Der Trost von Fremden

WOLFGANG KRALICEK
Kultur, FALTER 39/03 vom 24.09.2003

STEIRISCHER HERBST. Theater, wie es sein soll: Sebastian Nübling inszeniert "(wilde)" von Händl Klaus. 

Man kennt das: Einmal falsch abgebogen, und schon steckt man mitten drin im falschen Leben. Gunter aus Bleibach zum Beispiel ist außerfahrplanmäßig in einer Stadt namens Neumünster an der Lau aus dem Zug gestiegen; die Klimaanlage war ausgefallen, und er hatte es in der Gluthitze nicht mehr ausgehalten. Das war, wie sich schnell herausstellt, ein Fehler: Neumünster an der Lau ist anscheinend völlig ausgestorben; am Bahnhof gibt es nicht einmal eine Toilette. Gerade als Gunter sein Wasser in ein Schließfach abschlagen möchte, tauchen doch noch zwei Einheimische auf: Das unheimlich freundliche und in hübsche Kleidchen gekleidete Brüderpaar Emil und Hanno Flick nimmt sich des gestrandeten Fremden mit zunehmend aggressiver Gastfreundschaft an.

  Zur falschen Zeit am falschen Ort: Das in zahlreichen Filmen ("Der unsichtbare Dritte") und Romanen ("Der Trost von Fremden") variierte

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  578 Wörter       3 Minuten

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