Hofburgwahl: Sexismus und verschwitzte Witze - FALTER.morgen #396

Versendet am 26.08.2022

Bundespräsidentschaftskandidat Tassilo Wallentin musste seinen Instagram-Account säubern – wegen einer Unzahl von derb sexistischen Postings >> Unterirdischer Ärger um Anrainer-Parkplätze am Neuen Markt >> Wochenend-Event-Tipps von Lisa Kiss >> Grundkurs Kochen: Kürbis mit Polenta

Wetterkritik: Heute wird's mit 30 Grad noch einmal sommerlich heiß. Morgen und übermorgen kühlt es bei Regen auf 26 Grad ab – angenehmes Spätsommerwetter und die perfekten Temperaturen für das heutige Rezept im Grundkurs Kochen (siehe ganz unten).


Guten Morgen!

Zugegeben: Die Anforderungen für Kandidatinnen und Kandidaten, die sich berufen fühlen, das Amt des Bundespräsidenten der Republik Österreich auszuüben sind nicht wirklich hoch – sie müssen bloß „spätestens mit Ablauf des Tages der Wahl das 35. Lebensjahr vollendet haben und zum Nationalrat wählbar sein“. Ein gewisses Maß an Unbescholtenheit wird ebenfalls vorausgesetzt: Wer zu einer mehr als sechs Monate langen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, darf nicht antreten.

Die Latte liegt also nicht wirklich hoch, wofür die Riege der Kandidaten für die bevorstehende Wahl am 9. Oktober durchaus als Beleg herangezogen werden darf. Abgesehen vom Amtsinhaber Alexander Van der Bellen zeichnen sich die meisten von ihnen durch eine gewisse Verhaltensoriginalität aus: Das Teilnehmerfeld besteht aus einem Herren aus der Steiermark, dessen Prominenz im Wesentlichen auf Auftritte im Internet-Krawallfernsehen zurückzuführen ist, eineinhalb Impfgegnern und dem Chef einer Spaßpartei. Daneben wirkt selbst der FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz regelrecht staatsmännisch.

Und dann gibt es noch Tassilo Wallentin. Der Rechtsanwalt tritt so manierlich auf, dass man auf den ersten Blick durchaus glauben könnte, es mit einem honorigen Herrn zu tun zu haben. Dieser Eindruck bröckelt bereits, wenn man seine rabiaten Auslassungen als Nebenerwerbs-Kolumnist der Kronen-Zeitung liest. Und er bricht endgültig in sich zusammen, wenn man seinen Instagram-Account kennt – was dort zu sehen war, bevor er es (wohl im Sinne seiner Hofburg-Kandidatur) vor kurzem eilig löschte, erzähle ich Ihnen gleich. Trigger-Warnung: Es ist ziemlich sexistisch.

Außerdem habe ich gestern noch am Neuen Markt vorbeigeschaut, der gerade ziemlich klima-unsensibel neugestaltet wurde. Dort spielt sich unter der Erde ein Konflikt zwischen den Errichtern einer Tiefgarage und den Anrainern ab, die sich um günstige Stellplätze betrogen fühlen.

Und wenn Sie danach Stärkung brauchen, gibt’s im Grundkurs Kochen ein spätsommerliches Rezept für Kürbis mit Polenta.

Einen schönen Freitag und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen

Josef Redl


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Wen würden die Frauen wählen?

Auf seinem Instagram-Account hatte Bundespräsidentschaftskandidat Tassilo Wallentin bis vor kurzem viel Spaß mit sexistischen Witzen.

Beim Wandern in den bayrischen Bergen, in der Lederhose mit Unterstützern beim Neustifter Kirtag, im Anzug vor der Bücherwand in der Kanzlei - so zeigt sich Bundespräsidentschaftskandidat Tassilo Wallentin auf seinem Instagram-Account. 

Bis vor kurzem waren da aber noch ganz Inhalte zu finden. Der 48-jährige Rechtsanwalt und Krone-Kolumnist hat in der Vergangenheit regelmäßig frauenfeindliche Postings mit seinen Followern geteilt. Zum Weltfrauentag am 8. März zum Beispiel: „Nur weil Weltfrauentag ist … wird das Abendessen nicht von alleine fertig”. 

Oder das Bild einer Athletin, die nach dem Weitsprung auf allen vieren im Sand der Sprunggrube zu sehen ist, der Hintern der Frau in den Fokus gerückt: „If I die of Corona, please spread my ashes in the sand pit during women`s long jump” („Wenn ich an Corona sterbe, verstreut meine Asche bitte beim Weitsprung der Damen in der Sandgrube”). In etlichen Beiträgen hat Wallentin eine frauenverachtende Haltung zur Schau gestellt. 

Kurz bevor er seine Kandidatur bekannt gegeben hat, wurden die sexistischen Inhalte gelöscht. Eine Falter-Leserin hat Screenshots gemacht, nachdem erste Gerüchte über eine Kandidatur Wallentins aufkamen und sie sich über die Beiträge geärgert hatte.

Tassilo Wallentin hat auf eine Anfrage von FALTER.morgen nicht reagiert. Die nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen für die Kandidatur hat Wallentin bereits zusammenbekommen.

Wieviele davon von Frauen sind, ist nicht bekannt.

Sommerfrische

Das Buch Wildbadeplätze zeigt, dass man auch in der Großstadt inmitten von Natur schwimmen kann und führt auch aufs Land zu friedlichen Flussbädern und zu Seen, in denen sich die Berge spiegeln. Nahezu alle der 100 Badestellen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad erreichbar.

Erhältlich auf faltershop.at

Unterirdischer Ärger

Bei der Neugestaltung des Neue Markts fühlen sich Anrainer von der Bezirkspolitik und einem Tiefgaragenbetreiber um günstige Stellplätze betrogen.

Noch stehen die Bauzäune am Neuen Markt, doch der Großteil der Arbeiten ist bereits erledigt. Die unterirdische Parkgarage mit 450 Stellplätzen, die überhaupt erst Anlass für die Neugestaltung des Platzes war, ist noch nicht betriebsbereit. Und sorgt dennoch schon für Unmut.

Günstige Stellplätze waren die Vorbedingung für die Zustimmung der Anrainer zur Tiefgarage am Neuen Markt – jetzt gibt es sie nicht © FALTER/Redl

Der Grund: Den Anwohnern wurden 100 günstige Anrainerstellplätze in der Garage versprochen, doch die gibt es jetzt doch nicht. Dabei waren diese entscheidend dafür, dass das Projekt überhaupt umgesetzt werden konnte. 2006 lehnten nämlich bei einer Bürgerbefragung mehr als 73 Prozent die Baupläne ab. Sechs Jahre später ließ die damalige Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel das Grätzel noch einmal befragen. Diesmal stimmten 77 Prozent für die Neugestaltung.

„Ich habe damals zugestimmt, weil uns angekündigt wurde, dass es Anrainerparkplätze in der Tiefgarage geben wird”, sagt eine Bewohnerin des Grätzels. Sie hat sich für einen der Plätze angemeldet und erhielt vor kurzem Post. „Ein Dauerparkplatz würde monatlich zwischen 560 und 660 Euro kosten, das kann sich doch kein Mensch leisten”, sagt die Frau.

„Tatsächlich sind Bewohnerinnen und Bewohner auch auf die Bezirksvorstehung zugekommen, nachdem eine Information über die Garagenstellplätze seitens des Garagenbetreibers ausgesandt wurde. Diese haben darauf hingewiesen, dass anlässlich der Befragung im Jahr 2012 ein Kontingent an Bewohnerparkplätzen zu einem vergünstigten Tarif versprochen worden ist, und möchten dies nun vom Garagenbetreiber einfordern”, schreibt die Bezirksvorstehung auf Anfrage des FALTER.morgen.

Die Zusagen, die damals die Anrainer zu ihrer Zustimmung bewogen haben, sind unter Ursula Stenzel anscheinend aber nie schriftlich festgehalten worden: „Leider liegt der Bezirksvorstehung keine offizielle Vereinbarung oder schriftliche Absprache zwischen dem Garagenbetreiber und der damaligen Bezirksvorstehung vor.”

Der amtierende Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) will jetzt mit dem Garagenbetreiber, der Best in Parking AG, Gespräche führen. „Auch wenn die Versprechungen vor meiner Zeit getätigt worden sind, verstehe ich den Wunsch nach einem Kontingent an vergünstigten Bewohnerparkplätzen. Ich habe mich daher umgehend mit dem Garagenbetreiber in Verbindung gesetzt, um eine Lösung zu finden“, so Figl. 

Das bestätigt auch Garagenbetreiber Johann Breitender: „Schriftliche Vereinbarungen oder Zusagen unsererseits gibt es dazu bisher nicht. Wir sind jedoch zuversichtlich, gemeinsam mit dem Bezirk ein gutes Konzept zu finden.“ Wie auch immer das Konzept aussieht: Die Anwohner des Neuen Marktes fühlen sich getäuscht.

Simon Steiner

Die Bundesregierung setzt Maßnahmen gegen die Teuerung. Im August erfolgte die Auszahlung einer Sonder-Familienbeihilfe, der Energiegutschein kann noch bis Jahresende beantragt werden. Jetzt stehen weitere Auszahlungen bevor. Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:

  • Der Klima- und Anti-Teuerungsbonus wird statt im Oktober bereits ab September ausbezahlt. Er beträgt für Erwachsene 500 Euro, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 250 Euro. Anspruchsberechtigt sind alle Menschen, die 2022 ihren Hauptwohnsitz mindestens ein halbes Jahr lang in Österreich hatten. Die Auszahlung erfolgt durch Überweisung. Wenn Ihre aktuellen Bankdaten nicht auf FinanzOnline angegeben sind, Sie keine Familienbeihilfe und keine Pension erhalten, bekommen Sie den Bonus in einem eingeschriebenen Brief.

  • Zusätzlich gibt es einmalig 300 Euro für vulnerable Gruppen wie zum Beispiel Empfänger von Sozial- oder Studienbeihilfe.

  • Gemeinsam mit der Familienbeihilfe werden im September für jedes Kind im Alter von 6 bis 15 Jahren 100 Euro Schulstartgeld ausbezahlt.

  • Für Bezieher von Pensionen gibt es im September eine „Außerordentliche Einmalzahlung”. Sie beträgt bis zu 500 Euro und hängt von der Höhe der Pension ab.


Erneute Diskussionen gibt es über die Verkehrssicherheit von E-Scootern in der Stadt: Verkehrsexperten fordern eine Helmpflicht. Die Gefahr von schweren Verletzungen bei einem Unfall sei groß, meint Othmar Thann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Während es im gesamten vergangenen Jahr 159 Unfälle mit E-Scootern gab, sind es heuer bereits 169. Momentan tragen nur elf Prozent der Lenker einen Helm, bei Fahrrädern sind es 38 Prozent.

Was viele nicht wissen oder nicht wissen möchten: E-Scooter dürfen schon jetzt auf Radwegen und Straßen nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h fahren, für Lenkerinnen und Lenker gilt eine 0,8 Promille-Grenze. Dass diese Regeln oft nicht eingehalten werden, wird wahrscheinlich niemanden überraschen.

Die Burgbastei (der Garten vor der Hofburg) war im 19. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt. Weil die Besucher immer denselben kreisförmig angelegten Flanierweg zurücklegen mussten, bekam die Bastei ein Spitznamen. Wie lautete dieser?

1. Hamsterrad

2. Ochsenmühle

3. Trabrennbahn

Auflösung von gestern: Das Disney Drama „Flucht der weißen Hengste" aus dem Jahr 1962 (nicht „Verwünscht" oder „Wenn Wünsche in Erfüllung gehen“) wurde unter anderem in der Hermesvilla gedreht.

Lisa Kiss

Festival

Köstlich, innovativ und ganz ohne Fleisch - das Streetfood-Festival Vegan Mania zelebriert umweltfreundliche und gesunde Ernährung mit Verkostungen von vegetarischen und veganen Genüssen, präsentiert u.a. Bekleidung aus tierfreien Materialien und sogar eine vegane Finanzberatung. Das Musikprogramm gestalten am Freitag die Wiener Dub-Reggae Formation Stick A Bush sowie Freischwimma mit Mundartrock. Singer-Songwriter Danny Bianchi, der Augsburger Gitarrist Matze Semmler und die Band AnRainer spielen am Samstag, die argentinische Sängerin Valiente und Mary Jane’s Soundgarden am Sonntag. 

Donauinsel, beim Leuchtturm, Fr 14.00–21.00, Sa 10.00–21.00, So 10.00–19.00


Kinder

Die Sommerferien neigen sich unweigerlich dem Ende zu. In den kommenden zwei Wochen aber heißt es noch „volle Action“ für Kinder und Jugendliche. Der siebente Bezirk in Wien ruft den Kindersommer Neubau aus. Er startet am 26. August um 16 Uhr mit dem interaktiven Theaterstück „Märchen aus den vier Wänden“ im Josef-Strauß-Park und endet ebenda am 6. September mit einem großen Fest. Dazwischen reicht das Angebot vom Eisherstellen über Graffitikunst bis zum BodyParkour-Workshop an verschiedenen Standorten vom Museumsquartier bis zur Kaiserstraße. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erbeten. 

kindersommerneubau.at, Fr 16.00, Sa 10.30, So 10.00 (bis 6.9.)

Das niederösterreichische Augustiner-Chorherren-Stift Herzogenburg lädt bereits zum 50. Mal zu den NÖ KinderSommerSpielen. Auf Seite 7 der aktuellen Falter:Woche lesen Sie, warum sich ein Wochenendausflug mit der Familie ins untere Traisental auf jeden Fall lohnt.

Stift Herzogenburg, Fr-So ab 10.00 (auch von 2. bis 4.9.) 


Musik

Am Samstagabend findet wieder der Gürtel Nightwalk zwischen Thaliastraße und Ottakringer Straße statt. Für das Programm zeichnen die einzelnen Lokale verantwortlich. Zu den Highlights zählt heuer die junge, wilde, aber auch melodiefreudige Band Manic Youth, die vor dem B72 zu hören ist. Auf der Chelsea-Freiluftbühne stellen die unverbesserlichen Sixties-Freunde Freud ihr neues Album „Talking Phrases“ vor. Wild verspricht der Abend beim Rhiz zu werden, hier präsentiert sich ein neues Quartett aus altgedienten Kräften zwischen Lärm und Improvisation. No Dogs There! setzt sich zusammen aus Franz Hautzinger (Trompete), Philipp Quehenberger (Keyboard), Michael Strohmann (Bass) und Didi Kern (Drums). Nachts gibt es in The Loft technoide elektronische Tanzmusik vom Duo Austrian Apparel, das einen ganzen Fuhrpark alter Vintage-Gerätschaften einsetzt. (Sebastian Fasthuber)

Gürtellokale, Sa 16.00 (Eintritt frei)


Letzte Gelegenheit  

In der Londoner Club- und Technoszene der 1990er-Jahre fand der deutsche Fotokünstler Wolfgang Tillmans (*1968) jene Motive, die ihm internationale Bekanntheit bescherten. Seine Schau „Schall ist flüssig" nimmt mit auf eine Zeitreise, in der Porträts und Stillleben aus der Subkultur mit jüngeren Serien, etwa Fotos von Sternenhimmeln oder fotochemischen Reaktionen, verknüpft werden. Es gehe ihm um Grenzbereiche des Sichtbaren, sagt der Turner-Prize-Träger, der auch sein politisches Engagement gegen Diskriminierung und gegen den Brexit.. (Nicole Scheyerer)

Mumok – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Fr–So 10.00–18.00 (bis 28.8.)


Kabarett

Sie wurde durch ihre 15-Sekunden-Clips auf verschiedenen Social-Media-Plattformen bekannt, demnächst steht sie mit dem Programm „Ketchup, Mayo und Ajvar“ auf der Bühne des Stadtsaals in Wien. Die Juristin Irina erzählt als Toxische Pommes Alltagsgeschichten in gekonnt überspitzter Manier und legt dabei den Fokus auf ihren persönlichen Migrationshintergrund. Lesen Sie in unserer Titelgeschichte in der aktuellen Falter:Woche-Ausgabe ab Seite 4 ein Gespräch über Witze und Pointen, die Juristerei, die fehlende Diversität in der Kabarettszene und Hass im Netz.

Stadtsaal, So 19.30

Norbert Gstrein: Vier Tage, drei Nächte

Fluid-sexuelle Figuren und Beziehungs-Talk bestimmen den neuen Gstrein-Roman. Wie in seinen letzten Büchern ist er nah an der Gegenwart dran, ohne sich in Zeitgeistigem zu verlieren. Es gibt im Hintergrund einen Tiroler Hoteliersvater, gleichzeitig Witzfigur und Sponsor der Geschwister, dessen legendäre Preseason-Sause Ende 2020 zur Corona-Party wird. Den Fall in die Tiefe, ins Existenzielle löst im Roman aber nicht die Pandemie aus, sondern der Blick in die eigenen Abgründe.

Ich-Erzähler Elias ist ein unzuverlässiger Berichterstatter, der gutherzig und bisweilen naiv rüberkommt, aber auch Hintergedanken hat. Das Schwarzweißdenken, das so viele Romane heute auszeichnet, die klare Einteilung in Gut und Böse, die Figuren zu Pappkameraden macht, all das liegt Gstrein fern. Sein Held, wenn man ihn so nennen möchte, ist so widersprüchlich gestaltet, wie Menschen es eben sind.

In makellosen, gern auch etwas weiter ausholenden Sätzen arbeitet sich Norbert Gstrein in seinen Büchern, immer neu ansetzend, an ähnlichen Fragen ab. Dass sein Schreibprogramm nicht langweilig wird, spricht für ihn. (Sebastian Fasthuber)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Wenn die Hitze wird dezenter, ist Zeit für Kürbis mit Polenta

© Archiv

Halleluja, eine kühle Woche mit Höchsttemperaturen von nur 30 Grad liegt hinter uns! Das bedeutet nicht nur mal wieder halbwegs gut schlafen, sondern vor allem auch etwas Warmes, Festes und Gekochtes essen zu können, ohne zwischen Kreislaufkollaps und Foodkoma zu schwanken.

Wir nutzen die Gunst der Stunde und gönnen unseren hitzezermürbten Körpern eine wahre Delikatesse: Marinierten Kürbis mit Polenta.

Der geht so: einen Teelöffel Kreuzkümmelsaat, zwei Teelöffel Koriandersaat, eine getrocknete Chilischote und einen Teelöffel Fenchelsaat in einem Mörser fein zermahlen. Die Nadeln eines frischen Rosmarinzweiges abstreifen und mit der Gewürzmischung in etwa 80 Millilitern Olivenöl verrühren. Salzen und pfeffern.

Nun kommt der schweißtreibend Teil (es lohnt sich, versprochen!): das Schälen des Butternusskürbisses (Alternativ tut's auch ein Hokkaido). Dazu bedarf es eines richtig scharfen Messers und einiger Kraft. Ist die Tat vollbracht, den Kürbis halbieren, mit einem Esslöffel entkernen, die Hälften in grobe Stücke schneiden und marinieren. Im Kühlschrank ein paar Stunden (am besten über Nacht) ziehen lassen. Während der Kürbis bei 180 Grad auf der mittleren Schiene des Backrohrs eine gute halbe Stunde lang gart, rühren wir die Polenta an.

Dazu 300 Milliliter Milch mit 450 Milliliter Wasser und einen Teelöffel Salz aufkochen. 150 Gramm Instantpolenta (geht schneller und schmeckt genauso gut) einrühren und bei ständigem Rühren auf kleiner Hitze etwa zehn Minuten quellen lassen. Vom Herd nehmen, 40 Gramm Butter und 50 Gramm frisch geriebenen Grana Padano einrühren.

Salzen und pfeffern und am Ende alles mit frisch gerösteten, gehackten Haselnusskernen bestreuen.

Der Text stammt aus der Serie „Grundkurs kochen". Das gleichnamige Büchlein von Christopher Wurmdobler (Falter Verlag, 112 Seiten, 4,90 Euro) ist im faltershop erhältlich.


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