Ohren auf!

Björk, komplett?


Gerhard Stöger

Kultur, FALTER 29/06 vom 19.07.2006

Fans von Björk sind arm dran, geht die isländische Ausnahmekünstlerin doch nicht gerade großzügig mit der Veröffentlichung neuer Werke um. "Debut", ihrem 1993 erschienenen Soloerstling, folgten mit "Post" (1995), "Homogenic" (1997), "Vespertine" (2001) und "Medùlla" (2004) bis heute gerade einmal vier reguläre Alben; dazu kommen noch die Soundtrackarbeiten "Selmasongs" (2000) zu Lars von Triers "Dancer in the Dark" und "Drawing Restraint 9" (2005) für den vor allem im Kunstkontext gezeigten gleichnamigen Film ihres Lebensgefährten Matthew Barney.

Noch weit ärmer als normale Fans sind Björk-Anhänger mit ausgeprägter Sammelleidenschaft dran: Kaum ein Popstar unserer Tage hat so viele, in den unterschiedlichsten Formaten erhältliche Remixe veröffentlicht wie sie; dazu kommen noch massenhaft außertourliche Tonträger, vom Bootleg-Reissue ihrer als Kind aufgenommenen ersten Platte über die opulente Live-CD-Box bis zum DVD-Stapel. Sammeln wird da schnell zum kostspieligen Fass

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