Schreckliches Erbe

Bernd Dörler
Vorwort, FALTER 12/06 vom 22.03.2006

AUSLAND Am 28. März wählt Israel den Nachfolger von Ariel Sharon. Er hat dem Friedensprozess und seinem Volk geschadet.

Moribund liegt Ariel Sharon seit Jahresbeginn auf der Intensivstation. Ungewiss ist, ob der ehemalige israelische Premierminister jemals wieder aus dem Koma erwachen wird. Dennoch: Sein Antlitz, gesund und lachend, ziert derzeit Tausende Plakate im ganzen Land. Obwohl der alte General seinem letzten Gefecht mit dem Tod entgegendämmert, ist er dennoch die makabre Zugnummer seiner Kadima-Partei, die als großer Favorit bei den Parlamentswahlen am 28. März gilt. Sein blasser Nachfolger Ehud Olmert verspricht bei seinen Wahlkampfauftritten, er werde Sharons Arbeit "im Sinne und dem Geist von Ariel weiterführen".

Das müssen nicht nur die Palästinenser in den von Israel seit 1967 besetzten Gebieten als schlimme Drohung empfinden. Auch für den Friedensprozess in der nahöstlichen Krisenregion und vor allem für die Bürger des Judenstaates bedeutet die Erfüllung seines

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