Neue Oper, schwacher Puls

Musiktheater: Die erste Spielzeit der neuorganisierten freien Opernszene geht in die Halbzeit - mit großen Plänen, einigen Enttäuschungen und drei neuen Produktionen.

CARSTEN FASTNER
Kultur, FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Die Ziele waren hochgesteckt. Um die Stadt Wien gegen das von Sven Hartberger geforderte Haus für zeitgenössische Oper und für den Erhalt der freien Operngruppen einzunehmen, ließen sich deren Leiter einiges einfallen: Ein "sehr starkes Eigenprofil" wollten sie entwickeln, sich durch die "Betonung der künstlerischen Freiheit vom etablierten Theater" abgrenzen, in "prononzierte (sic!) Opposition zu industriell gefertigter Unterhaltung sowie technisch hochwertigen, aber seelen- und geistesarmen Theaterproduktionen" treten. Mediale Präsenz und interne Koordination sollten verbessert, der "Anreiz für potentielle Sponsoren" durch eine gemeinsame Vermarktung in der kurzerhand gegründeten Plattform Opernszene Wien erhöht werden.

Das war im Juli 1998. Und tatsächlich entschied sich Kulturstadtrat Peter Marboe ("trotz aller Sympathie für Hartbergers Pläne") dafür, die 18 Millionen Schilling städtischer Subvention unter den vier Gruppen Neue Oper Wien, NetZZeit, Musikwerkstatt Wien und

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