Tanz den Albert Einstein

ELFI OBERHUBER
Kultur, FALTER 03/05 vom 19.01.2005

TANZ Ein Ballett in der Volksoper und eine szenische Installation im Dschungel versenken sich in die "Alice"Romane von Lewis Carroll. 

Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" ist die Vorlage für Giorgio Madias surreales Handlungsballett "Alice" in der Volksoper; "Alice hinter den Spiegeln" fließt zudem in die Rauminstallation "Jabberwocky" im Dschungel Wien ein. Gerade recht zum hundertsten Geburtstag von Albert Einsteins Relativitätstheorie, wo Raum und Zeit "relativ" sind: Hätte Mathematiker Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll seine Zeit 1863 nicht an die siebenjährige Alice Liddell verschwendet, wäre er vielleicht vor Einstein darauf gekommen. Der Brite nutzte seine Energie - gewonnen aus der ungestillten Sehnsucht nach dem Mädchen - umso mehr zum Schreiben und relativierte wortwitzig verdrehend jede scheinbare Logik menschlicher Beziehungen und Realitäten.

  Madia meinte im Vorfeld zwar, er werde keine psychoanalytische Interpretation des Stoffes vornehmen, doch der

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