Scheiterhaufen

Liberales Forum Zwischen Bundespartei und Wiener Landespartei fliegen wegen der Parteischulden die Fetzen. Bedeutet das den Tod für Wiens Liberale?

Verena Ringler
Politik, FALTER 42/99 vom 20.10.1999

E"Will uns die Bundespartei aus Angst vor dem Konkurs mit in den Sarg legen? Für 2000 hat das Wiener LIF null Schilling. Die Klubarbeit können wir zwar weitermachen, aber keinesfalls für 2001 wahlkämpfen." So begründet Marko Smoliner, Wiener LIF-Abgeordneter, die "schwere Vertrauenskrise", die vergangene Woche zwischen Bundespartei und der Wiener Landesgruppe ausgebrochen ist. Mit sechs Gemeinderäten ist Wiens LIF politisch potent, hat auch Geld. Hatte. Denn nach den Wahlen erfuhr Landeschefin Gabriele Hecht angeblich von Dritten, dass die knapp 23 Millionen Schilling Parteienförderung für das nächste Jahr von Heide Schmidt längst verpfändet wurden. Was beim Schuldenstand des LIF - geschätzte 30 bis 40 Millionen - heißt: Von Kohle bleibt Asche.

Sägen die Wiener nur lärmend am darnieder liegenden Bundessessel? Oder dachte sich Schmidt bei ihren Finanzaktionen zu selbstverständlich in eine weitere Parlamentsperiode hinein? So waren die Nachwahl-Wehen jedenfalls nicht geplant.

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