Wien wählt. Aber was?

Seinesgleichen geschieht. Die Wahl wirft viele Fragen auf. Die meisten werden am Wahlabend nicht beantwortet sein.


Armin Thurnher

Vorwort, FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Politik ist kein rationales Geschäft, Politikbeobachtung noch weniger, und am wenigsten rational ist Politikkonsum. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird in diesem Sinn eine große Mehrheit der Wählerschaft nicht jene Kandidaten wählen, die sagen, was sie nach der Wahl vorhaben, sondern jenen Kandidaten, der es erst nachher sagt. Michael Häupl ist ein Mann, der die strategische Raffinesse liebt und Bekenntnisse ablehnt, bei denen gläubig die Bekenneraugen leuchten. Das ist legitim und blauäugiger Naivität allemal vorzuziehen. Andererseits lässt es eben auch vieles offen, vor allem die wesentliche Frage: Was kriege ich, wenn ich SPÖ wähle? Rot-Schwarz, Rot-Grün, oder - wenn alle ganz fleißig SPÖ wählen - am Ende gar die absolute rote Mandatsmehrheit? Nur eines hat Häupl klar gesagt: Wenn er weniger Stimmen bekommt als beim letzten Mal, tritt er zurück.

Dass die SPÖ in letzter Minute die Polarisierung sucht und die Auseinandersetzung zum Duell Häupl gegen Haider stilisiert,

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