Stempeln statt hackeln

NINA WEISSENSTEINER
Politik, FALTER 07/02 vom 13.02.2002

JUGENDARBEITSLOSIGKEIT. Mehr als 9000 junge Menschen sind zurzeit in Wien arbeitslos. Das sind um ein Drittel mehr als im Vorjahr. Eine natürliche Folge der schwachen Konjunktur? Oder hat auch die Politik versagt?  

René ist "nicht einer von denen", die tagsüber "lieber auf der Donauinsel rumhängen". Am Berufsförderungsinstitut im siebten Bezirk, das im Auftrag des Arbeitsmarktservice Kurse für arbeitslose Jugendliche anbietet, haben die Betreuer "ein Auge für so was". Ein Musterlehrling ist René aber auch nicht. Als der gelernte Elektroinstallationstechniker ans bfi Myrthengasse kam, hat man ihm "erst einmal" beibringen müssen, "dass man sein Kapperl abnimmt, wenn man wo reinkommt". Und für einen Neunzehnjährigen ist er "etwas zu ruhig", wie sich seine Trainerinnen vornehm ausdrücken. Daran konnte auch der bfi-Kurs wenig ändern: Ein Gespräch mit René gleicht noch immer dem so genannten Würmer-aus-der-Nase-Ziehen.

  Mit seinen neunzehn Jahren hat der junge, schüchterne

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