Kommentar

Klimts "Adele": für 'n Appel und 'n Ei


Matthias Dusini

Kultur, FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Ein paar Eier sind sie schon wert, die von der Österreichischen Galerie Belvedere an die Erben zurückgegebenen Bilder von Gustav Klimt (siehe Seite 57). Das "Krönungs-Ei" jener von Peter Carl Fabergé für die russische Zarenfamilie gestalteten Eier etwa wurde 2003 vom Auktionshaus Sotheby's auf 24 Millionen Dollar geschätzt. Das ist etwas weniger als jene 29 Millionen Dollar, die dort etwa zeitgleich für Klimts "Das Landhaus am Attersee" abgelegt wurden. Für insgesamt neun der Fabergé-Eier löhnte der russische Ölmagnat Viktor Vekselberg dann hundert Millionen Dollar. Auch Klimts "Adele I" wird auf hundert Millionen geschätzt - aber nicht Dollar, sondern Euro.

Angesichts solcher Summen könnte einem schon schwindlig werden. Auch deshalb, weil die Klimt-Bilder von den "Arisierungs"-Profiteuren nach dem Weltkrieg für 'n Appel und 'n Ei dem österreichischen Volkseigentum einverleibt wurden. Und jetzt diese unfassbaren Summen. Geht's noch?

Man möchte den Begründungen der Kunstmarktexperten

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