Kunst

Steiermark Kultur, FALTER 06/06 vom 08.02.2006

IMAGINÄRE STADT Der Grafiker Herwig Tollschein, in der heimischen Kunstszene ein Einzelgänger, hat sich in seiner Arbeit bislang ganz auf kleine Formate beschränkt und über Jahre hin weitgehend menschenleere, fantastische Architekturen entworfen. Was ihn besonders fasziniert, sind Baustellen, sind Häuser in den Stadien ihres Entstehens, ihrer Bewohnbarkeit und ihres Verfalls. An dieser Motivik hält er auch in seinen neuen Arbeiten fest, die derzeit (noch bis 5. März) im Bildungshaus Mariatrost und, ergänzend dazu, ab 10. Februar im Stift Rein zu sehen sind. Seinen Bildern gibt er nun aber größeres Format und bereichert ihre grafischen Strukturen um malerische Elemente. Ihr zyklischer Charakter kommt deutlich zum Ausdruck; ein Bild verweist auf das andere: ein "Laternenhaus" steht da in Nachbarschaft zu einem "rostenden Haus". Aus diesen Einzelansichten entsteht Stück für Stück das Panorama einer imaginären Stadt.

FREIE KUNST Dass ein blauer Slip mit gelbem Emblem selbst im Jahre 2006 noch für einige Aufregung sorgen kann, ist seltsam, aber zumindest Basis für attraktive Diskussionen. Ob die aktuelle Demontage der EU-Plakate wirklich Anlass bietet, sich um die Freiheit der Kunst Sorgen zu machen, darüber wird eine Expertenrunde am 14.2., um 20 Uhr im Forum Stadtpark öffentlich beraten. Titel der Veranstaltung: "Die Freiheit der Kunst im öffentlichen Raum". Katharina Blaas-Prantscher (Niederösterreich Kultur, Kunst im öffentlichen Raum), Werner Fenz (Kunsthistoriker, Kurator), Hildegard Fraueneder (Leiterin Galerie 5020), Alfred J. Noll (Rechtsanwalt), Walter Seidl (Kurator, Künstler, Kritiker) und Armin Thurnher (Chefredakteur, Stadtzeitung "Falter") werden sich unter anderem die Frage stellen, wie weit Privatkapital Projekte im öffentliche Raum finanzieren darf und soll oder welche Rolle die Ideologien verantwortlicher Kulturpolitiker spielen. Ein zufrieden stellendes Diskussionsergebnis wäre, den österreichischen Umgang mit Kunst eine Spur verständlicher zu machen.

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