Ein Bus wird kommen

MICHAEL LOEBENSTEIN
Kultur, FALTER 36/02 vom 04.09.2002

FILM. In epischer Länge und Breite erzählt Shinji Aoyamas "Eureka" von der Überwindung eines Traumas. 

Eine Flutwelle wird kommen und uns alle hinwegraffen." Die ersten Worte, die in "Eureka" fallen, haben keinen Urheber - der Satz erklingt, gleich einer dunklen Ahnung aus der Zukunft, zu den Bildern von einem kleinen Mädchen, das stumm in den sonnendurchfluteten Morgen blickt. Sogleich reißt er ab: In der Stille des noch jungen Tages besteigen das Mädchen und ihr Bruder einen Schulbus, lassen ihre Mutter als verschwindend kleine Gestalt am Horizont zurück. Doch da ist das scheinbare Idyll schon vergiftet, liegt ein drohender Schatten über dem prachtvoll gleißenden ländlichen Panorama; unvermittelt schneidet der Film von der Totalen des Busses auf die Großaufnahme einer blutigen Hand, und wir erkennen, dass im Zwischenraum der Bilder die Katastrophe ihren Anfang genommen hat. Der Bus wurde entführt: Am Ende der 15-minütigen Eingangssequenz (die den Akt der Geiselnahme im Off

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  639 Wörter       3 Minuten

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