"Schreib: Widerstand"

Polizei. Warum ein Österreicher von der Polizei beleidigt, gefesselt, nackt ausgezogen, 16 Stunden in Einzelhaft gesperrt und dann auch noch angezeigt wird.

Florian Klenk
Politik, FALTER 21/01 vom 23.05.2001

Ich liebe meine schwarze Hautfarbe", sagt Felix Osuyi, "aber vielleicht sollte ich mich jetzt weiß lackieren lassen." Seit zehn Jahren lebt Felix Osuyi bereits in Österreich, vor wenigen Monaten hat er seinen Militärdienst abgeleistet. Doch so etwas sei ihm noch nie passiert. Nach einer Ausweiskontrolle landet der farbige Österreicher nackt in einem Kammerl am Westbahnhof, bekommt Handschellen angelegt, wird für 16 Stunden eingesperrt und muss sich nun vor Gericht wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verantworten.

Ende April gegen halb zehn am Abend fährt der gebürtige Nigerianer mit der Rolltreppe beim Westbahnhof hinab zur U6. Verdächtig, zumindest für zwei Beamte des Kommissariats Neubau. Weil sich Osuyi am Westbahnhof laut Protokoll "offensichtlich aufgehalten" hatte und "dort ging", wurde er "zur Ausweisleistung" aufgefordert. An ein "Na hallo! Hallo, wos is?" kann sich Osuyi noch erinnern. "Ich bin nicht der Hallo. Ihr behandelt mich nur so wegen meiner Hautfarbe, ihr

ANZEIGE
  497 Wörter       2 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Politik-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!