„Nichts zu machen“

Ein Gespräch mit dem Wiener Psychiater August Ruhs zur Serie von Freitoden im Kulturbereich: Sind Künstler besonders suizidgefährdet? Und welche gesellschaftliche Dimension hat der Selbstmord?

Matthias Dusini
FEUILLETON, FALTER 28/07 vom 10.07.2007

Am vergangenen Wochenende nahm sich der Volksmusiker und Humorist Hias Mayer das Leben. Eine Woche vorher schieden der Filmemacher Jörg Kalt (siehe Infobox) und der Theaterregisseur Georg Staudacher freiwillig aus dem Leben; im April starb Marie Zimmermann, die Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen, in einer psychiatrischen Klinik. Warum? Diese Frage stellt sich nach jedem Freitod von neuem.
„Warum Künstler?“, fragte der Falter August Ruhs. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Neurologie am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) und Lehranalytiker des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse. In seinen Schriften widmet sich der 61-Jährige auch den kultur- und kunsttheoretischen Aspekten der Psychoanalyse. Momentan ist Ruhs am Aufbau einer Psychoanalytischen Akademie beteiligt.

Falter: Muss man sich als Verwandter oder Partner Vorwürfe machen, wenn so eine Tragödie passiert?

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  1384 Wörter       7 Minuten

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