Das deutsche Duell


ARMIN THURNHER

Vorwort, FALTER 36/05 vom 07.09.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Das TV-Duell Merkel vs. Schröder ändert nichts an der Wahl. Aber es war gutes politisches Schauspiel.

Schröder gegen Merkel, das ist nicht Brutalität, das ist Mediokratie. Nicht Mediokrität. Obwohl es auch im deutschen TV-Duell um die Kanzlerschaft weder an Phrasen noch an Peinlichkeiten fehlte, hatte das Publikum doch Gelegenheit, einiges miteinander zu vergleichen: Personen, Positionen, Reaktionen auf Situationen. Die Umstände waren ungewöhnlich, da sich die beiden größten öffentlich-rechtlichen Sender, ARD und ZDF, mit den beiden größten privaten, RTL und Sat.1 zusammengerauft hatten, um dieses Duell gemeinsam zu übertragen. Wie die Vier im Jeep saßen die vier Moderatoren und Moderatorinnen da und stellten brav ihre zuvor abgesprochenen Fragen.

Wenn auch das Bedürfnis nach Spontaneität und unmittelbar sich entspinnendem Gespräch nicht gestillt werden konnte, weil die originellsten Fragen auf dem Niveau eines Einweisungsgesprächs in die Neurologie

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