 19. Jahrhunderts als Bezeichnung für eine kleine Ansiedlung und mehrere Gasthäuser (u.a. „Zum Franz-Josefs-Land“, „Zum Nordpol“, „Zum Nordlicht“) an einem Donauarm im 22. Bezirk gängig, die ihre Namen zu Ehren der österreichischen Nordpolexpedition von Julius Ritter von Payer und Karl Weyprecht erhalten hatten. Und das Bermudadreieck gibt es ja immer noch beim Schwedenplatz.

Birgit Wittstock

Hilfe kommt aus der Hauptbahnhofgegend

Irgendwann geht jeder Party der Saft aus. Dann schafft der Lieferdienst Drinks & Things professionelle Abhilfe. Auf einen Sprung beim Exzesszusteller.

Alk und Limo eisgekühlt. Knabberzeug, Shisha, Beerpong und Playstation 5. Mitten in der Nacht. In kürzester Zeit im Wohnzimmer.

Was wie ein adoleszenter feuchter Traum klingt, beschäftigte Milan Jovanovic jahrelang. Die Idee schien ebenso genial wie bombensicher, schließlich braucht jedes Gelage irgendwann Nachschub. Fakt. Vor einigen Jahren quälte man sich nächtens zur Tankstelle, um dort gegen ein kleines Vermögen die Kühlschränke leer zu räumen. Heute klingelt der Rausch, dem Lieferservice sei Dank, an der Tür. „Wir sind mittlerweile echt faul geworden“, sagt Jovanovic. „Heutzutage wird selbst dann bestellt, wenn die Geschäfte offen haben und man einkaufen gehen könnte.“

Rettet Partys: Milan Jovanovic © Birgit Wittstock

Jovanovic wollte noch eines drauflegen, nicht nur Drinks, sondern auch Things liefern, die Herzen in langen Nächten zu Hause mitunter begehren. „Allerdings hatte ich ewig nicht die nötigen Cojones, um die Sache anzugehen“, erzählt der 32-jährige Wiener mit kahlgeschorenem Kopf und Mehrere-Tage-Bartfrisur. Sein Vater habe ihm letztlich den nötigen Schubs gegeben. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder?“

Also wagte er. Im April des Vorjahres legte er sein Jus-Studium auf Eis und verwirklichte mit Drinks & Things seine Vision vom Lieferdienst. Dieser stellt eben nicht nur Getränke und Snacks zu, sondern auch Shishas und PS5 mit allem, was dazugehört. Und: wird auch wieder abgeholt. Der Zeitpunkt schien perfekt, schließlich saß gerade die ganze Stadt im Lockdown zu Hause. Optimale Bedingungen für Zusteller. Also startete Drinks & Things mit der Mission, eine Marktlücke zu schließen. Bloß wusste der Markt nichts von seinem Glück.

Nächtelang wartete Jovanovic in dem spartanischen Lager, das er in der Nähe des Hauptbahnhofs angemietet hatte, auf Bestellungen. Abend für Abend kamen seine Frau und die Kinder zum gemeinsamen Essen vorbei. Fünf brummende Kühlschränke, ein paar Regale, auf denen sich Getränkepaletten und Snackkartons stapelten, zwei Tische, ein paar Sesseln und eine Yogamatte, auf der er schlief, um tags darauf für seinen Brotberuf im öffentlichen Dienst fit zu sein. Doch das Postfach blieb leer, das Handy stumm. „Wien hat nicht auf mich gewartet“, habe er sich damals gedacht.

Eines Nachts, Jovanovic war gerade auf der menschenleeren Straße unterwegs, um sich ein Packerl Zigaretten aus dem Automaten zu drücken, lief er in zwei junge, gestylte Frauen. Kurzerhand drückte er ihnen einen Drinks & Things-Flyer in die Hand. „Cool“, sie seien gerade auf dem Weg zu einer Party. Stunden später läutete Milan Jovanovics Handy – die Automatenbekanntschaft. Man brauche Alkohol. Die angegebene Adresse: ein riesiges Penthouse in der Donaustadt. Rund achtzig Leute ließen es dort heimlich unheimlich krachen. Ein aufgedrängtes Red Bull später und wieder auf dem Rückweg läutete sein Handy erneut: Noch mehr Nachschub! „Als ich mit der Lieferung wiederkam, wurde ich von der ganzen Meute begrüßt und umarmt, als wäre ich ihr bester Freund“, erzählt der Drinks & Things-Chef und lacht. „Als der Mann mit dem Alkohol ist man grundsätzlich der Held.“

Mittlerweile hat das Geschäft Fahrt aufgenommen: Rund 300 bis 400 Drinks & Things werden monatlich bestellt. Aus der One-Man-Show ist ein Fünferteam geworden, das die ganze Stadt und mitunter auch den Speckgürtel beliefert. Die große Kohle ist es zwar immer noch nicht, Milan Jovanovic ist trotzdem optimistisch: „Viele Große haben klein in der Garage angefangen.“ Dass die ersten zwei Jahre hart sind, sei ja eine bekannte Faustregel der Unternehmensgründung. Dafür entschädigt der Spaß. „Man weiß nie, was der Abend bringt und welche Leute man trifft. Ich versuche halt ein tadelloses Service anzubieten und frage nicht nach.“ Ganz nach der alten Exzessprämisse „What happens in Vegas, stays in Vegas“.

Dieser Text stammt aus der brandneuen Ausgabe von „FALTERs Best of Vienna“, das man unter faltershop.at bestellen kann.

Am Hang vom Sechsten

© Arge Karto

Die Hanglage in Mariahilf sorgt vor allem in der Esterházygasse und im Bereich Eggerthgasse/Luftbadgasse/Kaunitzgasse für ein pittoreskes Stadtbild, wie wir es in Wien sonst kaum haben. Bei manchen Lokalen, die da am Hang liegen, können wir sogar ein kleines bisschen Lissabon- oder Neapel-Feeling kriegen.

Da wäre das Mi Barrio, das lateinamerikanische Klassiker aus möglichst authentischen Zutaten anbietet, die Terrasse mit Blickrichtung Esterházygasse ist der absolute Traum. Unmittelbar darunter liegt eines der skurrilsten Lokale Wiens: Das Kaiserwalzer 2.0 ist nämlich in einer ehemaligen k.u.k. Hoftischlerei untergebracht, ein Teil des kitschigen Inventars steht unter Denkmalschutz. Die Miranda Bar gegenüber ist hell, fröhlich, karibisch, also ganz anders als das Bar-Klischee vorgibt, die farbenfroh-fruchtigen Drinks lassen sich ganz vorzüglich im Schanigarten schlürfen. Daneben das Shokudo Kuishimbo: puristische Kyoto-Küche mit Spezialitäten aus Algen, Tofu, Gemüse, Fisch und Fleisch, sehr toll, ohne Reservierung chancenlos. Und schließlich das Café Einhornan dem sich seit seiner Gründung durch den legendären Uzzi Förster im Jahr 1977 wenig geändert hat, ein Original, nicht zuletzt wegen des Schanigarten-Balkons.

Den gesamten Grätzelrundgang von Florian Holzer lesen Sie hier.

Lisa Kiss

Das Leben fühlt sich an wie eine kaputte Schallplatte, lautet das Motto in Sound, Requisiten und Figurengestaltung von Sina Heiss’ „Die Überflüssigen“. Dass die Autorin und Regisseurin Anton Tschechows 1887 entstandene Tragikomödie „Iwanow“ über einen Mann, der sich nicht mehr spürt, ins Bobo-Wien des Corona-Jahres 2020 verlegt, ermöglicht einiges an Bühnenbildballett mit Ikea-Sitzwürfeln und Fadenvorhängen. Das tänzerisch-feine Zusammenspiel der agierenden Körper beweist Mut zur Emotionalität, ja Erotik, die aber ein ärgerlicher Hang des Textes zur zeitgeistigen Oberg'scheitheit dämpft. (Sara Schausberger)

Tag - Theater an der Gumpendorferstraße, 20.00

Jessica Bennett: Feminist Fight Club – Wie sich Frauen am Arbeitsplatz erfolgreich durchboxen

Ab wann ist ein Verhalten sexistisch? Frauen antworten auf diese Frage oft anders als Männer. Sie erlebt als übergriffig, was aus seiner Sicht doch nur charmant gemeint war. Er hat sie in der Sitzung unterbrochen? Er wollte doch nur ihren Gedanken zu Ende bringen. Jessica Bennetts Manual gegen Sexismus am Arbeitsplatz richtet sich an Frauen, aber auch Männer sollten es lesen. Es ist aus amerikanischer Sicht geschrieben, in bewusst kämpferischem Ton. Inzwischen schon ein Klassiker der Sisterhood-Bewegung. (Barbara Tóth)

Mehr über das Buch unter faltershop.at

Initiative Dornbach radelt sicher

© Martin Petraschek

Unser Anliegen in einem Satz: Wir engagieren uns für einen durchgehenden und sicheren Radweg bin nach Neuwaldegg

Wo wir sind: Dornbach und Neuwaldegg in Hernals

Wieviele wir sind: 20 Initiatorinnen und Initiatoren aus dem Grätzel und über 1.600 Menschen, die die Petition für unser Anliegen unterzeichnet haben

Seit wann es uns gibt: Juli 2020

Was wir erreicht haben: Die „Radspur mit Öffnungszeiten“ wurde von der MA 46 als Pilotprojekt in der Alszeile ab der Vollbadgasse auf 250 Meter Länge errichtet, danach Tempo 30 bis zur Endstation der Straßenbahnlinie 43 und Sharrows (Piktogramme) im Schienentrog eingeführt. Insgesamt ist durch die Initiative von uns und der Radlobby Hernals die Awareness der Bezirkspolitik für die Notwendigkeit des Ausbaus und der Verbesserung der Radinfrastruktur gestiegen.

Wo und woran wir bislang gescheitert sind: Am Unwillen der Politik, die notwendigen Maßnahmen in Bezug auf die Radinfrastruktur zügig und umfassend umzusetzen. Stattdessen werden wir vertröstet bzw. wird der Ausbau in viel zu kleinen, langsamen und mutlosen Schritten angegangen. Das Mobilitätsverständnis ist immer noch autozentriert: statt rasch und zeitgemäß sichere Radwege zu bauen, gilt die größte Sorge der Bezirkspolitik dem Erhalt der Stellplätze für Privat-Pkw im öffentlichen Raum.

Wie Sie uns erreichen können: https://dornbachradeltsicher.wordpress.com/

PS: Unsere nächste Aktion findet am Donnerstag, 2. Juni (dem Tag vor dem Weltfahrradtag) statt. Wir radeln von Dornbach bis zum Bezirksvorsteher auf den Elterleinplatz um ihm dort unsere Vorschläge und Forderungen zu übermitteln.


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