Verfrachtet betrachtet

Christopher Wurmdobler
Kultur, FALTER 50/06 vom 13.12.2006

THEATER In "Cargo Sofia - Wien", dem neuesten Dokustück von Stefan Kaegi und Rimini Protokoll, nehmen zwei bulgarische Lkw-Fahrer die Zuschauer mit auf die Reise - in einem umgebauten Truck.

Und jetzt wir fliegen", tönt es in gebrochenem Deutsch aus den Bordlautsprechern. "Wir wollen Rock 'n' Roll!", ruft die zweite Stimme aus dem Cockpit. Der Lkw beschleunigt, und mit 110 Stundenkilometern rast das Publikum über die Autobahn, die Blicke durch Glasscheiben seitlich des Frachtraums zum vorüberfliegenden Mittelstreifen gerichtet. Aus den Lautsprechern kreischen AC/DC mittlerweile "Highway to Hell", da überholt ein Pkw den Truck: Auf dem Beifahrersitz eine Frau mit blondem Haar, die ihren Kopf im Rhythmus bewegt. Headbanging nachts irgendwo vor der großen Stadt - Zufall oder Inszenierung? In Stefan Kaegis gefeiertem Dokutheater "Cargo Sofia" weiß man das nie so ganz genau.

Auf einer ausgedehnten Tour zwischen Berlin und Belgrad ging die "europäische Lastkraftwagenfahrt" zuletzt durch

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  871 Wörter       4 Minuten

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