HINTER DER MASKE

Gespräch mit einem Bankräuber

Stadtleben, FALTER 03/05 vom 19.01.2005

Wie es zu dem Bankraub kam? Ich will es gerne erzählen. Ich bin kein Monster, sondern einer von euch. Ich bitte lediglich, meinen Namen anonym zu halten. Ich habe mir eine neue Existenz aufgebaut.

  Ich hatte Schulden, wollte Selbstmord begehen. Die Pistole hielt ich schon im Mund, der war voll Wasser, damit der Kopf richtig explodiert. Ich habe die Pistole waschelnass rausgezogen. Ich entschied mich für sozialen Selbstmord, habe mir einen Leihwagen genommen, die Waffe entleert, Platzpatronen reingelegt. Ich wollte niemanden umbringen. Wäre die Polizei gekommen, hätte ich auf die Beamten gezielt und mich erschießen lassen.

  Ich glaube, die Idee, eine Bank zu überfallen, schlummert in jedem. Die Durchführung ist ja relativ einfach. Raub ist eines der dümmsten Verbrechen. Sie brauchen keine Vorbereitung, Sie halten eine Waffe hin und kriegen Geld dafür. Es ist ein Verbrechen, bei dem man sein Gesicht nicht zeigt. Man geht maskiert rein, es gibt keinen Bezug zum Täter, und die

  1035 Wörter       5 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Stadtleben-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige