Kommentar

Opernkanzler Gusenbauer

Carsten Fastner
Kultur, FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Alfred Gusenbauer hat es wieder einmal geschafft. Vorige Woche hatte der Bundeskanzler die Gelegenheit ergriffen, sich höchstpersönlich eines kulturellen Themas anzunehmen, sich zu diesem öffentlich zu äußern und damit diesem Bereich ausnahmsweise einmal zu ungewohnter, staatstragender Aufmerksamkeit zu verhelfen - und wieder war es keinem recht; wieder musste er Häme einstecken, sich ungeschicktes Vorgehen vorwerfen lassen, einen weiteren Auftritt als vermasselt abhaken.

In seinem Interview für die ORF-Sendung "Treffpunkt Kultur" zementierte Gusenbauer aufs Neue das Bild des selbstherrlichen Endlich-doch-noch-Kanzlers, indem er einer verblüfften Öffentlichkeit seine Vorstellungen von der Zukunft der Wiener Staatsoper bekanntgab. Eine "künstlerische Führungsfigur" schwebe ihm vor, und diese solle dem Haus am Ring, dessen Leitung mit dem Abgang von Ioan Holender im Jahr 2010 vakant wird, künftig ein "künstlerisches Gepräge" verleihen.

Interessant an dieser Offenbarung ist zunächst

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  485 Wörter       2 Minuten

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