PRESSESCHAU
Heinz Prüller ist der einzige Sportreporter, der druckreif spricht - seine Texte in der Kronen Zeitung lesen sich so, wie sich seine TV-Kommentare anhören. Schon die Einstiegsfrage ist typisch Prüller: "Warum sterben so viele Skirennläufer nach Ende ihrer Karriere?" Die Antwort (weil sie auch nur Menschen sind?!) bleibt das wandelnde Archiv des nutzlosen Sportwissens schuldig, dafür unterhält es seine Fans mit aberwitzigen Anekdoten zum unwitzigen Thema Tod. Anlässlich des mutmaßlichen Mordes an der Skifahrerin Corinne Rey-Bellet holt Prüller einen verunglückten Star nach dem anderen aus der Kiste: vom Olympiasieger Roger Staub, der beim Drachenfliegen abstürzte ("Er suchte die große Freiheit - und kam, wie Ikarus, der Sonne zu nahe") bis zum Slalomartisten Rok Petrovic, der beim Tauchen ertrank, "weil ihm ein Guru einredete: ,Der Mensch kann das Gleiche wie ein Delfin.'" Der Artikel wäre kein echter Prüller, wenn der Autor nicht beweisen würde, dass man sich auch beim Schnellschreiben verhaspeln kann: "Roger Staub war dem Himmel am nächsten - Rok Petrovic am tiefsten."