Kipferln zu Schnecken!

Armin Thurnher
Vorwort, FALTER 37/06 vom 13.09.2006

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Natascha Kampusch und die Bildungsfrage, eine Bildungsfrage. Plus: Wahnsinn Wahlkampf.

Natascha Kampusch. So schnell lässt die Faszination nicht nach. Was uns wohl am meisten fasziniert? Im Fernsehen mutmaßte ihr Medienberater, es seien klaustrophobe Urängste und Männerphantasien angesprochen. Mag sein. Außerdem findet der Wunsch des Entführers, sich seine ideale Frauengestalt sozusagen aus dem Leben zu greifen, noch immer einen gewissen gesellschaftlichen Anklang. Am meisten fasziniert aber, denke ich, der Bildungsaspekt. Eine besonders süße Passage war in der Süddeutschen Zeitung zu lesen, die Natascha Kampuschs Interviewer Christoph Feuerstein fragte, ob sie in ihrer Gefangenschaft dessen Sendungen (auch eine Jugendsendung) gesehen habe. Feuerstein antwortet, er habe sich geniert, sie danach zu fragen, die habe doch am liebsten Ö1 gehört und sei ganz wild auf Qualitätsmedien gewesen. Natascha Kampusch, ein lebendes Plädoyer für den öffentlich-rechtlichen

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