Kommentar - Festwochen vs. Morak: Prosecco-Krieg

WOLFGANG KRALICEK
Kultur, FALTER 24/03 vom 11.06.2003

Der Postweg zwischen dem Kunststaatssekretariat im Bundeskanzleramt (Wien 1) und dem Büro der Wiener Festwochen in der Lehárgasse (Wien 6) ist ungewöhnlich lang. Beispiel eins: Der mit 10. April datierte Brief, in dem das Staatssekretariat dem Festival "bedauernd" mitteilte, dass die Festwochen heuer mit keiner Subvention des Bundes rechnen könnten, traf erst am 9. Mai in der Lehárgasse ein.

Beispiel zwei: Am 12. Mai behauptete der Staatssekretär dann in der ORF-Sendung "Treffpunkt Kultur", die gestrichenen 364.000 Euro deckten "nicht einmal den Prosecco-Konsum der Wiener Festwochen". Mit der zwischen BKA und Festwochen üblichen Reaktionszeit - diesmal drei Wochen - holten Intendant Luc Bondy und Geschäftsführer Wolfgang Wais nun zum Gegenschlag aus: In einem mit 2. Juni datierten Brief an Franz Morak fordern sie den Staatssekretär auf, seine "unrichtigen Äußerungen" bis 10. Juni schriftlich zu widerrufen. (Das Büro Morak bestätigte den Empfang des Schreibens, eine Antwort

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