Die verlorenen Großeltern

RAIMUND LÖW
Politik, FALTER 21/03 vom 21.05.2003

ZEITGESCHICHTE. Während der Kosovokrieg tobt und Marcus Omofuma stirbt, sucht die ORF-Journalistin Susanne Scholl die Wahrheit über ihre von den Nazis ermordeten Großeltern. Ein autobiografischer Roman. 

Elsa hat das Gefühl, in einer ganz normalen Familie aufzuwachsen. Der Vater mag Kommunist sein und am Mittagstisch gibt es vielleicht mehr politische Kontroversen als bei vergleichbaren Gleichaltrigen. Aber die Villenetage in Pötzleinsdorf, die in Leder gebundenen Bücher zeugen von einem großbürgerlichen Hintergrund. Ein Umstand jedoch bricht die Normalität: Elsa hat keine Großeltern.

  "Lebende Großmütter waren für Elsa deshalb etwas Fremdes, Menschen, denen man nicht zu nahe kommen konnte, denen man mit Ehrfurcht und Demut zu begegnen hatte", schreibt die ORF-Journalistin Susanne Scholl in ihrem autobiografischen Roman. "Elsas Großväter" ist die Suche nach den verlorenen Großeltern - entlang des liebevollen Briefwechsels zwischen dem rechtzeitig nach dem Anschluss nach

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  662 Wörter       3 Minuten

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