Kopf hoch! - FALTER.natur #35

Benedikt Narodoslawsky
Versendet am 19.11.2021

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: "Wie geht's?" Antwortet der andere: "Schlecht, ich hab Homo sapiens." Darauf der erste: "Keine Angst, das geht wieder vorbei."

Die Klimakonferenz von Glasgow (COP 26) ist zu Ende, UmweltaktivistInnen blasen Trübsal, weil im Gegensatz zu den vielen Veranstaltungen in diesen Tagen ausgerechnet der Weltuntergang nicht abgesagt wurde. Selbst dem COP-26-Präsidenten Alok Sharma verschlug es zwischenzeitlich die Stimme, nachdem der Kompromiss namens "Klimapakt von Glasgow" in letzter Minute von Indien und China weiter abgeschwächt wurde. Die armen Länder, die von der Klimakrise am härtesten getroffen werden, haben auch nichts zu lachen. Denn ihr geforderter Fonds für "Loss & Damage", mit dem sie für die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise entschädigt werden hätte sollen, haben die Industrieländer wegverhandelt. Und jetzt halt noch der Lockdown. Schon wieder. Alles gerade nicht sooooo cool.

Aber wer aufgibt, hat schon verloren. Hoffnung braucht der Mensch, um weiterzumachen. Deshalb will ich heute Ihre Stimmung ein wenig aufhellen und habe für Sie Witze, Gags und lustige Bilder gesammelt.

Sagt der eine Gletscher zum anderen: "Du schuldest mir noch 1.000 Euro!"
Antwortet der andere: "Gib mir noch ein paar Tage, dann bin ich flüssig."

Schauen Sie mal, hier kratzt sich eine Giraffe den Rücken, da nimmt ein Elefant ein Schlammbad und hier fährt eine Krähe Schlitten.

Die Maus und der Elefant laufen durch die Wüste, da tritt der Elefant versehentlich leicht auf die Maus drauf.
Sagt der Elefant: "Sorry!"
Sagt die Maus: "Macht nix, hätte mir auch passieren können."

Letzte Worte in Zeiten des Klimawandels:

... des Bergführers: Den letzten Erdrutsch gab es hier vor über 200 Jahren.
... des sibirischen LKW-Fahrers: Na klar ist das Eis auf dem Fluss dick genug.
... des Amazonas-Forschers: Hier sind die Holzfäller zum Glück noch nicht.
... des Farmers: Red keinen Blödsinn, in dieser Gegend gibt es keine Tornados.
... des Gärtners: Dieses Insekt ist mir unbekannt.

Gehen zwei Hunde durch die Wüste. Sagt der eine zum anderen: "Wenn nicht gleich ein Baum kommt, passiert ein Unglück."

Kann man über die Klimakrise Gags, Gags, Gags machen? Klar, hier finden Sie einen Überblick einer außergewöhnlichen Aktion, in der sieben Late-Night-Show-Moderatoren zeitgleich die Klimakrise zum Thema machten. "Die Anstalt" hat im ZDF vor wenigen Tagen wiederum das Artensterben satirisch aufgearbeitet (ab 18.30 diskutiert eine Biene mit dem Bauern über ein Insektenschutzgesetz, sehenswert).

Kritisch betrachtet der Affen-Papa das Baby. "Nun sei nicht so niedergeschlagen", sagt die Affen-Mama. "Alle Neugeborenen sehen zunächst aus wie Menschen."

Hier einer meiner Lieblingscartoons von Gary Larson mit den Zirkusbären. Hier noch einer. Hier ein Cartoon über zwei Schweine von Oliver Ottitsch. Hier ein Cartoon zur Klimakrise von Michael Dufek. Hier einer von mir. Und hier einer, leider nicht von mir.

Sagt ein Schwein zum anderen: "Ich glaube, es stimmt, was ich gehört habe. Der Bauer will uns killen!" Darauf das andere Schwein: "Du Verschwörungstheoretiker! Der füttert uns doch jeden Tag!"

Was ist schwarz-weiß gestreift und kommt nicht vom Fleck? - Ein Klebra.

Mehr Witze finden Sie auf der "Klimaschutz-Baustelle" und auf Zoolala, lustige Tierfotos auf der Plattform Comedy Wildlife Photo. Lassen Sie sich nicht unterkriegen! Gute Laune hilft. Also Kopf hoch!

Benedikt Narodoslawsky

PS: Auf www.falter.at/natur können Sie alle Ausgaben dieses Newsletters kostenlos nachlesen. Die aktuelle finden Sie dort ein paar Stunden nach dem Versand. Wir freuen uns, wenn Ihnen dieser Newsletter gefällt und danken Ihnen, wenn Sie ihn an Interessierte weiterleiten, ihn auf Social Media teilen oder ihn sich auszugsweise auf den Unterarm tätowieren. Menschen haben sich schon blödere Sachen pecken lassen...

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Was hat die COP 26 in Glasgow gebracht, die am Wochenende zu Ende gegangen ist? Das würde jetzt ein bissl den Rahmen sprengen. Wie gut, dass zahlreiche KollegInnen die Ergebnisse bereits beleuchtet haben. Eine detaillierte Analyse finden Sie auf der englischen Plattform Carbon Brief. Der Spiegel liefert einen lesenswerten Überblick. Auf ORF III bewertete Politologe Reinhard Steurer die Ergebnisse schonungslos. Meine Einschätzung finden Sie im Falter. Am prägnantesten ordnete die Satire-Plattform Die Tagespresse die COP 26 ein.

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Am Montag veröffentlichte die Europäische Umweltagentur neue Zahlen zu Luftverschmutzung und Todesfällen in der EU. Demnach starben im Jahr 2019 in der Union 307.000 Menschen vorzeitig allein an den Folgen der Feinstaubbelastung. Mindestens 178.000 Menschen hätte die Politik retten können, wenn innerhalb der EU bereits der neue Richtwert für Luftqualität der Weltgesundheitsorganisation gegolten hätte. Von den 6100 vorzeitigen Todesfällen in Österreich hätten 2900 Menschen überlebt, wenn die Luft sauberer gewesen wäre.

Die gute Nachricht: Die Luftqualität in der EU hat sich bereits verbessert. Die schlechte: "Österreich schneidet im EU-Vergleich schlecht ab", kommentiert die Umwelt-NGO VCÖ, "In insgesamt elf EU-Staaten ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl die Zahl der Todesopfer durch Luftverschmutzung niedriger als in Österreich." Eine große Recherche zum Thema veröffentlichte der Falter vor drei Monaten.

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In der Pandemie zeigt sich die österreichische Politik gerade von ihrer schlechtesten Seite. Dennoch kann die Regierung in diesen Tagen einen Erfolg vorweisen, der beinahe untergegangen ist: Das Wohnungseigentumsgesetz wird erneuert. Es wird es leichter machen, Photovoltaikanlagen und E-Ladestationen zu installieren und Gebäude thermisch zu sanieren. Damit ist ein wichtiges Puzzlestein für die Energiewende gelegt. Der Ministerrat hat die Gesetzesnovelle am Mittwoch beschlossen, sie soll Anfang 2022 in Kraft treten.

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Unsere dreiwöchige Falter-Serie zur COP 26 beschließt Gerlinde Pölsler durch ein Interview mit den Kulturforschern Alexander Klose und Benjamin Steininger. Die beiden haben ein Buch über Erdöl geschrieben und erklären im Gespräch, wie stark wir uns bereits von dem fossilen Brennstoff abhängig gemacht haben.

Katharina Kropshofer, die vor etwa einem Jahr das Netzwerk Klimajournalismus mitbegründete, schreibt im Medien-Ressort über den immer größer werdenden Trend zum "Green Journalism" und begründet, warum wir einen besseren Klimajournalismus brauchen.

Peter Iwaniewicz widmet sich in seiner Kolumne diesmal dem rechtlichen Status von Tieren und erklärt: "Werden Tiere verletzt oder getötet, dann ist das laut Strafgesetzbuch nicht Körperverletzung oder Mord, sondern schlimmstenfalls Sachbeschädigung des Eigentums eines Menschen." Warum nicht Tieren Rechte geben, fragt Iwaniewicz.

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