Weitere 70,5 Millionen für die Stadtstraße: Wirklich ein Skandal? - FALTER.morgen #464

Versendet am 02.12.2022

Die Stadt beschließt weitere 70,5 Millionen für die Stadtstraße, Aktivisten wittern einen Skandal. Aber ist es auch einer? >> Die Opposition will an das Diensthandy von Bürgermeister Michael Ludwig ran >> Klenk+Reiter, Folge 9: Beethoven rätselhafter Tod >> Grundkurs kochen: Gerstensuppe für kalte Dezembertage

Wetterkritik: Eines muss man dem Wetter lassen, Kritik nimmt es sich zu Herzen. Nach unserem gestrigen Lamento über fehlenden Schnee, fallen heute nachmittag weiße Flöckchen vom Himmel. Bei bis zu zwei Grad könnten diese aber auch schnell zu gatschigem Schneeregen werden.


Guten Morgen!

Die Donaustadt kommt nicht zur Ruhe. Nicht nur, weil dort täglich hunderttausende Autos über die Straßen brettern (232.000 Fahrzeuge fuhren 2017 über die Südosttangente). Seit einigen Tagen wird auch wieder heftig über die Stadtstraße diskutiert. Denn das Ressort von Stadtplanungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) will kommende Woche 70,5 Millionen Euro zusätzlich für das Straßenbauprojekt beschließen. Ein entsprechender Antrag geht am Dienstag durch den Verkehrsausschuss.

Umweltaktivisten und die Opposition toben. Die Lobau-bleibt-Bewegung spricht von einem „Eskalationsschritt” des Bürgermeisters. Die Stadt würde „einen Teil der abgesagten Strecke selbst bauen” wollen. Die Grünen kritisieren vor allem die hohen Kosten. Die Stadtstraße erweise sich „wie erwartet als ein Fass ohne Boden“, sagt Mobilitätssprecherin Heidemarie Sequenz. Auch, weil unklar ist, wie sich die Baukosten in den kommenden Monaten entwickeln. Das Geld wäre jedenfalls besser in den Ausbau der Öffis und des Radverkehrs investiert. 

Aber worum geht es überhaupt? Was wird mit den 70 Millionen finanziert? Baut die Stadt einen Teil der Lobau-Autobahn jetzt selbst? Das beantworte ich Ihnen gleich.

Außerdem: Im Gemeinderat wird es heute spannend. Die Opposition will Einblicke in die Chats von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) und Vizekanzler Christoph Wiederkehr (Neos). Wie die Chancen stehen, dass die Anträge durchgehen, lesen Sie im Anschluss. Und in der neunten Folge unseres Gerichtsmedizin-Podcasts Klenk+Reiter geht es um den rätselhaften Tod von Ludwig van Beethoven.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen

Soraya Pechtl

PS: Vor einigen Wochen haben wir Sie gebeten, uns etwas über Vereine zu erzählen, bei denen Sie Mitglied sind. Wir haben daraufhin zahlreiche Einsendungen bekommen. Danke dafür – und keine Sorge, wir haben Sie nicht vergessen (wer noch mitmachen will, kann gerne auf diese Mail antworten, wir schicken Ihnen den Fragebogen zu). Im neuen Jahr werden wir dann beginnen, die verschiedenen Vereine vorzustellen.


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An­schluss­fi­nan­zie­rung

Die Stadt will kommende Woche weitere 70,5 Millionen Euro für den Bau einer Anschlussstelle der Stadtstraße freigeben. Von den Grünen kommt Kritik, Umweltaktivisten wittern einen Skandal. Ist es auch einer?

Kurze Antwort: Nein, einen großen Skandal geben die Fakten nicht her. Für die lange Antwort blicken wir ein Jahr zurück. 

Erinnern Sie sich an dieses Zitat? „Nach diesen Plänen endet die Stadtstraße irgendwo im Nirvana.” Das sagte Bürgermeister Michael Ludwig im Dezember 2021, nachdem Umwelt- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) das Aus für die Lobauautobahn verkündet hatte. Dieser Satz wurde Ludwig von Aktivisten immer wieder für die Sinnlosigkeit der Stadtstraße um die Ohren gehaut. Wie er tatsächlich gemeint war, zeigt der aktuelle Antrag im Verkehrsausschuss. 

© Stadt Wien

Zuerst ein Blick auf die Baupläne und die Kompetenzverteilung: Die Stadt Wien ist zuständig für den Bau und teilweise auch für die Finanzierung der Stadtstraße (in der Grafik rot gestrichelt). Die Lobauautobahn, die Spange - also die Verbindung zwischen dem Wiener Verkehrsnetz (Stadtstraße) und dem Marchfeld - sowie die Anschlussstellen liegen dagegen in der Zuständigkeit der Asfinag.

Und hier nähern wir uns dem Kern des Problems. Denn die Anschlussstelle Seestadt West, die nun von der Stadt mit den 70,5 Millionen (vor-)finanziert und gebaut werden soll, ist ein Verbindungsstück zwischen der Seestadt Aspern und der Stadtstraße (mit der Lobauautobahn oder dem Lobautunnel hat sie nichts zu tun und abgesagt war dieses Teilstück auch nicht).

Für den Bau verantwortlich ist aber eigentlich nicht die Stadt, sondern die Asfinag. Zwar hat Umweltministerin Gewessler den Bau der Spange und der Anschlussstellen nicht abgesagt, ihre Errichtung verzögert sich aber. Hintergrund: Das Ministerium ließ im Vorjahr alle Straßenbauprojekte stoppen und evaluieren. Neue Pläne für die Spange fehlen bis heute.

Und ohne Anschlussstellen würde die Stadtstraße tatsächlich im Nirvana enden. Das hätte „Konsequenzen für Wiens Stadtentwicklung und den Bau zigtausender leistbarer Wohnungen”, heißt es in dem Antrag der für Straßenbau zuständigen MA 28. Denn der Straßenbau ist laut Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Voraussetzung für den Bau der Wohnungen in der Seestadt Nord.

Die Stadt Wien habe sich deshalb entschieden, die Anschlussstelle West selbst zu bauen und vorläufig zu finanzieren. Für das Jahr 2023 beziffert die MA 28 die Finanzierung mit 20,1 Millionen Euro. In den kommenden vier Jahren kommen nochmals 50,4 Millionen dazu (in den Gesamtkosten enthalten sind Kosten für die Planung, Grundstücksablöse und Bau). Das Geld will die Stadt von der Asfinag zurück – das Unternehmen hätte sich schließlich zum Bau „vertraglich verpflichtet”, heißt es aus dem Büro der zuständigen Verkehrsstadträtin Sima. Die Asfinag hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Einen fixen Starttermin für den Bau der Anschlussstelle West gibt es übrigens noch nicht. „Doch ein rascher Beginn ist notwendig, um zeitgleich mit der Stadtstraße fertig zu sein”, sagt Thomas Keller, Abteilungsleiter für Straßenverwaltung und Straßenbau.

Mit dem Bau der Anschlussstelle West sind die Probleme für die Errichtung der Seestadt Nord aber nicht gelöst: Denn die Wohnungen in dem Stadterweiterungsgebiet können erst gebaut werden, wenn die Stadtstraße, beide Anschlussstellen (Ost und West) und die S1-Spange fertig sind. So will es die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

Bis sich die Verkehrssituation in der Donaustadt endlich beruhigt, dürfte es also noch viele Diskussionen geben.

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Handy hoch!

Die Opposition will im Zuge der Aufarbeitung des Falls Wien Energie an die dienstlichen Chats von Bürgermeister Michael Ludwig ran.

Wissen wir bald, was Michael Ludwig in sein Diensthandy tippt? Wenn heute die konstituierende Sitzung der Untersuchungskommission zur Wien Energie startet (eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen finden Sie hier), geht es gleich um eine spannende Frage. Zeugen sind zwar noch keine geladen, aber die 16 Gemeinderäte stimmen über die Beweisanträge ab – und einer davon zielt auf das Handy des Bürgermeisters. 

Das hätten sie wohl gerne: Sein Diensthandy will Bürgermeister Michael Ludwig der Wien Energie-Untersuchungskommission aber nicht aushändigen © APA/Hans Klaus Techt (Ausschnitt)

Die ÖVP will nämlich Einsicht in alle Nachrichten im Zusammenhang mit der Causa Wien Energie, die Ludwig seit 1. September 2021 auf seinem Diensthandy beziehungsweise -laptop geschrieben und empfangen hat. Die FPÖ verlangt zusätzlich Einsicht in die Handy-Chats von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos), um zu erfahren, wann er was wusste. 

Für die Opposition könnten die Telefone einen Schatz bergen. Hätte der Bürgermeister vor dem 15. Juli - dem Tag, an dem er die erste Kreditlinie freigab - vom Finanzierungsbedarf der Wien Energie gewusst, könnte ihn das politisch schwer belasten. Schließlich argumentiert Ludwig, er habe die ersten 700 Millionen Euro im Alleingang mittels Notkompetenz freigegeben, weil die Situation dermaßen dringlich war. Es seien nur „nur wenige Stunden“ Zeit gewesen, das Geld bereitzustellen. 

Fraglich ist, ob die U-Kommission dem Antrag zustimmt. Hier wird es etwas kompliziert. Denn grundsätzlich kann eine Mehrheit der Abgeordneten Beweisanträge ablehnen. Derzeit ist aber nicht klar, was eine Mehrheit ist. Ein Beispiel: Die SPÖ hält acht der 16 Sitze in der Kommission, also genau 50 Prozent. Reicht das schon für eine Mehrheit? Das muss in der heutigen Sitzung der Vorsitzende Martin Pühringer, Richter am Verwaltungsgericht, gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern (die ebenfalls Richter sind) entscheiden. 

Falls dieser Dreiersenat die Hälfte nicht als Mehrheit definiert, kommt den Neos eine tragende Rolle zu. Die Sozialdemokraten könnten Anträge nur mit den Stimmen des kleinen Koalitionspartners ablehnen. Das bringt die Pinken in eine Zwickmühle. Stimmen sie aus Koalitionsräson der Ablehnung zu, droht der Transparenzpartei ein Imageverlust. Stimmen sie für die Offenlegung der Bürgermeister-Chats, könnte das für ordentlich Krach in der Regierung sorgen. 

Wer jetzt denkt, dass die SPÖ die Herausgabe der Nachrichten einfach verhindern kann, indem sie den Antrag ablehnt, liegt jedoch falsch. Denn damit ist das Begehren der Opposition noch nicht vom Tisch. Seit die U-Kommission vor einem Jahr reformiert und die Rechte der Opposition gestärkt wurde, werden abgelehnte Anträge einem Schiedsgericht, bestehend aus drei unabhängigen Richtern, zugewiesen. Dieser Dreiersenat hat dann zwei Wochen Zeit, um zu entscheiden, ob ein Antrag zulässig oder unzulässig ist. 

Alles klar soweit? Einen Punkt gilt es noch zu klären. Werden die Neos der Herausgabe von Ludwigs Handy-Kommunikation zustimmen?

Eher nicht. Die Pinken sind nämlich der Ansicht, dass die Herausgabe der Handydaten auf Antrag einer Oppositionspartei nicht zulässig sei. „Das ist problematisch. Nach meiner rechtlichen Einschätzung kann die Herausgabe der Handydaten nur ein Richter beantragen. Eine Untersuchungskommission ist aber kein Gericht, die Politik hat dem Recht zu folgen”, sagt NEOS-Fraktionsführer Stefan Gara.

Die ÖVP sieht das natürlich anders: „Juristisch gesehen betrachten wir das Verfassen von Kurznachrichten auf dem Diensthandy (sowie auch das Schreiben und Versenden und das Erhalten von Emails) als Regierungshandeln im weiteren Sinne”, heißt es von der Pressestelle. Deshalb sei es legitim, dass die Opposition Einblick in die Chats bekommt. „Wir sehen keinen Grund, dass die Vorlageaufforderung nur an die Staatsanwaltschaft gerichtet werden kann und nur sichergestellte Kommunikationsverläufe beinhalten soll.” 

Ob Ludwigs Chats schlussendlich vorgelegt werden, wird das Schiedsgremium in den kommenden zwei Wochen entscheiden. 

Ab Samstag online

Cicero über das Gift der Korruption

„Erste Rede gegen Catilina“: 63 vor Christus prangerte der römische Senator Cicero seinen Rivalen an. Eine historische Rede über Korruption, gespielt von Martin Schwandtner, besprochen von  den Korruptionsexperte Walter Geyer und Martin Kreutner bei Theaterfrau Anna Maria Krassnigg. Hier geht's zum Podcast.

Martin Schwandtner (2.v.l.) als Cicero, Nina Gabriel als Anthea Lawson (siehe Podcast unten), die Korruptionsexperten Walter Geyer und Martin Kreutner mit Anna Maria Krassnig (ganz links) © Julia Kampichler

Ab Sonntag online

Wie London die Korruption befeuert

Die Aktivistin Anthea Lawson prangert den Finanzkapitalismus der globalisierten Welt an: Eine  historische Rede aus dem Jahr 2014 über Korruption des Finanzkapitalismus, gespielt von Nina Gabriel, kommentiert von den Korruptionsexperte Walter Geyer und Martin Kreutner bei Theaterfrau Anna Maria Krassnigg. Hier geht's zum Podcast.

Genießen mit Holzer

Falls Sie es noch nicht wissen: Unser Gastro-Spezialist Florian Holzer hat auch eine eigene Fernsehserie. Auf W24 stellt er unter dem Titel „Wiener Genussgrätzeln mit Florian Holzer jede Woche einen Bezirk und vier dort beheimatete Betriebe vor, die ganz außergewöhnliche Lebensmittel produzieren. Vergangene Woche war Mariahilf dran, diese Woche ist die Innere Stadt geplant. Wer's gerne im echten Fernseher sieht: Gesendet wird jeden Samstag um 19:45 Uhr (Wiederholung: Mittwoch, 20 Uhr).

Miriam Hübl

Der rätselhafte Tod Beethovens

Woran der Komponist so früh verstarb und was seine Ertaubung damit zu tun hat

Mit nur 56 Jahren verstarb Beethoven nach langer Krankheit in Wien. Er selbst ließ in seinem Testament veranlassen, man möge ihn nach seinem Tod obduzieren, um die Ursachen für seine schleichende Ertaubung aufzuklären, die für ihn als Komponisten eine unvorstellbare Tragödie bedeutet hatte. 

So klein und doch so bedeutungsschwer: Ein Haar aus Beethovens Lockenpracht © Christopher Mavrič

Sie möchten das alles lieber hören als lesen? Hier gelangen Sie direkt zur Folge!

Zwar ergab die Obduktion keine Hinweise auf den Grund seiner Ertaubung, aber es konnte festgestellt werden, dass er an den Folgen einer Leberzirrhose verstorben war. Diese dürfte wiederum mit seinem langjährigen Alkoholmissbrauch in Zusammenhang stehen. 

Knapp zwei Jahrhunderte später ließ der Urologe Alfredo Guevara in einem Teilchenbeschleuniger in den USA eine Haarlocke des Ludwig Van Beethovens untersuchen. Das Ergebnis war überraschend: Die Bleibelastung in Beethovens Haaren war rund 100 Mal höher als das bei Menschen normalerweise der Fall ist. 

Um zu klären, wie das Blei in Beethovens Körper gelangen konnte, trat man an den Gerichtsmediziner Dr. Christian Reiter heran. Ob er die Haare nicht untersuchen könne, um den Rätseln rund um die Ertaubung und den Tod des Komponisten doch noch auf den Grund gehen zu können?  

„Ich hab gesagt: ,Na gut, dann schickt’s uns halt ein paar Haare vom Beethoven!’”, erinnert sich Dr. Christian Reiter an die ungewöhnliche Anfrage. Als die drei einzelnen Haare, verpackt in einem Plastikröhrchen, schließlich in seiner Hand lagen, sei das aber doch ein sehr eindrucksvoller Moment gewesen. 

Reiters Untersuchungen ergaben, dass sich das Blei erst im letzten Lebensjahr Beethovens in dessen Haar und Körper abgelagert hatte. Das ließ die Methoden des behandelnden Arztes Beethovens, Andreas Ignaz Wawruch, in den Blick geraten. Und einen schweren Verdacht aufkommen: Trug die Behandlung des Arztes womöglich Mitschuld an dem verfrühten Tod des Musikgenies? 

Das, und was wir heute über die Ertaubung Beethovens sagen können,  erfahren Sie in Folge 9 von Klenk und Reiter. Dem FALTER-Podcast aus der Gerichtsmedizin”.

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Was konnte man bis Mitte der 1950-er Jahre in vielen Wiener Parks ausleihen?

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2) Hunde aus dem Tierheim zum Spazierengehen

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Auflösung von gestern: Unser Satellitenfoto zeigte den AKH-Komplex im 9. Bezirk

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Markt

Wärmende Heißgetränke, Kunst- und Designstände & Feuertonnen in urbanem Winterflair: Im Zwischennutzungsprojekt „Wild im West“ in der Mariahilfer Straße 166–168 findet bis 23. Dezember ein Weihnachtsmarkt statt. Donnerstags bis sonntags geöffnet, bietet der Wintermarkt neben den Verkaufsständen und DJ-Sounds auch ein Kulturprogramm im Zirkuszelt. 

Wild im West, Fr, Sa 17.00 bis 22.00, So 12.00 bis 18.00 (bis 23.12.)


Film

Vier Filme, dazu selbst gemixten Orangenpunsch und feines Kunsthandwerk bietet das Punsch&Kino&Film-Pop-up „Lichtungen“ am Samstag in den Breitenseer Lichtspielen. Die Einnahmen des Benefiz-Events kommen der Straßenzeitung Augustin zugute, die mit Weihnachtskalendern und der aktuellen Ausgabe vor Ort vertreten sein wird.

Breitenseer Lichtspiele, Sa 17.00 bis 24.00


Theater

Wer Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ gelesen hat, erinnert sich bestimmt an Isa, das Mädchen, das die beiden Protagonisten auf der Müllkippe treffen. Der unvollendet gebliebener Roman „Bilder deiner großen Liebe“ ist eine Art Fortsetzung, in der sich Isa auf einen Roadtrip zu Fuß begibt. Regisseur Calle Fuhr bringt die Ich-Erzählerin doppelt besetzt auf die Bühne: Miriam Fussenegger und Lisa Weidenmüller stellen beide die widersprüchliche junge Frau dar. Ein melancholisch-schräger Abend mit überraschenden Choreinlagen. (Sara Schausberger)

Volkstheater in den Bezirken: HdB Rudolfsheim, Sa 19.30


Theater

Unter dem Titel „Desertshore“, benannt nach einem Album der deutschen Pop-Tragödin Nico, findet im Volkstheater ein zweitägiges Musikfestival statt. Der Sonntag setzt auf bewährte Altherren-Düsterkost, unter anderem treten Michael Gira, Kopf der Noiseband Swans, und Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) auf, letzterer im Chanson-Noir-Duo mit Teho Teardo. Auch toll, aber um einiges überraschender ist der Samstag mit US-Pathos-Queen Zola Jesus sowie der famosen britischen Popavantgardistin Anika. (Gerhard Stöger)

Volkstheater, Sa, So 20.00


Comics

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Renée Schroeder: Der Traum von der Unsterblichkeit

Renée Schroeders Buchtitel ist verheißungsvoll: „Der Traum von der Unsterblichkeit“ nennt die renommierte Molekularbiologin ihr neues Buch. Sie ist überzeugt, dass es der Wissenschaft gelingt, „uns so umzuprogrammieren, dass wir nicht mehr altern“. Alles dreht sich um die Zellen unserer Körper und wie diese fit und lange am Leben erhalten werden können. „Wir müssen Unsterblichkeit eher über ständige Erneuerung [der Zellen] suchen", schreibt die Autorin und stellt bahnbrechende Entwicklungen vor. „Xenobots“ etwa, ein Meilenstein der Forschung. Dabei handelt es sich um die ersten lebenden Roboter, hergestellt aus embryonalen Stammzellen eines Frosches, die beispielsweise in der menschlichen Blutbahn aufräumen und arterielle Plaques entfernen … (Margaretha Kopeinig)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Gerstensuppe, keine Frage, wärmt wohlig am Dezembertage

© FALTER/Archiv/Shutterstock

Wenn’s dir zu viel Fleisch ist, darfst du’s auch zur Seite legen, sagte die Gastgeberin und stellte einen tiefen Teller voll dampfender dicker Suppe auf den Tisch. Von wegen zu viel: Das Geselchte kam vom besten Fleischhauer am Brunnenmarkt, die Suppe vom Herd der Lieblingskolumnistin, die – selbstverständlich nur auf Anfrage – auch gleich noch das Rezept für diese perfekte Wintersuppe herausrückte. Natürlich ein Familienrezept „wie von Muttern“, die Zubereitung erweist sich als einfach noch dazu. Was will man mehr?

Und so geht die rustikale Gerstensuppe aus dem Hause K.: Weiße oder Wachtelbohnen (die schauen interessanter aus, also: Wachtelbohnen) ein paar Stunden in Wasser einweichen. Einweichwasser wegschütten und die Bohnen in frischem, ungesalzenem Wasser nicht zu weich kochen. Beiseite stellen. Ein Bund geputztes, geschältes und nicht zu klein geschnittenes Suppengrün mit einer Tasse (Roll-)Gerste und einem schönen Stück Geselchtem in zwei, drei Liter Wasser eine Stunde lang leicht köcheln lassen. Salzen, pfeffern.

Dann das Fleisch aus der Suppe nehmen, in kleine Würfelchen schneiden und gemeinsam mit den gekochten Bohnen wieder in die Suppe reingeben. Fertig.

Beim Fleisch hat K. extra dazugeschrieben: „So viel man will davon“. Aber wem’s zu viel, ist, der kann es ja auch zur Seite legen. Man könnte aber versuchen, eine vegetarische Variante zu fabrizieren: mehr Gemüse, mehr Gerste und mehr Hülsenfrüchte. Müsste hinhauen.


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